Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Die Ö1 Klassiknacht

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Der Engel der Geschichte". Anlässlich von Walter Benjamins 80. Todestag erinnert der evangelische Theologe und emeritierte Bischof Michael Bünker an den Philosophen, dessen Einfluss auf die moderne Philosophie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts enorm war "Es gibt ein Bild von Paul Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen, und seine Flügel sind aufgespannt", schreibt der Philosoph Walter Benjamin, der das Bild 1921 von Paul Klee erworben hat. Dieser Engel hat den Philosophen 20 Jahre lang begleitet - auch ins Exil. Und er hat sein Denken geprägt. Bis hin zu einem seiner berühmtesten Texte: "Über den Begriff der Geschichte", als aus dem "Angelus Novus" der "Engel der Geschichte" wurde. Walter Benjamins Texte sind tief und bisweilen mystisch, er war ein profunder Kenner der Literatur und der Philosophie. Benjamin (1892 - 1940) war jüdischer Herkunft und musste aufgrund der Machtergreifung der Nationalsozialisten nach Frankreich ins Exil gehen. 1940 war er gezwungen, zu Fuß über die Pyrenäen nach Spanien zu flüchten, ihm wurde jedoch an der französisch-spanischen Grenze von den spanischen Grenzbeamten die Einreise verweigert, woraufhin er noch in der gleichen Nacht Suizid beging. Berühmt wurde er erst lange nach seinem Tod, in der Aufbruchsphase der 1960er-Jahre. Doch da seine Philosophie immer "zwischen den Stühlen" positioniert war, konnten vielfach weder die politischen Lager noch die mystisch-spirituellen Richtungen etwas mit ihm anfangen. Anlässlich von Walter Benjamins 80. Todestag am 26. September erinnert der evangelische Theologe und emeritierte Bischof Michael Bünker an den Philosophen, dessen Einfluss auf die moderne Philosophie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts enorm war.

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Christoph Wagner-Trenkwitz. ... von R. Wagner bis K. Schwitters Der erste Dada-Texter war natürlich der Bayreuther Meister - wie anders sollte man "Hojotoho" und "Wigalaweia" sonst bezeichnen? Kurt Schwitters war da nur ein Epigone ... Wir gedenken auch des russischen Nationaldichters Puschkin, der heute vor 200 Jahren nach Chisinau verbannt wurde, wo rund neun Jahrzehnte später Maria Cebotari das Licht der Welt erblickte.

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Eva Karner-Ranner ist Ornithologin bei BirdLife Österreich. Sie spricht über das Hören von Vogelstimmen. Teil 1: Individueller Ausdruck Gestaltung: Renate Pliem Sie gehören zum "Soundtrack der Natur" wie Blätterrauschen und Wasserplätschern: Vogelstimmen begleiten den Menschen schon seit Urzeiten. In fast allen Lebensräumen bilden sie eine Klangkulisse, sie kündigen den Frühling an und beginnen den Tag. Doch wie erkennt man Vogelstimmen? Wie hört man, welche Art zu welchem Gesang, zu welchem Ruf gehört? Wie merkt man sich Vogelstimmen, erweitert sein Repertoire und hat eine "Klangbibliothek" abrufbereit? Fünf Expert/innen geben diese Woche Einblick in ihre ganz persönliche Zugangsweise zum Hören von Vogelstimmen: Sie erläutern den rhythmischen Gesang des Wiedehopfs, präsentieren die musikalische Ausdrucksweise der Sprosser, einer Schwesterart der Nachtigall. Sie nehmen uns mit auf einen nächtlichen Ausflug in den Nationalpark Donauauen, um den Eulen zu lauschen. Sie erzählen, wie sich das Lernen von Vogelstimmen im Lauf der Jahrzehnte verändert hat. Den Abschluss der Woche macht die "Königin der Nacht", die Nachtigall, die auf einer einzigartigen Aufnahme zu hören ist. Eine Sendereihe im Rahmen der Ö1 Themenwoche "Hören"

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Die Welt des Hörens

Die vielen Facetten einer Sinneswahrnehmung (1). Gestaltung: Julia Reuter Manchmal, spät am Abend im Wiener Funkhaus, kann es passieren, dass einem auf dem Weg durchs Stiegenhaus Richtung Ausgang die Klangwelten zweier Radiosender (Ö1 und Radio Wien) entgegentönen, nämlich genau an der Schwelle zwischen zweiten und erstem Stock. Die eine Klangwelle lässt David Bowie über "Heroes" singen, die andere streift einen mit Ballettmusik von Maurice Ravel. Unser Gehör ist in der Lage, beide Musikstücke in Sekundenbruchteil wahrzunehmen, zu verorten und zu entscheiden, ob es wohlklingend oder eine sogenannte Kakophonie, also Lärm, ist. Um überhaupt hören zu können, benötigen wir unsere Ohren, die in drei Bereiche unterteilt sind: das Außenohr, das Mittelohr und das Innenohr. Der Hörbereich des Menschen reicht von 20 Hertz bis 20 Kilohertz. Schallwellen mit Frequenzen unterhalb und oberhalb dieser Werte sind für den Menschen unhörbar. Sie werden als Infra- bzw. als Ultraschall bezeichnet. Im Lauf unseres Lebens nimmt das Hörvermögen kontinuierlich ab. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine reine Alterserscheinung. Auch junge Menschen sind mittlerweile immer mehr von Schwerhörigkeit betroffen. Schätzungen zufolge leidet in Österreich jeder Fünfte an einer Hörminderung. Betroffene warten im Schnitt sieben bis zehn Jahre, um etwas dagegen zu unternehmen. Den meisten Menschen, die unter einer Schwerhörigkeit leiden, kann mit Hörgeräten geholfen werden. Als Alternative dazu gibt es auch Hörimplantate. Gehörlose Menschen kommunizieren hauptsächlich mit Gebärdensprache. Blinde Menschen nutzen ihren Hörsinn zur Orientierung im Raum. Zum Beispiel mit der Klicksonar-Technik, eine fortgeschrittene Variante der aktiven Echoortung. Diese Methode ermöglicht Blinden, sich gut im Alltag zurecht zu finden und sogar Fahrrad zu fahren oder Klettern zu gehen. Bei der Klicksonar-Technik wird mit der Zunge geschnalzt und so eine Schallwelle produziert. Jeder Raum hat einen eigenen Ton, eine ganz spezifische Akustik. Tontechniker/innen müssen sich u.s. für Musik- oder Sprachaufnahmen sowie bei Konzertübertragungen intensive mit Räumen auseinandersetzen. Es geht darum, einen optimalen Klang für die Zuhörer/innen zu erzeugen. Ob wohltuende Klänge, Lärm, Hörproduktionen, Hörakustik, Gehörlosigkeit oder Hörtraining - das Radiokolleg beschäftigt sich diese Woche intensiv mit den vielen Facetten des Hörsinns.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Reparatur der Zukunft

Neue Ideen mit Innovationspotential (1). Gestaltung: Irmgard Wutscher, Stefan Niederwieser, Margit Atzler, Ilse Huber, Hannah Horsten Ö1 sucht nach dem Zukunftspotential Österreichs. Wir laden Sie ein, uns in kurzen Videoclips vorzustellen, was Sie neu und anders machen. Im Radiokolleg präsentieren wir 12 Projekte, die Impulse zur Veränderung setzen und die Zukunft im Jetzt reparieren wollen. Nehmen Sie teil am Ö1 Generationendialog über die Gesellschaft von morgen. Auf der Videoplattform finden Sie Videos zu allen eingereichten Projekten. *Sprachperformanzreparatur* Sprache bildet die Wirklichkeit nicht nur ab, indem wir sprechen schaffen wir Wirklichkeit. Dieser Idee folgt die Sprachperfomanzreparatur von Fräulein Hahnkamper, die durchspielt, wie Männer Frauen in Zukunft Komplimente machen könnten. - inklusive Duden-Zitat! Hahnkamper selbst ist Übrigens keine Unbekannte, die Lyrikerin, Sängerin und Performerin hat 2019 den Sonderpreis der Schule für Dichtung beim Ö1 Kurzhörspiel-Wettbewerb track5 gewonnen. Fräulein Hahnkamper performt Lyrik aus eigener Feder: "von Feminismus, Dada, Sinnlichkeit, und Surrealem", wie es auf ihrer Website heißt. Gestaltung: Irmgard Wutscher Link: https://www.fraeuleinhahnkamper.com/ *Juno - Wohnprojekt für Alleinerziehende* Gemeinschaftliches Wohnen für alleinerziehende und getrennte Eltern. Der Verein Juno unterstützt Alleinerziehende in Wien bei ihrer Suche nach kostengünstigen Wohnungen, die auf die Wohnbedürfnisse von Alleinerziehenden und ihren Kindern ausgelegt sind. Bei Juno werden Alleinerziehende von Alleinerziehenden beraten, die daher auf ihre eigenen Erfahrungen zurückgreifen können und verstehen, worum es geht. Juno arbeitet mit Bauträgern zusammen und übernimmt eine Vermittlungs- und Beratungsfunktion. Allein- oder getrennterziehende Eltern leben dann Tür an Tür oder in einer Wohngemeinschaft und können einander im Alltag je nach Wunsch und persönlichem Bedarf unterstützen. Das kann von gegenseitiger Kinderbetreuung über ein gemeinsames Glas Wein am Abend bis hin zur "Notversorgung" bei Krankheiten reichen. Nach dem Motto: getrennt erziehen - gemeinsam stark. Gestaltung: Margit Atzler Link: www.alleinerziehen-juno.at *Ecular - Plattform für nachhaltige Konsumkultur* Hinweise zu Nährwertangaben und Allergenen sind wir auf unseren Lebensmittelverpackungen schon länger gewöhnt. Doch wie wäre es, wenn wir Informationen zu der Herstellung und des Ressourcenverbrauch eines Produktes auf der Packung nachlesen könnten? Mit diesem Gedanken hat sich David Jablonski im Rahmen seiner Bachelorarbeit beschäftigt. Daraufhin hat er "Ecular" gegründet. Ecular ist eine Plattform, auf der Emissionen und Transportrouten zu Produkten visualisiert werden und daraufhin für Konsumentinnen und Konsumenten nachvollziehbarer sind. Gestaltung: Hannah Horsten Link: https://ecular.org/

09.45 Uhr
Radiokolleg - Eine Zeitreise mit Alice Harnoncourt

Die österreichische Pionierin der historischen Aufführungspraxis wird 90 (1). Gestaltung: Helene Breisach, Marie-Theres Himmler Hinter jedem starken Mann steht eine ebenso starke Frau - so abgedroschen das klingen mag, so sehr trifft es bei Alice Harnoncourt zu: Seit Studienzeiten war sie die Partnerin von Nikolaus Harnoncourt. Ihr ganzes Leben war und ist bis heute von Musik begleitet und durchdrungen: Sie begann früh Klavier zu spielen, bevor sie mit neun Jahren die Liebe zur Geige entdeckte. Während des Musikstudiums lernte sie Nikolaus Harnoncourt kennen. Im Jahr 1953 heirateten die beiden - im selben Jahr gründeten sie den Concentus Musicus Wien. Als eines der ersten Ensembles, die sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben haben, leisteten sie wesentliche Pionierarbeit. Dafür mussten erst einmal die geeigneten Instrumente, Noten und Musiker gefunden werden: In Klosterbibliotheken und Archiven forschten die Harnoncourts nach historischem Notenmaterial, das sie in ungezählten Stunden handschriftlich kopierten. Auf der Suche nach originalen Instrumenten durchstöberten sie Dachböden, Kirchen, Trödlerläden und Auktionshäuser in ganz Europa. Alice Harnoncourt spielte viele Jahre auf einer Violine des Tiroler Geigenbauers Jakob Stainer, dessen Instrumente zu Bach-Zeiten auf dem ganzen Kontinent berühmt waren. 30 Jahre lang prägte Alice Harnoncourt den Concentus Musicus maßgeblich mit - als Konzertmeisterin und auch als Solistin. Aufnahmen mit ihr existieren etwa von Vivaldis "Vier Jahreszeiten" oder Bachs Brandenburgischen Konzerten. Bis 2015 war sie Mitglied des Orchesters, in den letzten Jahren noch als Geigerin am ersten Pult, an der Seite von Konzertmeister Erich Höbarth. Und auch das Familienleben der Harnoncourts, mit vier Kindern, war stets eng verwoben mit der musikalischen Arbeit der Eltern. Die historisch informierte Aufführungspraxis ist heute eine feste Größe in der klassischen Musikwelt - zahlreiche Originalklangensembles existieren neben den modernen Orchestern. Aber auch deren Spielpraxis orientiert sich stärker an historischen Vorbildern, als das vor 70 Jahren der Fall war. Heute ist nur noch schwer vorstellbar, wie sehr die ersten Originalklangensembles die damaligen Klangvorstellungen und Hörgewohnheiten durcheinandergewirbelt haben. Seit dem Tod ihres Mannes im Jahr 2016 hat Alice Harnoncourt mehrere Bücher mit Aufzeichnungen von Nikolaus Harnoncourt herausgebracht. Bis heute verwaltet sie das Archiv des Concentus Musicus. Es beherbergt zahlreiche Notizen und Partituren, die sie nach Anweisungen ihres Mannes eingerichtet hat - unschätzbare Dokumente einer künstlerischen Symbiose. Am 26. September feiert Alice Harnoncourt ihren 90. Geburtstag. Marie-Theres Himmler und Helene Breisach haben für die Musikviertelstunde mit der Jubilarin gesprochen. Außerdem kommen einige Weggefährten zu Wort - ein facettenreiches Porträt der österreichischen Musikpionierin.

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Eva Teimel Johann Michael Haydn im Fokus Als "ewig schön" und "unveraltet" befand ein unbekannter Haydn-Schüler die Musik Johann Michael Haydns in einem Nachruf auf den Domorganisten und Komponisten 1806 im "Salzburger Intelligenzblatt". Die Musik des jüngeren Bruders von Joseph Haydn lebt bis heute weiter in zahlreichen klösterlichen Musikarchiven, in den Konzertsälen und in der Wissenschaft. Im Rahmen des Festivals Haydnregion Niederösterreich wurde kürzlich ein neuer Sammelband vorgestellt, der den aktuellen Forschungsstand zu Leben und Werk des in Rohrau geborenen Michael Haydn präsentiert.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

"Die Dämonen" von Heimito von Doderer. Es liest Rafael Schuchter Eine Sendung der Ö1 Themenwoche Hören. Am Ende brennt der Justizpalast und die Polizei schießt in die demonstrierende Menge. 89 Menschen sterben, davon 84 Demonstranten. Die Julirevolte des Jahrs 1927, die sich am Schattendorfer Urteil entzündet, führt zur endgültigen politischen Spaltung und einen Schritt näher an den Österreichischen Bürgerkrieg heran. In Heimito von Doderers Roman "Die Dämonen", drei Jahrzehnte danach erschienen, ist das hochpolitische Feuer aber Flucht- und Endpunkt der Handlung. Wie schon in der "Strudlhofstiege" - die nach seinem Verständnis als Rampe zum Hauptwerk, den "Dämonen", diente - entwirft Doderer ein multiperspektivisches Bild der Großstadt und ihrer Bewohner. Die Prostituierten und Haushälter, die Adeligen und Literaten, die Großbürger und Arbeiter tauchen auf und mit den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten kommen ihre Klänge, ihre Idiome, kommt ihr Lärm. Lange noch vor der Geräuschexplosion des Finales, dem historischen Brand am 15. Juli 1927, auf den alles im Roman auf Umwegen und Tangenten zustrebt, treffen sich die verschiedensten Klassen, Kreise und Provenienzen im nächtlichen Wiener Café Kaunitz, um sich dort rund um Pianino und Dopplerflaschen zu einem lärmenden Tableau der Zwischenkriegszeit zu formieren. Sie hören einen Ausschnitt aus Heimito von Doderers "Dämonen" - im Rahmen einer Woche rund um den Lärm in der Literatur. Gestaltung: Antonia Löffler

11.25 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Andreas Maurer.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

Die Kommissionspräsidentin präsentiert ihre Vision - wird Europa sie umsetzen? Gäste: Prof. Dr. Ulrike Guérot, Politikwissenschaftlerin, Publizistin, Professorin für Europapolitik und Demokratieforschung, Donau-Universität Krems Prof. Dr. Martin Selmayr, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich. Moderation: Xaver Forthuber. Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79 E-Mails an punkteins(at)orf.at Eine Gesundheitsunion. Eine grüne Union. Eine digitale Union. Eine Union, die für Demokratie und Menschenrechte eintritt und sich nach innen und außen klar positioniert. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen präsentierte am vergangenen Mittwoch in ihrer ersten "State of the European Union"-Rede ihre Vision für die unmittelbare Zukunft der EU. Mit der raschen Reaktion auf die Covid-Krise, bei der auch traditionelle Limitationen überwunden wurden, sei der Grundstein für diese Zukunft schon gelegt worden - darauf will die Kommission jetzt aufbauen. Die - im Vergleich zur Realität ambitionierten - Klimaziele bekräftigt von der Leyen nicht nur, sondern kündigt an, sie noch zu verschärfen. Und um Europas Gewicht auf der Weltbühne zu stärken, appelliert sie an die Mitgliedsstaaten, vom Einstimmigkeitsprinzip abzurücken - zumindest in menschenrechtlichen Fragen und was die Durchsetzung internationaler Sanktionen betrifft. Wir bauen an der Welt, in der wir leben wollen und die EU wird sein, was wir daraus machen, so schloss die Kommissionspräsidentin ihre Rede vor dem Europäischen Parlament. Was von ihrem Programm schließlich übrigbleiben wird, hängt an der Frage: Wer will welche EU? Was wird das Europa des kommenden Jahrzehnts charakterisieren - Einigkeit oder Kleinteiligkeit, Zusammenarbeit oder Grenzzäune, Humanität oder Zurückweisung? Um die Rede zur Lage der Europäischen Union zu analysieren und zu kommentieren, sind die Politologin Ulrike Guérot vom Department für Europapolitik und Demokratieforschung der Donau-Universität Krems sowie Martin Selmayr, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, Gäste bei Xaver Forthuber. Reden Sie mit: Rufen Sie in der Sendung an unter 0800 22 69 79 oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Alte Musik im Konzert. Les Talens Lyriques, Leitung: Christophe Rousset. Antonio Vivaldi: Le quattro stagioni * Johann Sebastian Bach: Cembalokonzert Nr. 4 A-Dur (aufgenommen am 19. Juli beim Festival Saintes in der Abbey aux Dames Saintes). Präsentation: Gerhard Hafner Wie sich Antonio Vivaldi den Herbst vorstellte, der aus kalendarischer Sicht morgen, am 22. September beginnt, weiß die ganze Welt: in F-Dur für Streicher und strahlend schön, so wie jenes Thema, mit dem er sein Concerto "L'autunno" so einprägsam eröffnet hat. Komponiert hat er dieses Concerto und die anderen "Jahreszeiten"-Konzerte vielleicht schon vor 1720 am Hof in Mantua, wo Kaiser Karl VI. einen Landgrafen von Hessen-Darmstadt als Statthalter eingesetzt hatte. Dieser musische Feldherr aus Südhessen engagierte Vivaldi für drei Jahre als Kapellmeister. Das Leben in der Poebene bot dem Komponisten reiches Anschauungsmaterial für seine "Jahreszeiten". In Venedig hätte er wohl kaum eine Treibjagd beobachten können oder betrunkene Bauern beim Dorffest, einen schlafenden Hirten unter einem Baum oder Hagelschauer, die das Korn auf den Feldern vernichten. Auch Vögel hört man in den raren Gärten der Lagunenstadt eher selten. Publiziert wurden diese Werke erst 1725 in Vivaldis Opus 8 - ein Notendruck, mit dem der rothaarige Priester Epoche machte. Beim diesjährigen Festival von Saintes bewies das französische Originalklangensemble "Les Talens Lyriques" einmal mehr, dass man sich an Vivaldis "Vier Jahreszeiten" nicht satt hören kann.

15.30 Uhr
Moment

Knochen, Scherben, Artefakte. Wenn Archäologie und Bautätigkeit aufeinandertreffen Wer in der Erde gräbt, erlebt manchmal Überraschungen. Nicht selten stößt man beim Graben eines Kellers oder einer Tiefgarage auf Relikte aus früheren Epochen. Wenn Skelettteile von der Baggerschaufel hängen oder Tonscherben im Erdaushub auftauchen, ist das Bundesdenkmalamt am Zug - historische Funde sind meldepflichtig. Damit die Bauarbeiten nicht verzögert werden, bemüht sich das Bundesdenkmalamt um schnelle Abwicklung der Angelegenheit. Empfiehlt es eine Notgrabung, muss der Bauherr eine archäologische Firma zur Abwicklung der Grabung engagieren. Bei Knochenfunden ist die Kriminalpolizei zu informieren, bei Funden von militärischem Gut kommt häufig der Entminungsdienst. Der Bauherr, bzw. der Grundbesitzer muss für die Kosten der Grabung aufkommen, das Land gewährt Förderungen. Der Fund gehört zur Hälfte dem Grundeigentümer und dem Finder. Es kann jedoch niemand zu einer archäologischen Grabung gezwungen werden, dem Bundesdenkmalamt ist es sogar lieber, die Funde bleiben in der Erde. Wer auf historischem Boden baut, sollte vor Baubeginn das Grundstück überprüfen lassen. Im niederösterreichischen Angern an der March - besonders in den Katastralgemeinden Stillfried, Mannersdorf und Grub - hat man mit historischen Relikten viel Erfahrung. Gestaltung: Ernst Weber Randnotizen: Alois Schörghuber

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Haben Vögel Ohren? Rudi schleicht sich im Park an die Vögel an, um mit ihnen zu spielen. Er schleicht sich von hinten an, aber sie fliegen trotzdem weg! Wie geht denn das? Die Vögel haben doch keine Ohren, oder? Zumindest kann unser Radiohund keine Ohren sehen. Die Vogelexpertin Eva Karner-Ranner von Birdlife Österreich kommt unserem Vierbeiner zu Hilfe. Sie erklärt auch, was es mit Federohren-Stimmungs-Anzeigern und Schalltrichtern auf sich hat. Eva Karner-Ranner, Birdlife Österreich: "Bei Vögel sieht man die Ohröffnungen am Kopf, denn die Vögel haben keine Ohrwascheln, so wie ein Hund zum Beispiel, sondern die haben einfach Ohröffnungen. Im einfachsten Fall ist das so, wie seitliche Löcher in den Kopf." Gestaltung: Franziska Schwarz

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Passagen

Die Jagd ist weiblich Forscht man in der Geschichte, so war die Jagd sehr wohl auch von Frauen geprägt. Mitschnitt aus dem Großen Sendesaal des RadioKulturhauses vom 29.6.2020 Bearbeitung: Haimo Godler Diese Art des Zeitvertreibs war ein Mittel, sich aus den Zwängen des adeligen Gesellschaftslebens zu befreien, man konnte etwa lockerer mit Kleidungsvorschriften umgehen, "Frau" war dabei. Von der mythischen Jagdgöttin Diana bis zur Gegenwart spannt eine Schau mit dem Titel "Die Jagd ist weiblich" im Jagdmuseum Schloss Stainz einen großen Bogen, in dem die weibliche Seite der Jagd im Fokus steht. Heute wächst die Zahl der Jägerinnen von Jahr zu Jahr an, doch haben Männer und Frauen unterschiedliche Motive, die Jagd auszuüben? Aktuelle Entwicklungen abseits von Hochsitz und Wildtierlebensräumen, das Reproduktionsverhalten von Wildtieren sowie der Zyklus Diana und Aktäon des steirischen Künstlers Gerald Brettschuh runden das Thema ab.

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.25 Uhr
Das Objekt der Begierde

Ein Sommer voller Museen in Österreich 1 WinterSportMuseum Mürzzuschlag Die Ursprünge des Skilaufs im Mitteleuropa liegen in Mürzzuschlag in der Steiermark. Daher hat man hier - bereits 1947 - ein Museum eingerichtet, das allerdings nicht nur dem Skisport gewidmet ist, sondern auch dem Eislaufen und Eishockey, dem Stockschießen und Rodeln, der Alpinistik und der Bergrettung. Das WinterSportMuseum befindet sich im Zentrum des Industriestandorts Mürzzuschlag, der zuletzt auf sanften Tourismus gesetzt hat. Max Kleinoscheg und Toni Schruf sind die Namen der lokalen Ski- und Winterfremdenverkehrspioniere, die den Skilauf nach Mürzzuschlag und damit nach Mitteleuropa brachten. In der Dauerausstellung des WinterSportMuseums präsentiert Museumsleiter Hannes Nothnagl sein persönliches "Objekt der Begierde", zugleich ein Gründungsobjekt der Sammlung: jenen originalen Ski, den Max Kleinoscheg aus Trondheim importieren ließ, um erste Ski-Versuche zu unternehmen. +++ WinterSportMuseum Wiener Straße 13, 8680 Mürzzuschlag Objekt: Holz-Ski des Wintersportpioniers Max Kleinoscheg

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Rainer Elstner. Expressive Introspektion: Das zweite Soloalbum von Lukas Lauermann Lukas Lauermann ist über Genregrenzen hinweg einer der gefragtesten Cellisten des Landes. Er arbeitet als Studiomusiker, Arrangeur und Komponist und hat mit so unterschiedlichen Künstlern und Künstlerinnen wie Donauwellenreiter, Alicia Edelweiss, Der Nino aus Wien, Mira Lu Kovacs, Soap Skin und André Heller gearbeitet. Nun ist beim Label col legno sein zweites Soloalbum erschienen. Es trägt den mehrdeutigen Titel "I N". Das bezieht sich, so Lauermann, sowohl auf ein "in sich gehen" als auch auf den "Input von außen". Klanglich bezieht Lauermann auch andere Instrumente ein - so steht das Cello für Emotion, das Klavier deckt eher konstruktive musikalische Momente ab. Ein Klangkosmos, der sich zwischen Momenten größter innerer Ruhe und intensiven Soundexperimenten auftut. Zudem neue Musik der Duos Sigrid Horn und Ines Kolleritsch sowie I-Wolf und Eduardo Raon.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Feindbilder im Wandel der Zeit mit: Johannes Feichtinger und Johann Heiss, Österreichische Akademie der Wissenschaften Gestaltung: Rosemarie Burgstaller "Vorurteile und Stereotype verdichten sich bei gebotenem Anlass zu geschlossenen Feindbildern, die hohe integrative Kraft haben. Dieser Prozess lässt sich - in Krisenzeiten, im Krieg, oder zur Beförderung bestimmter politischer Absichten - beschleunigen durch Propaganda oder andere Einwirkungen auf die öffentliche Meinung," so der deutsche Historiker und Antisemitismusforscher Wolfgang Benz. Feindbilder reduzieren die Welt auf zwei Perspektive: Gut und Böse. Mit dieser Formel von "Wir" und "Ihr" tragen sie auf fatale Weise zum Aufbau und Zusammenhalt von Gemeinschaften und Gruppen bei, indem die ab- und auszugrenzende Gruppe als Bedrohung betrachtet wird. Durch Diffamierung der "Anderen" lässt sich das Bild von sich selbst idealisieren und überhöhen. Der Feindbildbegriff täuscht Beständigkeit und Stabilität vor, Feindbilder sind aber zeit- und kontextgebunden, außerdem unterliegen sie Konjunkturen.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Die Zukunft der Pflege in einer alternden Gesellschaft Gestaltung: Katja Arthofer / Julia Schmuck Neben der Klima- und der Coronakrise ist die Frage, wie die Pflege künftig finanziert wird, eine der größten Herausforderungen für unsere Gesellschaft. Denn der Anteil an betagten und hochbetagten Menschen in Österreich steigt - und damit auch die Zahl der Pflegebedürftigen und die nötigen Ausgaben für sie. Die teuerste, aber auch unbeliebteste Form der Pflege ist das Heim. Theoretisch wollen also alle das gleiche: Dass die Menschen, so lange es geht, in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Was aber wäre dafür nötig? Was brauchen die Betroffenen? Und was ihre Angehörigen? Eine Bestandsaufnahme in Wohnzimmern, bei Bürgermeistern und in Heimen - quer durch Österreich. Die im Vorfeld der Nationalratswahl 2019 erstmals ausgestrahlte Sendung wurde mit dem "Silver Living JournalistInnen Award: Leben im Alter" ausgezeichnet und wird aus diesem Grund wiederholt.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Die Entstehung des Hörens Von Birgit Dahlheimer Zehn Oktaven, fast zwanzigtausend Hertz - das ist der Tonumfang, den der Mensch hören kann. Noch viel größer ist jener vieler Tiere, etwa von Hunden, Katzen oder Fledermäusen. Speziell für nachtaktive Tiere ist dieser Sinn lebenswichtig. - Die evolutionäre Entstehung des Ohrs birgt für Wissenschaftler immer noch viele Rätsel. Was waren die ersten Hörorgane? Und wie entwickelte sich daraus das komplizierte Säugetierohr? In dessen Inneren leiten drei Gehörknöchelchen - Hammer, Amboss und Steigbügel - die Schallwellen vom Trommelfell an die Hörschnecke weiter. Zu dieser Frage haben Wiener Evolutionsbiologen kürzlich eine neue Theorie entwickelt. Wieso hören Tierarten überhaupt unterschiedlich gut? Und wie kann der Mensch bei Tieren die Empfindlichkeit für Geräusche erforschen, die er selbst gar nicht hören kann?

19.30 Uhr
On stage

Elina Duni Rob Luft bei den INNtönen im August 2020 Viele Jahre hindurch war die schweizerisch-albanische Sängerin Elina Duni im Quartett mit dem Pianisten Colin Vallon in Europa unterwegs, seit 2017 gilt ihre Aufmerksamkeit vor allem der Zusammenarbeit mit dem aufstrebenden, erst 26-jährigen britischen Gitarristen Rob Luft. Im Duo kreieren die polyglotte Sängerin und der auch westafrikanische Rhythmen in seine Musik einschmelzende Saitenmeister leichte, luftig-charmante Songs zwischen Folk und Chanson. Am 15. August 2020 betörten sie - unterstützt durch Schlagzeuger Corrie Dick - das Publikum des aufgrund der Corona-Pandemie in den Sommer verschobenen INNtöne-Festivals im oberösterreichischen Sauwald. Gestaltung: Christian Bakonyi

21.00 Uhr
Ex libris

Bücher, Menschen, Themen

21.55 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Die Welt des Hörens. Die vielen Facetten einer Sinneswahrnehmung (1). Gestaltung: Julia Reuter Reparatur der Zukunft. Das Casting neuer Ideen (1). Gestaltung: Team des Radiokollegs Eine Zeitreise mit Alice Harnoncourt. Die österreichische Pionierin der historischen Aufführungspraxis wird 90 (1). Gestaltung: Helene Breisach, Marie-Theres Himmler

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Klangspuren 2020. FACE Dia.De von Pierluigi Billone Johannes Kalitzke wird die Musiker/innen des Ensemble Phace durch die 65 Minuten dauernde und sehr komplexe Partitur von Pierluigi Billones "Face Dia.De" führen. Das beim Festival Wien Modern uraufgeführte Werk für zwei Frauenstimmen und acht Solist/innen ist ein Werk, das Grenzerfahrungen vermitteln will. Die Solistinnen lassen Laute fließen, als eine Art Urgesang ohne Text, der dennoch völlig verständlich wirken wird und an archaische Rituale erinnert. Gestaltung Patrizia Jilg

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Pia Chryssochoidis Musikauswahl: Gerald Kolbe dazw. 03:00 Uhr Nachrichten