Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Das Ö1 Konzert

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Wer nicht genießt, wird ungenießbar" von Topsy Küppers, Schauspielerin, Chansonnière und Autorin Was für ein wunderbarer Montag! Was für eine Wohltat, die Woche mit guten Gefühlen zu beginnen. Ich konzentriere mich und gehe in Gedanken die Aufgaben der kommenden Woche durch. Und für die schwierigen Aufgaben bedanke ich mich, weil ich sie mit leichtem Herzen erledigen werde. Eigentlich kam ich nur auf die Idee, mich in dieser Art auf die Woche zu konzentrieren, weil ich einen klugen Mann fragte: "Wer nicht genießen kann, ist ungenießbar? Was sagst Du denn dazu?" Ich weiß, die meisten Hörer dieser Sendereihe sind sehr neugierige Menschen. Natürlich verrate ich Ihnen, wer mir mit seinen Gedanken eine erfühle und erfüllte Woche schenkte. Es war Dr. Peter Marboe. Und er sagte: "Wer unter genießen versteht, sich auf Kosten anderer ein lustiges Leben zu machen, der oder die hat etwas grundsätzlich missverstanden. Der oder die kann auch kein Genussmensch sein, sondern ist eher ein empathieloser und ungenießbarer Mensch. Genießen - wenn man selber genießbar bleiben will, das hat mit Demut, mit einem offenen Herzen und einem Blick auf das Leben zu tun. Und trotz allem - einer tiefen Dankbarkeit, in dieser Welt sein zu dürfen."

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Renate Burtscher. Ein Walzer für niemand, eine Cavatine von Dvorak und eine von Mozart und Gedankenspiele über die Gelassenheit. Wolfgang Amadé steht knapp vor seinem 25. Geburtstag, in München wird intensiv geprobt, denn in wenigen Tagen, am 29. Jänner 1781, wird im Residenztheater die Premiere von "Idomeneo, Re di Creta" gegeben. Die Titelrolle der Oper singt ein Startenor aus Mannheim, Anton Raaff, immerhin schon 66 Jahre alt, aber sein Name verspricht immer noch Glanz und Prestige für das Theater. Eine Cavatine komponiert Mozart für ihn im 3. Akt, es ist Idomeneos schmerzerfüllte Anrufung an den Meeresgott Poseidon: "Accogli, o re del mar". Noch einmal fleht er um Gnade, das Todesurteil am Sohn Idamante nicht vollstrecken zu müssen. Herzzerreißend.

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Eine Bohne erobert die Welt. Der Agrar- und Ernährungshistoriker Ernst Langthaler spricht über Soja. Teil 1: Eine unscheinbare Pflanze Gestaltung: Ilse Huber Die Sojabohne ist eine Hülsenfrucht und stammt ursprünglich aus Asien. Doch in den letzten zwei Jahrhunderten hat sie sich weltweit in den gemäßigten Klimazonen ausgebreitet. Anfänglich als direkte protein- und ölreiche Nahrung für den Menschen angebaut, ist sie inzwischen zu einem wichtigen Viehfutter geworden, das über Sojamehl und Presskuchen wichtige Eiweißstoffe an Tiere liefert. Der Bedarf ist immer mehr gewachsen und Mitte der 1990er Jahre kreierte der Mensch eine gentechnisch veränderte Sojabohne - ertragsreich und widerstandsfähig gegen ein Pflanzenschutzmittel, das Konkurrenz-Beikräuter ausmerzt, der kleinen Sojabohnenpflanze aber nichts anhaben kann. Selbst der Vorzug, Luftstickstoff direkt binden zu können, wird für hohe Ernteerträge hinfällig: Es wird Kunstdünger auf die zigtausend großen Sojafelder ausgebracht. Flächen, die dem Naturraum hauptsächlich in Südamerika geraubt werden.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Klimagerechtigkeit

Kann man globale Umweltlasten gerecht verteilen (1)? Gestaltung: Monika Halkort Ein zentraler Ansatz der Idee von Klimagerechtigkeit ist, dass die zentralen Verursacher der Erderwärmung und des Klimaschadens in einer besonderen Verantwortung stehen, den weltweiten CO2 Ausstoß zu reduzieren. Dass der Maßstab und die Mittel dafür keineswegs selbstverständlich sind ist während des Klimagipfels in Glasgow im vergangenen Herbst wieder einmal deutlich geworden. Erneut ist es nicht gelungen, den Ländern mit dem höchsten Kohleverbrauch (Australien, China, Indien, Russland und den USA) einen verbindlichen Ausstieg aus der fossilen Brennstoffverbrennung abzuringen. Und auch Zusagen für Finanzhilfen, um den Umstieg auf erneuerbare Energien in Schwellen- und Entwicklungsländern zu ermöglichen, blieben so vage und unausgegoren wie zuvor. In der Vergangenheit haben sich solche Angebote zumeist auf Darlehen und Kredite beschränkt, die arme Länder noch weiter in die Verschuldung zwingen und sie verpflichten für Umweltschäden aufzukommen, die sie zwar am stärksten bedrohen, für die sie aber nur bedingt verantwortlich sind. Fragen von Gerechtigkeit lassen sich darüber hinaus nicht auf eine faire Verteilung von Kosten, Nutzen und Belastungen reduzieren. Sie betreffen immer auch den Zeithorizont in dem Schäden und Verluste betrachtet werden und welches Gewicht negativen Folgeerscheinungen beigemessen wird. In der Diskussion rund um Klimagerechtigkeit sind die Forderungen gemeinhin auf die Zukunft ausgerichtet. Damit nehmen sie in erster Linie die Überlebenschancen derjenigen, die noch nicht geboren sind, in den Blick. Die Verantwortung gegenüber denen, die bereits in der Vergangenheit der rücksichtlosen Ausbeutung von natürlichen Ressourcen zum Opfer gefallen sind, bleibt davon unberührt. Dem nicht genug: der unverhältnismäßige Anteil der führenden Industrienationen am weltweiten CO2 Ausstoß - allen voran Europa, Nord Amerika und Australien - wäre ohne die gewaltsame Unterwerfung rohstoffreicher Kolonien in Asien, Afrika und der Arabischen Welt kaum denkbar gewesen. Das toxische Erbe der Europäischen Imperial-Herrschaft bestraft die Länder des Südens damit dreifach. Nicht nur wurde ihnen eine ähnlich rasante Entwicklung zu globalen Technologie- und Wirtschaftsmächten versagt, ihre gewaltsame Vereinnahmung als Quelle billiger Arbeitskraft und Rohstoffe hat diese ungleiche Entwicklung sogar noch befeuert. Und sie zahlen auch die Umweltkosten dafür. Vor diesem historischen Hintergrund scheint die Frage nach einem angemessenen Maßstab für Klimagerechtigkeit weitaus schwieriger zu beantworten, als es im eng gefassten Zeitraster der Gegenwart ohnehin schon ist. Doch ein Dialog auf Augenhöhe zwischen Nord und Süd um einen Ausweg aus der Krise zu finden ist weit und breit nicht in Sicht.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Belarus' Aufbruch ins Ungewisse

Wie sich der letzte Diktator Europas behauptet (1). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Noch vor wenigen Jahren galt Belarus als weißer Fleck auf der Landkarte von Europa. Es war ein weitgehend unbekanntes Land, aus dem selten Nachrichten in die internationalen Medien gelangten. In der Regel war dann von Staatspräsident Lukaschenko die Rede, dem letzten Diktator Europas, wie er genannt wurde und wird. Im Jahr 2020 standen die Zeichen auf Veränderung. Massenproteste nach gefälschten Wahlen erfassten größere Teile der Bevölkerung als je zuvor. Die Belarussen überwanden die Passivität, die ihnen stets nachgesagt wurde. Die rege Beteiligung, teils sogar führende Rolle von Frauen an den Protesten sorgten für Aufsehen. Prominente Aktivist/innen, von denen nicht wenige inzwischen festgenommen wurden, gingen von Anfang an davon aus, dass ein politischer Wandel Jahre dauern werde. Alexander Lukaschenko konnte sich zunächst als Präsident behaupten, wobei er Unterstützung vom russischen Nachbar erhielt, der seit langem an einer engeren Anbindung von Minsk an Moskau interessiert war. Wie kann es weitergehen: Diese Frage beschäftigt nun die Zivilgesellschaft. Auch die EU ist gefordert, denn vor allem die Nachbarländer von Belarus, Litauen, Lettland und Polen fühlen sich durch die Flüchtlings- und Migrationspolitik von Minsk bedroht.

09.45 Uhr
Radiokolleg - Der Star-Dirigent Teodor Currentzis

Genie oder Scharlatan (1)? Gestaltung: Thomas Miessgang, Marie-Therese Sekwenz Teodor Currentzis gehört zu den faszinierendsten und gleichzeitig umstrittensten Dirigenten der Gegenwart. Kritiker sprachen zuletzt, etwa anlässlich seiner Auftritte bei den Salzburger Festspielen im vergangenen Sommer, von einem "schamlosen Egotrip" des Musikers und nannten ihn einen "Sektenführer" oder "Egomanen". Seine Anhänger hingegen verehren Currentzis wie einen Guru und pilgern hunderte von Kilometern, um eines seiner Konzerte zu sehen. Der Dirigent schafft es jedenfalls, im Gespräch zu bleiben und Öffentlichkeit und Feuilleton immer wieder neue Debattennahrung zu liefern. Die Karriere des 1972 in Athen geborenen Teodor Currentzis, den alle nur Teo nennen, gehört jedenfalls zu den ungewöhnlichsten der neueren Musikgeschichte. Schon als junger Mann zog er nach Sankt Petersburg, um dort bei der Dirigentenlegende Ilja Musin zu studieren. Danach arbeitete er in Nowosibirsk und Perm am Ural, wo er mit seinen Musikern wie in einer "Patchwork-Familie" lebte und in jahrelanger Arbeit seinen Klangkörper MusicAeterna formte, sowie den Neuen Sibirischen Sänger-Kammerchor gründete und 2018 den MusicAeterna Byzantina. Currentzis, der den traditionellen Frack des Dirigenten verabscheut und seine Streicher gern stehend spielen lässt, scheut vor den "Evergreens" der klassischen Musik nicht zurück, verpasst aber beispielsweise der 5. Sinfonie von Beethoven derart ungewöhnliche Tempi und Dynamiken, dass das alte Schlachtross wieder frisch und unerhört klingt. Der Mann aus Perm galt bald als Hoffnungsträger eines in seinen Routinen erstarrten Klassikbetriebes und inszenierte sich gerne als Rebell, der die Szene aufmischen wollte. Richtig berühmt wurde er in den Zehnerjahren, als er erst Mozarts "Requiem" und dann den Da Ponte-Opernzyklus auf Platte einspielte. Seit 2019 ist Currentzis auch als Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters tätig. Im Lauf der Jahre hat sich ein Currentzis-Kult entwickelt, der sicherstellt, dass der Musiker regelmäßig an allen Ersten Häusern und bedeutenden Festivals auftreten kann und dort geradezu rituell bejubelt wird. Wobei sich MusicAeterna keinesfalls nur auf die "Crowd Pleaser" der klassischen Tradition verlässt, sondern auch einen erheblichen Anteil zeitgenössischer Musik, häufig Uraufführungen, im Repertoire hat. Mittlerweile lebt und wirkt die Currentzis-Organisation in Sankt Petersburg und arbeitet in den Räumlichkeiten des "Dom Radio" an der Vervollkommnung des MusicAeterna-Klanges und am Ausbau des Repertoires - Probenzeiten werden nicht in Minuten und Stunden gemessen, sondern in Ergebnissen. Dass Teodor Currentzis nicht an mangelndem Selbstbewusstsein leidet, geht aus einem Satz hervor, den er einem britischen Journalisten nach ein paar Drinks diktierte, später aber wieder abschwächte: "Geben Sie mir fünf oder zehn Jahre, dann werde ich die klassische Musik retten."

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Philipp Weismann Ouvertüren und Konzertarien aus Tiroler Archiven Die Musiksammlung des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum ist reich an musikalischen Schätzen, darunter sind zahlreiche Werke von heute längst vergessenen Komponisten. Dort befindet sich auch die historische Bibliothek des Innsbrucker Musikvereins, der wichtigsten Institution für die Musikausbildung und das öffentliche Konzertwesen in Tirol im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Eine neue CD mit dem Orchester der Akademie St. Blasius unter der Leitung von Karlheinz Siessl stellt nun ein fiktives Konzert nach, eine "musicalische Academie", wie sie Mitte des 19. Jahrhunderts im Innsbrucker Musikverein stattfinden hätte können. Zu hören sind (Konzert-)Ouvertüren und Konzertarien - zwei Gattungen, die im 19. Jahrhundert den Konzertsaal eroberten. Die Komponisten haben allesamt einen Tirolbezug, auch wenn manche außerhalb ihrer Heimat Karriere machten, wie etwa Josef Netzer oder Johann Rufinatscha.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

Ex libris Nachlese Iwan Schmeljow: "Der Mensch aus dem Restaurant", Roman, Die Andere Bibliothek (Übersetzung: Georg Schwarz). Es liest Till Firit 1911 erschien in Russland der Roman "Der Mensch aus dem Restaurant" von Iwan Schmeljow. Geschult an Puschkin, Gogol und Dostojewski, hat er darin nach der gescheiterten Revolution von 1905 das Urbild des anständigen Dieners entworfen, den Kellner von der traurigen Gestalt, den elenden Arbeiter, dessen Sittlichkeitsgefühl und Güte ihn über seine Herren erhebt. Eines Tages wird der tadellose Kellner Skorochodow von seinem Untermieter wegen einer Nichtigkeit bei der Polizei verleumdet, und beginnt eine Verkettung der kleinen und großen Unglücke: Aufrührerischer Gesinnung verdächtig, wird sein Sohn erst der Schule verwiesen und schließlich eingekerkert - Skorochodow, der sich bisher in sein Schicksal fügte, beginnt einen Sinn für Ungerechtigkeit und Missstände zu entwickeln. Iwan Schmeljow floh nach der Revolution von 1917 nach Paris -für seinen menschlich-zugewandten Blick war in der Sowjetära kein Platz. Nun ist sein Roman "Der Mensch aus dem Restaurant" in deutscher Übersetzung erschienen.

11.25 Uhr
Schon gehört?

1. The Art of Assembly 2. Coma 3. Schwarzes Meer Künstlergespräch in Wien Das Online-Gespräch "The Art of Assembly" mit dem Theaterregisseur Milo Rau findet am kommenden Samstag, den 29. Jänner um 17:30 Uhr - als Online-Gespräch in englischer Sprache - im Wiener Brut statt. Theater in Wien "Coma" - zu sehen ab 27. Jänner im Wiener Schauspielhaus. Die nächste Veranstaltung, für die es noch Karten gibt, ist am kommenden Samstag, den 29. Jänner um 20 Uhr. Theater in St.Pölten Am Landestheater Niederösterreich wird die Uraufführung des Stückes "Schwarzes Meer" vom renommierten deutschen Theaterregisseur und ehemaligen Berliner Volksbühne Intendanten Frank Castorf inszeniert.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Katharina Hirschmann. Daniil Trifonov widmet sich auf seinem aktuellen Album Bach und dessen Söhnen. Es ist ein Familienalbum, das Daniil Trifonov hier vorgelegt hat. Schon der Titel weist darauf hin: Es geht ums Leben, um Generationen und das Fortleben von Traditionen. Insofern ist es nur logisch, dass mit "Bach" nicht nur Johann Sebastian Bach gemeint ist, sondern seine Söhne gleich mit. Werke von allen vier komponierenden Bach-Söhnen sind auf dem vorliegenden Album versammelt und Trifonov begegnet ihnen allen mit derselben Hochachtung, wenngleich er sich dabei nicht der historisch informierten Aufführung verschreibt, sondern einen subjektiven Weg geht, etwa in der individuellen Tempogestaltung. Herzstück des Albums bildet "Die Kunst der Fuge" und hält für das Publikum eine besondere Überraschung bereit: Trifonov, der selbst ein versierter Komponist ist, hat ein sich nahtlos anschließendes, stilistisch angemessenes Ende des letzten, unvollendeten Contrapunctus geschrieben. Es macht seine intensive Auseinandersetzung mit Bach und dessen Werk deutlich, was sich auch in der Interpretation widerspiegelt.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

Wie kann die Zukunft der Langzeitpflege aussehen? Gäste: Dr.in Elisabeth Rappold, Soziologin, Pflegewissenschaftlerin und Koordinatorin für den Bereich Gesundheitsberufe in der GÖG; Dr. phil. Kai Leichsenring, Direktor des Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung. Moderation: Elisabeth Scharang Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79, E-Mails an punkteins(at)orf.at Letzten Oktober wurde der dramatische Personalmangel im Pflegebereich von einem breiten Zusammenschluss von Sozial- und Pflegeeinrichtungen öffentlich gemacht und ein rasches Handeln der Politik gefordert. Aus dem Personalnotstand sei eine Versorgungskrise geworden, hieß es. Wie wird in der kommenden Pflegereform auf die angespannte Situation in der Langzeitpflege reagiert? Welche Modelle gibt es, die die Langzeitpflege zukunftstauglich machen kann und zu einer größeren Zufriedenheit der Beschäftigten führt? Wie kann man Menschen in die Pflegeberufe holen und was braucht es, um sie in dem Beruf auch halten zu können? "Das System lebt zurzeit vom hohen Grundethos der Pflegekräfte", kommentiert der Sozialforscher Kai Leichsenring die Lage. "Bereits 2017/18 haben wir eine Umfrage unter Menschen gemacht, die in der Langzeitpflege arbeiten. Bis zu 40% konnten sich bereits vor der Pandemie nicht vorstellen, den Beruf bis zu ihrer Pension auszuüben. Auf der anderen Seite ist gerade in dieser Berufsgruppe der Grundethos sehr hoch. Über 80% der Pflegekräfte lieben die Arbeit mit anderen Menschen. Davon lebt unser System", sagt Kai Leichsenring, Social Policy Analyst u.a. im Bereich der Langzeitpflege in Europa. Er ist Teil eines internationalen Netzwerks von Wissenschaftler*innen, die sich zum Thema Langzeitpflege austauschen. "Die starke Abhängigkeit von informeller Pflege und Betreuung ist charakteristisch für die Langzeitpflege, nicht nur in Österreich. Allerdings ist das System der 24-Stunden-Betreuung durch Personenbetreuerinnen aus benachbarten Niedriglohnländern durchaus ein österreichisches Spezifikum. In Schweden zum Beispiel kennt man dieses System nicht, weil es dort ein besser ausgebautes Netz formaler Dienste und mehr Heime gibt." Die Soziologin und Pflegewissenschaftlerin Elisabeth Rappold entwickelt für Institutionen wie die Caritas Pflegekonzepte. Als Koordinatorin für die Gesundheit Österreich GmbH, das nationale Forschungs- und Planungsinstitut für Gesundheitswesen, erstellt sie Prognosen für einzelne Bundesländer in Sachen Personalbedarf im Pflegebereich. Das Gesundheits- und Pflegewesen durchläuft einen großen Veränderungsprozess. Themen wie Digitalisierung, demografischer Wandel und der akute Fachkräftemangel sind nicht neu, aber durch die Pandemie verstärkt. Wie wird die Situation in der Pflege 2030 in Österreich aussehen und welche Weichen müssen gestellt werden, damit das Langzeitpflegesystem sowohl den Bedürfnissen der zu pflegenden Menschen als auch denen der Pflegekräfte standhält? Darüber spricht Elisabeth Scharang mit ihren Gästen und mit Ihnen: Die Redaktion freut sich über Ihre Anrufe in der Sendung - kostenfrei innerhalb Österreichs unter 0800 22 69 79 - oder über Ihr E-Mail an punkteins(at)orf.at.

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Alte Musik im Konzert. Frantisek Ignac Antonin Tuma: Stabat Mater * Jan Dismas Zelenka: Missa Omnium Sanctorum. Collegium 1704, Collegium Vocale 1704, Leitung: Václav Luks (aufgenommen am 3. Juli 2021 im Kollegium St. Michael in Fribourg, Schweiz). Präsentation: Helene Breisach

15.30 Uhr
Moment

Wie pensionierte Polizei- und Militärhundeführer ihre Ex-Diensthunde auf Trab halten Sie verfolgen die Fährte von Einbrechern oder abgängigen Senioren aus dem Altersheim, stöbern Suchtgift auf oder bewachen Munitionslager. Die Diensthunde bei Polizei und Militär leben von Beginn an bei ihren Hundeführerinnen und Hundeführern zuhause. Ab ihrem zehnten Lebensjahr dürfen sie keine Einsätze mehr machen. Geht ihr Herrl schon zuvor in Pension, bekommt der Hund einen neuen Diensthundeführer. Es sei denn, das Tier ist bereits sechs Jahre alt, dann darf es mit in Pension gehen. Wie selbstverständlich trainieren die Hundeführer im Ruhestand ihre Hunde weiter, lassen sie nach Schlüsselbunden und Suchtgift suchen und gehen stundenlang mit ihnen spazieren. Doch sie sind nicht mehr so streng wie früher und lassen ihnen einiges durchgehen. Hund und Herrl genießen ihre Freiheit. Gestaltung: Jonathan Scheucher Randnotizen: Johann Kneihs

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Rudi besucht Österreichs einzigen Eislaufschuhhersteller Letztens war Rudi zum allerersten Mal mit seiner Klasse Eislaufen. Schnell ist er draufgekommen, dass Eislaufen nicht nur schwer, sondern eigentlich auch ein ziemlich komischer Sport ist. Obwohl er auch seinen Spaß hatte, versteht er noch nicht ganz, warum sich die Zweibeiner freiwillig auf eine rutschige Oberfläche begeben. Außerdem fand er die Schuhe ziemlich eng. Günter Greiner ist der Geschäftsführer von WIFA - das ist die einzige Eislaufschuhfabrik in Österreich. Er erklärt Rudi, warum die Schuhe so eng sein müssen und was das Schöne am Eislaufen ist. Günter Greiner: "Ich verstehe, dass du als Hund da Schwierigkeiten hast. Wir Menschen tun uns bestimmt ein bisschen leichter - vor allem mit den Eislaufschuhen. Man kann sich damit sehr schnell fortbewegen und das ist auch viel weniger anstrengend als das Laufen. Es ist auch ein ganz besonderes Gefühl, denn wenn du am Eis dahingleitest, ist das fast so wie Fliegen." Gestaltung: Amba Botland

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Passagen

Die literarische Soiree Mitschnitt aus dem Literaturhaus am Inn in Innsbruck vom 15.12.2021 Moderation: Gudrun Hamböck Bearbeitung: Robert Weichinger Die Literarische Soiree rückt die Gegenwartsliteratur in den Mittelpunkt: Autor/innen, Kritiker/innen und Literaturwissenschafter/innen diskutieren über aktuelle, internationale Neuerscheinungen, heimische und internationale. Es wird debattiert, analysiert und Empfehlungen abgegeben. Es diskutieren: Maria Piok (Literaturhaus am Inn, Literaturwissenschafterin an der Uni Innsbruck) Veronika Schuchter (Literaturwissenschafterin an der Uni Innsbruck und Literaturkritikerin) und: Joachim Leitner (Kulturjournalist der Tiroler Tageszeitung) Moderation: Gudrun Hamböck Buchauswahl: Ferdinand Schmalz: Mein Lieblingstier heißt Winter (S. Fischer) Shida Bazyar: Drei Kameradinnen (Kiepenheuer Witsch) Jonathan Coe: Mr. Wilder und ich (Folio Verlag)

16.55 Uhr
Digital.Leben

Das neue Jahr mit weniger Datenschleudern beginnen Das neue Jahr ist noch jung. Zu dieser Zeit bemühen sich viele, sich selbst zu verbessern. Die einen machen "Dry January", also trinken einen Monat keinen Alkohol; andere versuchen, die weihnachtlichen Kekse-Exzesse mit gesunder Kost auszugleichen. Dabei könnte man auch einmal eine andere Form der Reduzierung andenken. Stichwort: Data Detox. Damit ist gemeint: die Daten reduzieren, die wir überall hinterlassen. Eine Anleitung dafür gibt es in einem "Data Detox Kit". Der verspricht alltägliche Schritte, mit denen man seine digitale Privatsphäre, Sicherheit und Wohlbefinden kontrollieren kann. Irmi Wutscher hat sich von Safa Ghnaim von der NGO Tactical Tech konkrete Tipps zur Umsetzung geholt. Redaktion und Moderation: Ulla Ebner

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Rainer Elstner. Neues von der arrivierten Band The Base und den Newcomern Oxyjane Die Grazer Band The Base gehört zu den Konstanten im heimischen Musikleben. Das Trio rund um Sänger Norbert Wally (aktuell mit Albrecht Klinger am Bass und Gründungsmitglied Karlheinz Miklin jr. an den Drums) bringt seit 1989 mit Beharrlichkeit stilistisch vielfältige Platten heraus. Am 28. Jänner 2022 erscheint "Lick A Stone Kill A Fly" - diesmal geht es weiter Richtung Rock'n'Roll, flankiert von dem einen oder anderen kräftigenden Bläsersatz. Ein junges Trio aus Graz setzt stilistisch dort an, wo The Base künstlerisch hineingeboren worden sind: die frühen 1990er Jahre. Oxyjane hat sich rund um die Sängerin, Songwriterin und Gitarristin Selina Galka formiert. 2020 gab es große Pläne, mit dem ersten Lockdown war die geplante Tournee zum Mini-Album aber Makulatur. Ein Debüt-Album plus Tournee - das alles wollen Oxyjane nun nachholen. Die Single "Don't Take It for Granted" vertröstet inzwischen.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Alltag im Alten Rom mit: Barbara Borgers, Institut für klassische Archäologie, Universität Wien Gestaltung: Barbara Matzner-Volfing Wer kennt sie nicht, die kleinen oder großen Routinen des Alltags. Nicht immer freiwillig gewählt, doch stets präsent sind diese Handlungen keinesfalls eine Ausformung der Moderne. Sie finden sich bereits im antiken Rom, wo der Alltag der Bürger auch durch häusliche, soziale, politische und kultische Aspekte bestimmt war. Doch welche Fixpunkte hat es im Tagesablauf gegeben? Spielten Status oder Beruf eine Rolle in der Gestaltung dieser Alltagsroutinen? Und wie lassen sich diese Aspekte des antiken Lebens heute nachvollziehen? Diesen Fragen widmet sich die Archäologin Barbara Borgers mit einem Einblick in den facettenreichen Alltag im Alten Rom.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Das Gebirge zwischen der Iberischen Halbinsel und dem restlichen Europa ist reich an kuriosen Orten. Gestaltung: Oliver Neuroth Die Pyrenäen sind nicht einfach nur eine 450 Kilometer lange Bergkette zwischen Atlantik und Mittelmeer, die Frankreich von Spanien trennt. Sie sind auch ein Ort voller Kuriositäten: In einem Tal sprechen die Bewohner eine eigene Sprache, Aranesisch, das es in Katalonien sogar zur Amtssprache geschafft hat. Etwas weiter östlich liegt die Exklave Llivia, eine spanische Kleinstadt auf französischem Territorium. Und das ebenfalls in den Pyrenäen gelegene Fürstentum Andorra ist ein Kuriosum für sich: ein Steuer-, Shopping- und Skiparadies mit großen Verkehrsproblemen. Und der einzige Staat der Welt, in dem zwei ausländische Amtsträger gemeinsam die Funktion des Staatsoberhaupts wahrnehmen.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Hallstätter Salz in Böhmen Handelsbeziehungen und Güterverkehr in der Urgeschichte Von Birgit Dalheimer Die Kupferzeit hatte gerade begonnen, da wurde das neue Metall schon mehrere hundert Kilometer weit gehandelt. Das Kupfer des Beils, das Ötzi, der berühmte Mann aus dem Eis, bei seinem Tod vor rund 5.300 Jahren bei sich hatte, stammte aus der südlichen Toskana. Gut zweieinhalb tausend Jahre später, in der Eisenzeit, wurden in Hallstatt bis zu 1,3 Tonnen Salz täglich aus dem Berg geholt und in die nähere und fernere Umgebung gebracht, zumindest bis ins heutige Böhmen. Auch Schweinespeck aus Hallstatt war in den gesamten Ostalpen beliebt. Das sind nur drei Beispiele für die ausgedehnten Handelsbeziehungen, die schon ab dem Ende der Jungsteinzeit in Europa bestanden haben müssen. Wie aber waren die Menschen damals unterwegs? Welche Lasttiere hatten sie, welche Behältnisse für ihre Waren? Welche Rolle spielten Flüsse als Transportwege? Mit welchen Gütern wurde gehandelt und was wogegen getauscht?

19.30 Uhr
On stage

Das Quintett chuffDRONE live im Wiener RadioKulturhaus Nach der Umbesetzung - Saxofonist Robert Schröck und der aus der Schweiz nach Wien übersiedelte Pianist Jul Dillier kamen neu in die Band - hat sich das Wiener Quintett chuffDRONE 2020 mit dem auf Vinyl bzw. CD veröffentlichten Doppelalbum "Actio" / "Re:actio" zurückgemeldet. Die süffigen, groovigen, formal durchdachten Eigenkompositionen aller fünf Bandmitglieder - aus der Gründungsbesetzung von 2012 sind Lisa Hofmaninger (Sopransaxofon, Bassklarinette), Judith Ferstl (Kontrabass) und Judith Schwarz (Schlagzeug) weiterhin dabei - festigten den Ruf der Formation als spannende Fixgröße des aktuellen österreichischen Jazz. Im Zuge der heutigen Live-Übertragung aus dem Studio 3 des Wiener RadioKulturhauses stellt chuffDRONE sein neues Programm vor. Die Musiker/innen schreiben dazu: "Besonders während der Pandemie hatte die Band viel Zeit, gemeinsam an neuen, langformatigen und feinstrukturierten Spielkonzepten zu arbeiten, bei denen ein Teil der musikalischen Mosaiksteine bewusst frei gelassen wird, sodass das fertige Werk jeweils erst im Moment der Aufführung entsteht. Um dieses spontane Element des neuen Programms einzufangen, hat sich chuffDRONE entschieden, sein neues Album als Live-Session mit Publikum aufzunehmen." Dieses Werk wird übrigens 2022 im Rahmen der Edition "Ö1 - Jazz Contemporary" erscheinen. Das heutige Konzert eröffnet also einen spannenden Blick voraus!

21.00 Uhr
Ex libris

Bücher, Menschen, Themen

21.55 Uhr
Schon gehört?

1. The Art of Assembly 2. Coma 3. Schwarzes Meer Künstlergespräch in Wien Das Online-Gespräch "The Art of Assembly" mit dem Theaterregisseur Milo Rau findet am kommenden Samstag, den 29. Jänner um 17:30 Uhr - als Online-Gespräch in englischer Sprache - im Wiener Brut statt. Theater in Wien "Coma" - zu sehen ab 27. Jänner im Wiener Schauspielhaus. Die nächste Veranstaltung, für die es noch Karten gibt, ist am kommenden Samstag, den 29. Jänner um 20 Uhr. Theater in St.Pölten Am Landestheater Niederösterreich wird die Uraufführung des Stückes "Schwarzes Meer" vom renommierten deutschen Theaterregisseur und ehemaligen Berliner Volksbühne Intendanten Frank Castorf inszeniert.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Klimagerechtigkeit. Kann man globale Umweltlasten gerecht verteilen (1)? Gestaltung: Monika Halkort Belarus' Aufbruch ins Ungewisse. Wie sich der letzte Diktator Europas behauptet (1). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Der Star-Dirigent Teodor Currentzis. Genie oder Scharlatan (1)? Gestaltung: Thomas Miessgang

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Spurensuche. Anestis Logothetis und Wladimir Pantchev Am 27. Oktober 2021 hätte der griechisch-österreichische Komponist Anestis Logothetis den 100. Geburtstag gefeiert. Als Abrundung der vielen Veranstaltungen, die dazu auch in dessen zweiter Heimat Österreich stattgefunden haben, widmet sich unsere "Zeit-Ton"-Spurensuche seinen faszinierenden Werken, in denen er eine besondere, nicht nur grafische Notationsweise zur Perfektion geführt hat. Der bulgarische Geburtsort von Logothetis ist zumindest ein territoriales Bindeglied zur anderen in dieser Sendung vorgestellten Musik: Ihr Urheber ist nämlich der aus diesem Land stammende Wladimir Pantchev, der seine Karriere ebenfalls in Österreich zu einem Höhepunkt bringen konnte. Ausdrucksstarke Beispiele seiner feinsinnigen Kompositionen werden als Hommage an ihn erklingen, der am 8. September 2021 im 73. Lebensjahr überraschend in Wien verstorben ist. Gestaltung: Hannes Heher

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten