Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Radiokolleg

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Jedermanns Juden". Die Direktorin des Jüdischen Museum Wien, Danielle Spera, erzählt über jüdische Protagonist/innen in der hundertjährigen Geschichte der Salzburger Festspiele 1920 wurden die Salzburger Festspiele als katholisch-neobarockes Spektakel gegründet, doch gerade viele Wiener Jüdinnen und Juden förderten hier die Wiederbelebung des Österreich-Gedankens auf der Bühne. Neben der erwarteten Tradition fand sich auch überraschend viel Avantgarde auf dem Programmzettel, sogar ein Werk von Arnold Schönberg wurde 1928 aufgeführt. Während des Austrofaschismus erfolgte eine Politisierung, da sich Österreich als besserer deutscher Staat präsentieren wollte. 1938 schließlich wurden die Festspiele im Sinne der "Rassentheorie" der Nazis ideologisch uminterpretiert, Jüdinnen und Juden waren nicht mehr erwünscht und wurden vertrieben. In der Nachkriegszeit fanden sich nur wenige jüdische Protagonisten und Protagonistinnen unter den Regisseuren und Darstellern. Dazu ist eine Ausstellung im Jüdischen Museum Wien geplant. Im Zentrum der von Marcus G. Patka und Sabine Fellner kuratierten Ausstellung stehen einige noch nie gezeigte Objekte aus dem Nachlass von Max Reinhardt sowie vielfältige Kunstwerke, die den Aufstieg der Festspiele bis heute, sowie die Lebenswege der verschiedenen handelnden Personen, ihre Karrieren und Fluchtwege nachzeichnet. Von ihnen erzählt die Direktorin des Jüdischen Museums Wien, Danielle Spera, in ihren "Gedanken für den Tag". - Gestaltung: Alexandra Mantler

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Hans Georg Nicklaus. Zwei Fugen, die eine messerscharf, die andere butterweich, und der Klang einer Gambe im "Gypsy-Baroque"-Stil. "Where have you been Bolet?" betitelt 1973 die New York Times ein Porträt des Pianisten Jorge Bolet, sinngemäß also: wo bist du gewesen, warum haben wir dich so lange übersehen? Fast 60 Jahre musste der "Gentleman am Klavier" alt werden, ehe ihm der Durchbruch als Pianist gelang. Hier ein Livemitschnitt aus dem legendären Konzert, das Bolets Durchbruch brachte. Carnegie Hall 1974, 25. Februar, auf dem Programm nicht gerade Seltenes: Préludes von Chopin.

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Der Zoologe Walter Hödl über seine Forschungsreisen in die Tropen. Teil 3: Kleine Tiere mit großen Fähigkeiten Gestaltung: Renate Pliem Seit den 1970er Jahren ist Walter Hödl begeisterter Froschforscher. Seine Arbeit begann im Labor - er schrieb seine Dissertation über die Retina der Froschaugen. Doch dann der Sprung "ins kalte Wasser": ein einjähriger Forschungsaufenthalt in Amazonien. Der größte Regenwald der Erde galt als die "grüne Hölle" - Walter Hödl war der erste, der dort Froschforschung betrieb. An den "schwimmenden Wiesen" des Amazonas nahm er mit einem Tonbandgerät die Laute von 15 verschiedenen Froscharten auf und fand heraus, dass sich diese durch unterschiedliche Frequenzen unterscheiden, ähnlich wie Trägerfrequenzen bei Radiostationen. Einmal im Jahr forscht Walter Hödl mit seinen Mitarbeiter/innen in Französisch-Guyana, wo sie - mitten im Regenwald - "Haustiere" haben: kleine (quasi ungiftige) Pfeilgiftfrösche, die, durch Pfeifen angelockt, direkt zu den Menschen hüpfen und für wissenschaftliche Versuche zu Bioakustik, Territorial- oder Heimfindeverhalten zur Verfügung stehen. Auf Borneo entdeckten Walter Hödl und sein Team an rauschenden Bergbächen Winkerfrösche, die mit winkenden Bewegungen der Hinterbeine kommunizieren, da die Stimmen der Tiere in der lauten Umgebung sonst untergehen würden. Auch in Indien und Brasilien fand Walter Hödl Winkerfrösche. Auf der Suche nach Tieren mit dieser speziellen Anpassung entdeckte der Wissenschaftler in Afrika dann "Blinkerfrösche", die ihre Schallblasen als Signalgeber nützen.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - 100 Jahre Salzburger Festspiele

Eine Geschichte in 1.000 Facetten (3). Gestaltung: Nadja Kayali, Michela Schierhuber Friedensprojekt, "großes Welttheater", Weltmarke und "Zentrum der Kunst": all das und noch viel mehr sind die Salzburger Festspiele nun schon seit genau 100 Jahren. Die Idee für ein Festival von Weltrang gärte schon viele Jahre bevor am 22. August 1920 erstmals der Salzburger Domplatz zur Bühne für den "Jedermann" wird. "Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes", aus der Feder von Hugo von Hofmannsthal in einer Inszenierung von Max Reinhardt, vereint künstlerisch zwei der Gründerväter des Festivals. Der Wunsch, in der Mozartstadt seinem Genius loci regelmäßig ein künstlerisches Denkmal zu setzen, kursierte bereits seit den 1840er Jahren. Gemeinsam mit Richard Strauss, Franz Schalk und Alfred Roller wurde schließlich nach Ende des Ersten Weltkriegs die Vision eines "Wallfahrtsorts der Kunst" konkret. Nach den Gräueln der Kriegsjahre sollte die Kunst ganz bewusst zu einem - auch international - einenden Band werden. Doch der künstlerische Blick in die Vergangenheit war und ist auch immer mit einem Blick in die Gegenwart und Zukunft verbunden: schon mit Richard Strauss war zu Gründerzeiten ein zeitgenössischer Komponist prominent vertreten, Werke von Gottfried von Einem, Friedrich Cerha, Luciano Berio, Krzysztof Penderecki oder Kaija Saariaho standen und stehen auf dem Spielplan, Nachwuchsprogramme für zeitgenössische Komponist*innen, junge Regisseur*innen und Sänger*innen zähl(t)en ebenso zum umfassenden Programm der Salzburger Festspiele. Trotz, oder wohl gerade wegen der Maxime, die besten Künstlerinnen und Künstler aus jeder Sparte zu vereinen, bieten die Salzburger Festspiele wie kaum ein anderes Festival die Möglichkeit zu einem triumphalen Debut oder einem legendären Einspringen. Denn bei den Salzburger Festspielen zählen nicht nur die Dramen auf der Bühne, sondern auch jene dahinter: spätestens seit der Ära Karajan hat auch der internationale Jetset in der Mozartstadt Einzug gehalten und ist fixer Bestandteil der Berichterstattung. Ein Faktum, das manchmal das feinziselierte Programm auf "Highlights" zu beschränken versucht. Aber ein Blick in die scheinbar "unspektakulären" Konzerte und Schauspielabende rückt das Bild rasch zurecht. In ihrer 100-jährigen Geschichte sind die Salzburger Festspiele auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Stadt und Land Salzburg geworden. Gleichzeitig gelingt es den Salzburger Festspielen in ihrem hohen Anspruch an die Kunst auch das heimische Publikum in Salzburg einzubinden, nicht zuletzt durch das "Fest zur Festspieleröffnung" oder das mannigfaltige Nachwuchsprogramm, wie günstige Jugendabos. Damit ein so großes Unterfangen mit rund 200 Aufführungen in knapp 40 Tagen sicher über die Bühne gehen kann, bedarf es vieler kleiner Rädchen, die ineinandergreifen, um das große Ganze - also das "Große Welttheater" - bilden zu können. Im Scheinwerferlicht steht also nicht nur die Festspielgeschichte auf der Bühne, sondern auch die 1.000 Facetten dahinter.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Intensivmedizin

In der Blackbox (3). Gestaltung: Christina Höfferer In der Coronakrise war Italien der erste europäische Intensivpatient. Damit rückte ein Thema ins Blickfeld, das sonst kaum in den Schlagzeilen auftaucht. Die Intensivmedizin ist eine Blackbox. Wenige kommen hinein, viele kommen nicht mehr heraus aus Stationen, die mit höchster Technik ausgerüstet sind und speziellstes Know How bieten. Was passiert in den Intensivstationen? Wie sind sie organisiert, wie ausgestattet? Höchst unterschiedlich, zeigte der europäische Vergleich aus Anlass der Coronakrise. Ausgangspunkt Südtirol: Der Gastwirt Otto Egger hat sich auf seiner Berghütte in Meran im Kundenkontakt mit Covid 19 infiziert: "Nach vier Tagen bin ich aufgewacht, und dann bin ich nicht mitgekommen, wo ich bin, ich hörte eine fremde Sprache." Otto Egger war mit dem Flugzeug aus Südtirol nach Chemnitz in Deutschland gebracht worden, wo sein Leben gerettet wurde. "Die Mitarbeiter auf der Intensivstation haben auf mich geschaut, wie wenn ich ihr Kind wäre." Elena Costantini ist Reanimationsmedizinerin im Humanitas Krankenhaus in Mailand. "Ich verbringe die meiste Zeit meines Lebens in der Intensivmedizin, ich weiss, dass wirkt bedrückend, aber für mich ist es ein Ort der Hoffnung, wo Ärzte und Pfleger in sehr schwierigen Situationen zusammenarbeiten um Leben zu retten."

09.45 Uhr
Radiokolleg - Lexikon der österreichischen Popmusik

Dorian Concept, Eela Craig, Christina Stürmer, Boris Bukowski (3). Gestaltung: Thomas Mießgang, Walter Gröbchen, Stefan Niederwieser, Al Bird Sputnik *Christina Stürmer* Christina Stürmer ist mehrfach Erste. Sie ist die erste Österreichin an der Spitze der deutschen Albumcharts, die erste Figur im Wachskabinett Madame Tussauds in Wien und die erste Zweite bei Österreichs erster Casting Show. Als sie an Starmania im ORF teilnimmt, ist Christina Stürmer ist 20 Jahre alt. Die Musikindustrie kämpft da gerade um ihre Zukunft. Seit der Jahrtausendwende schrumpft ihr Geschäft dramatisch, auf die New Economy hat sie lange Jahre keine Antwort. Einerseits sind die Such-Riesen, Smartphone-Leviathane und Filesharing-Hydras ihr technologisch überlegen, andererseits zerschlagen PR-Kampagnen und Gerichtsprozesse gegen Musikpiraterie, die große Musiklabels betreiben, viel Porzellan bei der Zielgruppe. Nur für einige Monate sprudelt das Geschäft mit Klingeltönen. Und dann gibt es noch Casting Shows. Sie sind ein Produkt dieser Zeit, denn Mobilfunk ermöglicht das schnelle und einträgliche Abstimmen per SMS, auf Websites schrumpft mit Webcams die Distanz zu den neuen Stars, die in lokalen Märkten auf laufenden Band produziert werden sollen. Christina Stürmer gewinnt ihre Casting Show nicht - entgegen aller Erwartungen. Dafür werden ihr Deutschpop-Songs auf den Leib geschrieben, mit denen sie schnell am wesentlich größeren deutschen Markt reüssiert. Das Image des Mädchen von Nebenan - immer fröhlich, immer gut gelaunt - schreibt sich fast von selbst, ihr österreichischer Dialekt, der einer Karriere in Deutschland angeblich im Weg stehen soll, verschwindet zusehends. Rock gilt damals als Sound der Stunde, in der Form von Bands, die sich The Strokes, The Killers oder The White Stripes nennen, schwappt er auf Europa über. Die Themen sind nicht sehr kompliziert, am deutschen Markt werden sie noch weiter eingedampft. Sie handeln vom richtigen Lebensgefühl, sich treu bleiben, sich nicht verbiegen, nicht genug vom Leben bekommen - und obwohl das vereinzelte Individuum im Zentrum dieser Songs steht, ist gelegentlich auch Platz für klassische Liebeslieder. Politische Botschaften werden vermieden, gegen die Verwendung von Songs im Wahlkampf geht man dennoch rechtlich vor, für etwas Aufregung sorgt dann eine Interpretation der Österreichischen Bundeshymne mit neuem Text, der die großen Töchter des Landes würdigt. Mit Werbedeals schwindet dann auch der Erfolg von Christina Stürmer, mehrfach wechselt das Management. Ihre Alben erreichen in den Zehner Jahren weiterhin Gold, Platin, das mitunter auch in Deutschland. Die Verkaufszahlen schrumpfen zwar, mit insgesamt über einer Million verkaufter Tonträger ist Christina Stürmer die erfolgreichste Musikerin des Landes. Das Feuilleton nimmt es wie zuvor schon mit Schulterzucken hin. Gestaltung: Stefan Niederwieser

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Stephanie Maderthaner. "Ludwigs Sonatensommer": Eine Beethoven-Freundin bekommt eine Sonate Ludwig van Beethoven: Sonate für Klavier in A-Dur op. 101 (Vladimir Horowitz/Klavier) "Es ist die Stille, die zählt. Nicht der Applaus," so eine Äußerung von Vladimir Horowitz. "Jeder kann Applaus haben. Aber die Stille vor und während des Spiels - das ist das Größte." Still und wie aus dem Nichts beginnt auch die teilweise nicht greifbare Sonate op. 101. Im Jahr 1813 begann Beethoven, sie zu schreiben; 1817 wurde sie veröffentlicht. Er widmete sie der Pianistin Dorothea Ertmann - sie interpretierte bei "großer physischer Kraft seine Werke ganz in seinem Geiste," meinten Zeitgenossen. Ihr Können muss außerordentlich gewesen sein - allein, um den letzten Satz der Sonate op. 101 zu meistern, der in einem polyphonen Fugato zum Schwersten gehört, was Beethoven je für dieses Instrument geschrieben hat.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

100 Jahre Salzburger Festspiele. "Lucidor". Von Hugo von Hofmannsthal. "Es ist den Menschen im Allgemeinen nicht gegeben, zu sehen, was ist", heißt es leichthin in Hugo von Hofmannsthals Erzählung "Lucidor" über den Dreh- und Kipppunkt ihrer Handlung: nämlich jener Verkleidung, die aus dem Mädchen Lucile den Knaben Lucidor macht. Am Anfang stehen in dieser Geschichte die Geldsorgen der verarmten adeligen Witwe von Murska und die Suche nach einer rettenden Partie für ihre ältere Tochter Arabella, am Ende steht die Liebe. Und dazwischen gibt es Rollenwechsel bei Tag und bei Nacht. Wer die Strauss-Oper "Arabella" kennt, dem könnte einiges bekannt vorkommen. Für die erst nach Hofmannsthals Tod uraufgeführte Oper arbeiteten der Komponist Richard Strauss und der Dichter ein letztes Mal zusammen - und Hofmannsthal spann im "Arabella"-Libretto den Stoff seiner fast zwei Jahrzehnte zuvor veröffentlichten Erzählung weiter. Der Schriftsteller mit dem unüberschaubar vielseitigen Werk hatte lange vorgehabt, seinen "Lucidor" einer weiteren Bearbeitung zuzuführen. Die Erzählung trug schon bei ihrer Ersterscheinung den Untertitel "Figuren zu einer ungeschriebenen Komödie". Gestaltung: Antonia Löffler

11.25 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1. Viola Hammer: Places Gestaltung: Stephan Pokorny Für ihr erstes Soloprogramm begibt sich die steirische Pianistin und Komponistin Viola Hammer an erträumte und reale Orte, die auf ihrem Weg von Bedeutung waren und sind. Dachböden, Sümpfe und Abbruchhäuser werden so zu Schauplätzen imaginärer Spielfilme, zu denen Viola Hammer den Soundtrack schreibt. Die Fragestellung, welche prägenden Erlebnisse und bleibenden Erinnerungen den Menschen zu dem machen, was er ist, zieht sich als roter Faden durch das Album. Faszinierende Sound-Gemälde von ungeheurer Spannkraft und Dichte, die uns Einblick gewähren in die bunte Klangwelt der Pianistin.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Helene Breisach.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Nicholas Angeli, Martha Argerich und Polina Leschenko, Klavier; Lucia Hall, Alissa Margulis und Dora Schwarzenberg, Violine; Gautier Capuçon, Mark Drobinsky und Julius Steckel, Violoncello; Lyda Chen-Argerich, Viola. Joseph Haydn: Klaviertrio C-Dur Hob. XV/27 * Gabriel Fauré: Klaviertrio d-Moll op. 120 * Juliusz Zarebski: Klaviertquintett g-Moll op. 34 (aufgenommen am 24. Juni 2011 im L'Auditorio Stelio Molo di Lugano im Rahmen des Festival "Martha Argerich Project 2011"). Präsentation: Peter Kislinger

15.30 Uhr
Moment

Die Schweiz als Schlaraffenland für unterernährte und vom Krieg gezeichnete Kinder aus Österreich Im Rahmen des Projektes "1945 erinnern" entstanden 2005 in Zusammenarbeit mit der Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen der Universität Wien fünf "Moment"-Sendungen über ganz persönliche Rückblicke auf das Jahr des Kriegsendes. In Teil drei schilderten drei ehemalige "Schweizerkinder" ihren Aufenthalt im Nachbarland, in das tausende stark unterernährte Kinder zur Erholung verschickt wurden. Irene Hammermüller war vier Jahre alt, Robert Kranczicz sieben und Anton Partl acht, als sie in der Schweiz ankamen. Österreich war von Bombenschäden und Unterversorgung gezeichnet, in der Schweiz gab es keine Schäden, die Kinder kamen sich wie in einem Schlaraffenland vor, wo es Schokolade, Bananen und auch sonst genug zu essen gab. Irene Hammermüllers Pflegefamilie wollte sie sogar adoptieren. Im anschließenden Studiogespräch bringt die Historikerin Heidemarie Uhl diese Schilderungen in einen aktuellen zeitgeschichtlichen Kontext und spricht über die emotionale Ambivalenz zwischen den Bindungen an neue Pflegeltern und denen an die Eltern in Österreich. Oder über den abrupten Wechsel von der Hitlerjugend in eine behütete Rolle in der Schweiz, einem Land in Frieden ohne Zerstörung, Terror und Indoktrination Die damals verschickten Kinder sind noch immer im Verein "Club der ehemaligen Schweizerkinder" (www.schweizerkinder.at) organisiert. Gestaltung: Matthias Däuble und Lukas Tremetsberger

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Volle Kraft voraus! Unterwegs auf dem Wasser, Teil 3: Auf einem Brett über den Neusiedlersee Rudi und Kater sind immer noch mit dem Schlauchboot auf der Donau Richtung Schwarzes Meer unterwegs. Der Tonmeister beschließt einen Tag lang an den Neusiedlersee im Burgenland zu fahren. Mit Strohhut und Zeitung setzt er sich unter einen Sonnenschirm und wartet auf eine kühle Brise. Dabei beobachtet er, wie Windsurfer - scheinbar ohne Anstrengung - übers Wasser gleiten. Am Badestrand trifft er die neunjährige Paula. Sie liebt das Windsurfen und erzählt ihm alles, was sie darüber weiß.

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Praxis - Religion und Gesellschaft

16.40 Uhr
Das Ö1 Gesundheitsmagazin

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.25 Uhr
Das Objekt der Begierde

Ein Sommer voller Museen in Österreich 1

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa. Von Amstetten nach Los Angeles. Der unglaublich begabte Mr. Lou Asril Gut, es waren nur zwei Wochen in L.A., aber die hatten es in sich. Mit 17 gewann Lou Asril den Joe Zawinul-Preis für seine Kompositionen, damit verbunden war dieses Arbeitsstipendium in Los Angeles, wo er an Workshops teilnahm, Unterricht am Musician's Institute bekam, mit den Musikern von Scott Bradleys Postmodern Jukebox musizierte. Eine nachhaltige Erfahrung. Mit 19 veröffentlicht Lou Asril seine erste Single, zu seinem 20. Geburtstag erschien seine erste Mini-LP. Und dem Virus zum Trotz ist sein Tour-Kalender bis November gut gefüllt. Aufgewachsen ist er zuletzt in Seitenstetten (Bezirk Amstetten) - im Song wird "Seidaschtee" daraus. Seine Texte und die Melodien schreibt er selbst, manchmal auf Beats seiner Bandmitglieder, nicht aber die Arrangements. Beim Festival "Glatt Verkehrt" wird es heuer eine Uraufführung von und mit Lou Asril geben, der Stimmaffine ("Backing vocals sollten immer live sein!") hat zusammen mit dem Space Choir exklusive für das Festivals neue Versionen seiner Lieder erarbeitet und auch extra neue Songs dafür geschrieben. Das ORF Radiofestival hat ihn als krönenden Schluss-Act angesetzt, gilt der 20-Jährige doch bereits als DIE Soulstimme Österreichs.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Welchen Beitrag leistet "Sound History" für die Geschichtsforschung? Mit Martin Scheutz, Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Universität Wien. Gestaltung: Rosemarie Burgstaller Seit rund zwanzig Jahren zeigen sich vermehrt Bemühungen um eine sogenannte "Sound history" oder eine Geschichte des Klanges, welche die traditionelle Geschichtsforschung ergänzen kann. Der boomende Forschungszweig der "Sound history" setzt sich mit dem Klang und der Geschichte des Hörens vor und nach der Edison-Revolution von ca. 1880 auseinander. Klänge, Töne, Geräusche und die daraus bezogenen Erfahrungen prägten die Zivilisationsgeschichte des Menschen mit. Vor dem breiten Aufkommen von Taschenuhren im 18. Jahrhundert waren Glocken und ihr Schlagen und das dadurch vermittelte Zeitsystem prägend für das Alltagsleben der Menschen. Die ökonomische und soziale Umgebung bestimmte das Hören mit und formte die lokale und regionale Identität. Man fühlte sich einem Glockenklang zugehörig. Die Geräuschkulisse in Stadt und Land war über die Jahrhunderte einem ständigen Transformationsprozess ausgesetzt und spiegelte die technischen Errungenschaften und das politisch-soziale Leben der Zeit wider.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Zurück in die 1950er? Der Corona-Lockdown und die Frauen. Gestaltung: Ulla Ebner Wir alle kennen die Bilder aus Social Media: die Super-Mom, die im Home-Office gleichzeitig telefoniert und Essen kocht, daneben noch die Kinder beim Home-Schooling betreut. Tatsächlich haben Schulschließungen, Heimarbeit und Ausgangsbeschränkungen viele Familien vor große Herausforderungen gestellt. Und, wie es den Anschein hat, nicht alle Familienmitglieder gleichermaßen. Manche warnen bereits vor einem nachhaltigen Backlash: Frauen und insbesondere Mütter lassen sich während der Krise in eine traditionelle und oft schon überwunden geglaubte Familienrolle drängen. Die Ökonomin Katharina Mader von der Wirtschaftsuniversität Wien wollte das genauer wissen. Mit Hilfe einer Online-Befragung hat sie untersucht, wie sich zusammenlebende Paare die anfallende Mehrarbeit an Hausarbeit und Kinderbetreuung aufgeteilt haben. Und tatsächlich zeigen die Ergebnisse: Frauen haben überproportional mehr davon übernommen als Männer. Woran das liegt und welche Auswirkungen der Ausnahmezustand auf die Arbeitsteilung nach der Krise haben könnte, darüber unterhält sie sich mit Ulla Ebner im Journal Panorama -Sommergespräch.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Feldpostbriefe auf Schallplatte Von Isabelle Engels Soldaten im Kriegseinsatz schrieben während der Monate oder Jahre des Getrenntseins zahlreiche Briefe nachhause, die sogenannten Feldpostbriefe. Wesentlich seltener bot sich die Gelegenheit, Berichte und Grüße auf Schallplatte zu übermitteln. Nur die Propagandakompanien der deutschen Wehrmacht waren mit entsprechender Aufnahmetechnik ausgerüstet, und das Deutsche Rote Kreuz bot verwundeten Soldaten im Lazarett an, ihre Grüße sowie ein Musikstück aufzunehmen und in die Heimat zu senden. Je nach Aufnahmesituation sind die Inhalte mehr oder weniger propagandistisch gefärbt, doch durch die Stimme vermitteln sich Emotionen und Stimmungslagen der Soldaten. In großen Städten boten private Tonstudios diese Dienstleistung an, so konnte auch die Zivilbevölkerung Grüße zu Weihnachten oder zum Geburtstag auf Schallplatte aufnehmen. Diese Schallplatten, "Selbstschnittfolien" genannt, waren filigrane Unikate, von denen nur wenige erhalten sind. Bislang als zeithistorische Quelle wenig beachtet hat die Österreichische Mediathek ihren Archivbestand aus privaten Familiennachlässen und einem Wiener Tonstudio digitalisiert und für die Forschung zugänglich gemacht.

19.30 Uhr
Alte Musik - neu interpretiert

präsentiert von Gerhard Hafner. Vokal- und Instrumentalwerke von Giovanni Battista Bononcini. U. a. mit Gradus ad Parnassum Wien; Ensemble Arava; Harry van der Kamp, Bass; Jörg Waschinski, Sopran Im Juli jährt sich um 350. Mal der Geburtstag von Giovanni Battista Bononcini, der am 18. Juli 1670 in Modena das Licht der Welt erblicke. Mehrere Jahre wirkte der ausgebildete Cellist Bononcini in der kaiserlichen Hofkapelle in Wien, wo er sich auch rasch einen Namen als Komponist machte. 1711 verließ Bononcini Wien Richtung Italien wo er Studienreisen unternahm, bevor er sich in London niederließ und dort neben Georg Friedrich Händel das Musikleben nachhaltig prägte. Als Bononcini Ende der 1720er Jahre des Plagiats überführt wurde, musste er allerdings England unter Schimpf und Schande verlassen. Bei dubiosen Spekulationen verlor er sein ganzes Vermögen und verdiente sich zeitweise seinen Lebensunterhalt als Kopist. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Giovanni Battista Bononcini in Wien, wo er am 9. Juli 1747 starb. Die heutige Ausgabe von "Alte Musik - neu interpretiert" spürt dem Schaffen dieses Komponisten nach. Unter anderem sind exklusive Ö1 Aufnahmen seiner Werke zu hören, entstanden im Rahmen der "Internationalen Barocktage Stift Melk" und den "Resonanzen".

21.00 Uhr
Salzburger Nachtstudio

Altösterreichische Weisheit von Prag bis Czernowitz Gestaltung: Martin Haidinger Welchen weisen Rat gab der einbalsamierte Lenin dem kleinen böhmischen Juden, der sich heimlich zu ihm ins Moskauer Mausoleum geschlichen hatte? Der tschechisch-jüdische Schriftsteller Jan Martinec alias Martin Reach (1915-1995) weiß darauf in dieser Sendung ebenso eine Antwort wie der jiddische Dichter Josef Burg (1912-2009) auf die Frage, welcher höchstgeborener, imperialer Jahrgangskollege ihn in seiner Wohnung in Czernowitz aufgesucht hat - ihn, den kleinen Josef Burg aus Wischnitz! Wunder über Wunder an der Moldau und am Fluss Pruth, in den Hauptstädten Böhmens und der Bukowina, heute in der Tschechoslowakei und der Westukraine! Beiden Literaten, die wir im Salzburger Nachtstudio in erstmals gesendeten Originalaufnahmen zu Ohren bekommen, führten eine literarische Tradition fort, die im altösterreichischen Kulturraum mit Dichtern wie Leo Perutz, Paul Celan oder Rose Ausländer eine Hochblüte erlebte; und zwischen Prag und Czernowitz oszillierte auch die jüdische Intellektualität, die bis nach Wien und darüber hinaus strahlte. Nicht einmal die barbarischen Ideologien und Genozide des 20. Jahrhunderts konnten die Spuren dieser reichen Kultur völlig verwischen. Als Draufgabe zu den Originalen hören Sie Erläuterungen des legendären Germanisten Wendelin Schmidt-Dengler (1942-2008), des Wiener Autors Alexander Peer, der Historikerin Marie Therese Arnbom und anderer Überraschungsgäste. Eine Sendung von Martin Haidinger.

21.55 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1 Liebstöckel, Nacktmull Co. Vom Leben der Natur Vol. 1 Gestaltung: Stephan Pokorny Wie macht man Natur hörbar? Ein Summen, ein Zwitschern, ein Bachrauschen lässt sich leicht mit einem Aufnahmegerät einfangen. Doch wie bringt man faszinierende Zusammenhänge von Flora und Fauna ins Radio oder auf eine CD? Die Erfahrung zeigt: mit der Begeisterung jener, die am besten darüber Bescheid wissen. Jede Woche von Montag bis Freitag öffnet sich in Ö1, jeweils von 8.55 Uhr bis 9.00 Uhr der Vorhang zu einer imaginären Naturbühne und präsentiert ein Thema, das für eine Woche im Zentrum der Sendereihe steht. Diese sind so vielfältig, so bunt und schillernd wie die Natur selbst. Von der Milchstraße zum mikroskopisch kleinen Einzeller spannt sich der Bogen von "Vom Leben der Natur", funkelnde Edelsteine und Bachkiesel haben ebenso ihren großen Auftritt wie Tiere und Pflanzen in vielfältigen Lebensräumen. Das Schwierigste an der vorliegenden Produktion: die Auswahl - diesmal sind es folgende Themen: Die Pfütze. Die Kommunikation von Katzen. Heimische Nadelbäume. Hummeln. Nacktmulle. Der Donau-Kammmolch. Die Heilkraft der Pflanzen. Lippfische. Liebstöckel, Nacktmull Co. Vom Leben der Natur Vol. 1 2 CDs Download ORF-CD 819

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

100 Jahre Salzburger Festspiele.Eine Geschichte in 1.000 Facetten (3). Gestaltung: Nadja Kayali, Michaela Schierhuber Intensivmedizin. In der Blackbox (3). Gestaltung: Christina Höfferer Lexikon der österreichischen Popmusik. Dorian Concept, Eela Craig, Christina Stürmer, Boris Bukowski (3). Gestaltung: Thomas Mießgang, Walter Gröbchen, Stefan Niederwieser, Al Bird Sputnik

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Magazin Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichunge. Gestaltung: Heinrich Deisl

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation und Musikauswahl: Beate Linke-Fischer dazw. 03:00 Uhr Nachrichten