Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Menschenbilder

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Der Engel der Geschichte". Anlässlich von Walter Benjamins 80. Todestag erinnert der evangelische Theologe und emeritierte Bischof Michael Bünker an den Philosophen, dessen Einfluss auf die moderne Philosophie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts enorm war "Es gibt ein Bild von Paul Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen, und seine Flügel sind aufgespannt", schreibt der Philosoph Walter Benjamin, der das Bild 1921 von Paul Klee erworben hat. Dieser Engel hat den Philosophen 20 Jahre lang begleitet - auch ins Exil. Und er hat sein Denken geprägt. Bis hin zu einem seiner berühmtesten Texte: "Über den Begriff der Geschichte", als aus dem "Angelus Novus" der "Engel der Geschichte" wurde. Walter Benjamins Texte sind tief und bisweilen mystisch, er war ein profunder Kenner der Literatur und der Philosophie. Benjamin (1892 - 1940) war jüdischer Herkunft und musste aufgrund der Machtergreifung der Nationalsozialisten nach Frankreich ins Exil gehen. 1940 war er gezwungen, zu Fuß über die Pyrenäen nach Spanien zu flüchten, ihm wurde jedoch an der französisch-spanischen Grenze von den spanischen Grenzbeamten die Einreise verweigert, woraufhin er noch in der gleichen Nacht Suizid beging. Berühmt wurde er erst lange nach seinem Tod, in der Aufbruchsphase der 1960er-Jahre. Doch da seine Philosophie immer "zwischen den Stühlen" positioniert war, konnten vielfach weder die politischen Lager noch die mystisch-spirituellen Richtungen etwas mit ihm anfangen. Anlässlich von Walter Benjamins 80. Todestag am 26. September erinnert der evangelische Theologe und emeritierte Bischof Michael Bünker an den Philosophen, dessen Einfluss auf die moderne Philosophie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts enorm war.

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Hans Georg Nicklaus Hochzeitsmusik von Mozart, Entspanntes (oder Spannungsloses?) von Milhaud und die Kunst der Serenade: Brahms contra Wolf Verkrampfungen der Hochkultur, geschildert in Thomas Bernhardts Theaterstück Elisabeth II.: "Die Herrensteins haben Hugo Wolf groß gemacht und Brahms verachtet. Als Kinder mussten wir vor dem Frühstück auf den Balkon hinausgehen und im Chor sagen: ?Wolf ist der größte Komponist / Brahms ist eine Niete'."

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Christina Nagl ist Zoologin bei BirdLife Österreich. Sie spricht über das Hören von Vogelstimmen. Teil 4: Nächtliche Streifzüge Gestaltung: Renate Pliem Sie gehören zum "Soundtrack der Natur" wie Blätterrauschen und Wasserplätschern: Vogelstimmen begleiten den Menschen schon seit Urzeiten. In fast allen Lebensräumen bilden sie eine Klangkulisse, sie kündigen den Frühling an und beginnen den Tag. Doch wie erkennt man Vogelstimmen? Wie hört man, welche Art zu welchem Gesang, zu welchem Ruf gehört? Wie merkt man sich Vogelstimmen, erweitert sein Repertoire und hat eine "Klangbibliothek" abrufbereit? Fünf Expert/innen geben diese Woche Einblick in ihre ganz persönliche Zugangsweise zum Hören von Vogelstimmen: Sie erläutern den rhythmischen Gesang des Wiedehopfs, präsentieren die musikalische Ausdrucksweise der Sprosser, einer Schwesterart der Nachtigall. Sie nehmen uns mit auf einen nächtlichen Ausflug in den Nationalpark Donauauen, um den Eulen zu lauschen. Sie erzählen, wie sich das Lernen von Vogelstimmen im Lauf der Jahrzehnte verändert hat. Den Abschluss der Woche macht die "Königin der Nacht", die Nachtigall, die auf einer einzigartigen Aufnahme zu hören ist. Eine Sendereihe im Rahmen der Ö1 Themenwoche "Hören"

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Die Welt des Hörens

Die vielen Facetten einer Sinneswahrnehmung (4). Gestaltung: Julia Reuter Manchmal, spät am Abend im Wiener Funkhaus, kann es passieren, dass einem auf dem Weg durchs Stiegenhaus Richtung Ausgang die Klangwelten zweier Radiosender (Ö1 und Radio Wien) entgegentönen, nämlich genau an der Schwelle zwischen zweiten und erstem Stock. Die eine Klangwelle lässt David Bowie über "Heroes" singen, die andere streift einen mit Ballettmusik von Maurice Ravel. Unser Gehör ist in der Lage, beide Musikstücke in Sekundenbruchteil wahrzunehmen, zu verorten und zu entscheiden, ob es wohlklingend oder eine sogenannte Kakophonie, also Lärm, ist. Um überhaupt hören zu können, benötigen wir unsere Ohren, die in drei Bereiche unterteilt sind: das Außenohr, das Mittelohr und das Innenohr. Der Hörbereich des Menschen reicht von 20 Hertz bis 20 Kilohertz. Schallwellen mit Frequenzen unterhalb und oberhalb dieser Werte sind für den Menschen unhörbar. Sie werden als Infra- bzw. als Ultraschall bezeichnet. Im Lauf unseres Lebens nimmt das Hörvermögen kontinuierlich ab. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine reine Alterserscheinung. Auch junge Menschen sind mittlerweile immer mehr von Schwerhörigkeit betroffen. Schätzungen zufolge leidet in Österreich jeder Fünfte an einer Hörminderung. Betroffene warten im Schnitt sieben bis zehn Jahre, um etwas dagegen zu unternehmen. Den meisten Menschen, die unter einer Schwerhörigkeit leiden, kann mit Hörgeräten geholfen werden. Als Alternative dazu gibt es auch Hörimplantate. Gehörlose Menschen kommunizieren hauptsächlich mit Gebärdensprache. Blinde Menschen nutzen ihren Hörsinn zur Orientierung im Raum. Zum Beispiel mit der Klicksonar-Technik, eine fortgeschrittene Variante der aktiven Echoortung. Diese Methode ermöglicht Blinden, sich gut im Alltag zurecht zu finden und sogar Fahrrad zu fahren oder Klettern zu gehen. Bei der Klicksonar-Technik wird mit der Zunge geschnalzt und so eine Schallwelle produziert. Jeder Raum hat einen eigenen Ton, eine ganz spezifische Akustik. Tontechniker/innen müssen sich u.s. für Musik- oder Sprachaufnahmen sowie bei Konzertübertragungen intensive mit Räumen auseinandersetzen. Es geht darum, einen optimalen Klang für die Zuhörer/innen zu erzeugen. Ob wohltuende Klänge, Lärm, Hörproduktionen, Hörakustik, Gehörlosigkeit oder Hörtraining - das Radiokolleg beschäftigt sich diese Woche intensiv mit den vielen Facetten des Hörsinns.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Reparatur der Zukunft

Neue Ideen mit Innovationspotential (4). Gestaltung: Irmgard Wutscher, Stefan Niederwieser, Margit Atzler, Ilse Huber, Hannah Horsten Ö1 sucht nach dem Zukunftspotential Österreichs. Wir laden Sie ein, uns in kurzen Videoclips vorzustellen, was Sie neu und anders machen. Im Radiokolleg präsentieren wir 12 Projekte, die Impulse zur Veränderung setzen und die Zukunft im Jetzt reparieren wollen. Nehmen Sie teil am Ö1 Generationendialog über die Gesellschaft von morgen. Auf der Videoplattform finden Sie Videos zu allen eingereichten Projekten. *Raum mit Leben füllen - auf der Suche nach städtischen Immobilienleerstand* "Ohne Raum ka Musi!". Künstler und Kreative brauchen Orte, an denen sie arbeiten können, proben, sich treffen, eine Ruhe haben oder wo sie schnitzen, bohren und hämmern. Dafür würden sich leerstehende Gebäude anbieten, die in Wien etwa häufig in öffentlicher Hand sind. Allerdings gestaltet es sich als kompliziert, so sehr Interessierte auch versprechen an einem Stichtag draußen zu sein und hinterher alles aufzuräumen. Paradocks will das ändern. An zwei Wiener Standorten bietet der Verein bereits recht erfolgreich Leerstand an. Durch Covid-19 steigt der Bedarf, günstig soll es zudem sein. Auf der Suche nach dem verlorenen Raum wird man sich deshalb ungenutzte, öffentliche Gebäude systematisch ansehen mit dem Ziel einige zu öffnen. Gestaltung: Stefan Niederwieser Link: www.daspackhaus.at *Vater Kind - das CAMP* "Heutzutage fehlt die Initiation, mit der Väter ihre Söhne auf das Erwachsenwerden vorbereiten", so Robert Papp, einer der beiden Initiatoren der Camps. Beim Vater-Kind-Camp wird dem Raum gegeben: ein gemeinsames Wochenende für Vater und Sohn oder Vater und Tochter zwischen 10 und 13 bzw. zwischen 14 und 16 in der Natur, an dem sich Väter für sich selbst und mit Gleichgesinnten darüber Gedanken machen können, wieviel Zeit sie mit ihren Kindern noch verbringen und welche Art von Vater sie sein möchten. Die heranwachsenden Kinder bekommen die Möglichkeit, zum einen mit dem Vater im Hochseilklettergarten herumzuturnen, Kanu zu fahren oder Bogen zu schießen - und für Austausch auf Augenhöhe. Gestaltung: Margit Atzler *Traivelling! - Zugreisen durch die Welt* Begonnen hat alles mit einer Reise nach Vietnam, allerdings ausschließlich mit dem Zug. Eindrucksvoll war die Reise und mit nichts zu vergleichen, sagt Elias Bohun. Er hat mit seinem Vater Matthias das Unternehmen Traivelling gegründet, das sich auf Zugreisen rund um den Globus spezialisiert hat. Der Name des Unternehmens ist eine Wortkombination aus den englischen Wörtern train travelling. Wer sich klimafreundlich fortbewegen will, fragt bei den Bohuns an. Welche Verbindungen sind optimal? Wo sind die besten Halte? Und wie komme ich zu den Tickets? [ https://www.traivelling.com/]

09.45 Uhr
Radiokolleg - Eine Zeitreise mit Alice Harnoncourt

Die österreichische Pionierin der historischen Aufführungspraxis wird 90 (4). Gestaltung: Helene Breisach, Marie-Theres Himmler Hinter jedem starken Mann steht eine ebenso starke Frau - so abgedroschen das klingen mag, so sehr trifft es bei Alice Harnoncourt zu: Seit Studienzeiten war sie die Partnerin von Nikolaus Harnoncourt. Ihr ganzes Leben war und ist bis heute von Musik begleitet und durchdrungen: Sie begann früh Klavier zu spielen, bevor sie mit neun Jahren die Liebe zur Geige entdeckte. Während des Musikstudiums lernte sie Nikolaus Harnoncourt kennen. Im Jahr 1953 heirateten die beiden - im selben Jahr gründeten sie den Concentus Musicus Wien. Als eines der ersten Ensembles, die sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben haben, leisteten sie wesentliche Pionierarbeit. Dafür mussten erst einmal die geeigneten Instrumente, Noten und Musiker gefunden werden: In Klosterbibliotheken und Archiven forschten die Harnoncourts nach historischem Notenmaterial, das sie in ungezählten Stunden handschriftlich kopierten. Auf der Suche nach originalen Instrumenten durchstöberten sie Dachböden, Kirchen, Trödlerläden und Auktionshäuser in ganz Europa. Alice Harnoncourt spielte viele Jahre auf einer Violine des Tiroler Geigenbauers Jakob Stainer, dessen Instrumente zu Bach-Zeiten auf dem ganzen Kontinent berühmt waren. 30 Jahre lang prägte Alice Harnoncourt den Concentus Musicus maßgeblich mit - als Konzertmeisterin und auch als Solistin. Aufnahmen mit ihr existieren etwa von Vivaldis "Vier Jahreszeiten" oder Bachs Brandenburgischen Konzerten. Bis 2015 war sie Mitglied des Orchesters, in den letzten Jahren noch als Geigerin am ersten Pult, an der Seite von Konzertmeister Erich Höbarth. Und auch das Familienleben der Harnoncourts, mit vier Kindern, war stets eng verwoben mit der musikalischen Arbeit der Eltern. Die historisch informierte Aufführungspraxis ist heute eine feste Größe in der klassischen Musikwelt - zahlreiche Originalklangensembles existieren neben den modernen Orchestern. Aber auch deren Spielpraxis orientiert sich stärker an historischen Vorbildern, als das vor 70 Jahren der Fall war. Heute ist nur noch schwer vorstellbar, wie sehr die ersten Originalklangensembles die damaligen Klangvorstellungen und Hörgewohnheiten durcheinandergewirbelt haben. Seit dem Tod ihres Mannes im Jahr 2016 hat Alice Harnoncourt mehrere Bücher mit Aufzeichnungen von Nikolaus Harnoncourt herausgebracht. Bis heute verwaltet sie das Archiv des Concentus Musicus. Es beherbergt zahlreiche Notizen und Partituren, die sie nach Anweisungen ihres Mannes eingerichtet hat - unschätzbare Dokumente einer künstlerischen Symbiose. Am 26. September feiert Alice Harnoncourt ihren 90. Geburtstag. Marie-Theres Himmler und Helene Breisach haben für die Musikviertelstunde mit der Jubilarin gesprochen. Außerdem kommen einige Weggefährten zu Wort - ein facettenreiches Porträt der österreichischen Musikpionierin.

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Ausgewählt

mit Helene Breisach. Béla Bartóks unvollendete Konzerte Béla Bartóks letzte Lebensjahre in New York waren geprägt von Geldnot und seiner fortschreitenden Leukämie. Zugleich hatte er eine künstlerisch hoch produktive Phase - vielleicht ein Wettlauf mit dem Tod. Sein drittes Klavierkonzert konnte er bis auf die letzten 17 Takte noch fertigstellen. Nicht so das Bratschenkonzert, das er dem Solisten William Primrose versprochen hatte. Zwar hatte Bartók ihm noch brieflich mitgeteilt, das Konzert sei "im Entwurf fertig", es müsse "bloß noch die Partitur geschrieben" werden. Als der Komponist am 26. September 1945 starb, hinterließ er aber nur einige ungeordnete Skizzen. Tibor Serly erstellte auf dieser Basis eine spielbare Fassung. Doch während das dritte Klavierkonzert auf Anhieb Begeisterung auslöste und eifrig aufgeführt wurde, hatte es das Konzert für Viola und Orchester schwer, sich in den Konzertsälen zu behaupten. Eine Spurensuche aus Anlass des 75. Todestages des großen ungarischen Komponisten.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

"Rot vor Augen" von Lina Meruane. Aus dem Spanischen von Susanne Lange. Es liest Irina Wanka. Eine Sendung der Ö1 Themenwoche Hören. Im Nebenzimmer pulsiert die Party, hinter der Netzhaut das Blut. "Blut, so erschaudern schön, wie ich es nie zuvor gesehen hatte." Es ist das Letzte, das die junge Chilenin Lucina auf dem einen Auge sehen wird. Ihre Ärzte hatten sie gewarnt: Sie ist Diabetikerin, die Adern in ihren Augen sind zum Platzen gespannt und nun ist es passiert. Lucina erblindet. Ob für immer, weiß keiner. Die chilenische Schriftstellerin Lina Meruane wollte zuerst über eine selbst erlebte, vorübergehende Erblindung schreiben, doch die Geschichte verselbstständigte sich gemeinsam mit ihrer unerbittlichen Protagonistin Lucina. Und diese Fiktion war zu reizvoll, sagte die mehrfach ausgezeichnete, in New York lebende Schriftstellerin, über ihren 2018 auf Deutsch erschienenen Roman. Während draußen die zu Schemen verkommene Welt lärmt, explodieren drinnen die Gedanken. Wütend und gereizt sprudeln die Sätze aus Lucina, die ihren Krankheitsverlauf erzählt - mit seinen Stadien der Anpassung, Hoffnung, Ohnmacht, Abhängigkeit und der Frage, wie viel die Kranke vom Gesunden fordern kann. Ausschnitte aus dem Roman "Rot vor Augen" von Lina Meruane hören Sie im Rahmen der Hören-Woche in Ö1. Gestaltung: Antonia Löffler

11.25 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Daniela Knaller. BEETHOVEN ESSENZIELL DesCis bringt anlässlich des Beethovenjahres 2020 eine wöchentliche Serie unter dem Titel "Beethoven - essenziell". Es mag kaum Schlimmeres für einen Komponisten und Musiker geben, als Schwierigkeiten mit dem Hören zu bekommen. Ludwig van Beethoven ereilt dieses Schicksal. Im Jahr 1802 verfasst er an seine beiden Brüder einen Brief, in dem er diese Erkrankung beschreibt. Diese Blätter sind als "Heiligstädter Testament" in die Biographie des Künstlers eingegangen. "Beethoven essenziell" hat in diesen berührenden Zeilen nachgelesen. Gestaltung: Gerhard Krammer

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Stimmen hören

mit Chris Tina Tengel. Der Ohren-Öffner: Pierre Boulez dirigiert Noch waren es nicht die Wiener und Berliner Philharmoniker, die ihn riefen. Die New Yorker allerdings trauten sich, bestellten Pierre Boulez zum Nachfolger Leonard Bernsteins als Chefdirigent - ein spektakulärer Wechsel vom einen Musikertypus zum ihm diametral entgegengesetzten! -, und gleichzeitig nahm Boulez diese Position auch bei BBC Symphony in London ein. (Wenig später sollte ihm die etappenweise "Einnahme" der Bayreuther Festspiele gelingen.) Eine spannende Zeit, für Pierre Boulez selbst, der als Komponist weiter die Ultra-Avantgarde vertrat, aber auch fürs Publikum - weltweit dank der vielen damals von Boulez eingespielten Schallplatten. Unter völligem Verzicht auf "Pultmagier"-Allüren brachte es Boulez zuwege, eiserne Notentreue und kristallklare Durchhörbarkeit mit ausgeprägtem Stilwillen zu einem magischen Ganzen werden zu lassen, bei den französischen Impressionisten, bei den Komponisten der Zweiten Wiener Schule, bei Wagner, Mahler und Bartok. Spätere, teils auch markant spätere Aufnahmen des selben Repertoires durch Boulez erreichten nicht mehr regelmäßig diese Suggestivkraft: Vielleicht ist sie auch im Zusammenspiel mit den Interpretinnen und Interpreten der 1960er/70er Jahre entstanden, von Günther Reich bis Yvonne Minton, von Walter Berry bis Jess Thomas, von Marita Napier bis Elisabeth Söderström.

15.30 Uhr
Moment

Unfreie Arbeit. Die soziale Frage hinter Gittern Strafgefangene in Österreich unterliegen einer Arbeitspflicht. Die Häftlinge führen anstaltsinterne Reparatur- und Reinigungsarbeiten durch und fertigen verschiedenste Handwerks-Produkte, aktuell etwa Mund-Nasen-Schutzmasken. Österreichs Justizanstalten übernehmen zudem Arbeiten für Privatpersonen und Betriebe der freien Wirtschaft. Der Stundenlohn für die Gefangenen beträgt meist unter zwei Euro. Die Insassen und Insassinnen sind weder kranken- noch pensionsversichert. Mit der Gefängnisarbeit können Häftlinge so kaum finanzielle Rücklagen aufbauen für den ohnehin schwierigen Wiedereinstieg in die Gesellschaft. Für die auftraggebenden Unternehmen hingegen entfallen die Lohnnebenkosten. 2015 riefen drei in Österreich Inhaftierte eine Gefangenengewerkschaft nach deutschem Vorbild aus. Eine offizielle Vereinsgründung wurde jedoch untersagt. Durch eine Solidaritätsgruppe bekommt die Idee einer Gefangenengewerkschaft Unterstützung "von außen". Gefordert werden etwa angemessene Arbeitslöhne, eine Kranken- und Pensionsversicherung sowie die Wahrung von Grundrechten auch im Gefängnis. Gestaltung: Georg Pöchhacker Meisterstück: Ein Stier aus Glas von Glasmacher und -bläser Robert Comploj. Gestaltung: Tanja Rogaunig

15.55 Uhr
Ö1 Kinderjournal

Rudi präsentiert das Ö1 Kinderjournal Jeden Donnerstag besucht Rudi seine Kollegen in der Journalredaktion und erfährt die neuesten Nachrichten der Woche.

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Medizin und Gesundheit

16.40 Uhr
Die Ö1 Kinderuni

Wie entsteht ein Hörbuch? Gestaltung: Birgit Dalheimer Sich spannende Geschichten erzählen lassen und dazu etwas zeichnen, spielen, oder einfach nur am Boden oder dem Bett herumkugeln - das lieben viele Kinder. Aber wie entstehen diese Geschichten eigentlich? Wer ein Hörbuch aufnimmt, muss an vieles denken, nicht nur an einen guten Text: Die Stimmen müssen zu den Figuren passen, sie sollen gut und echt klingen. Aber was ist gut? Und wie klingen Stimmen "echt"? Dazu müssen sie in einem Tonstudio aufgenommen werden. Und oft braucht es viele Versuche, bis die Aufnahme richtig gelingt. Und wenn sie einmal "im Kasten" ist, ist es immer noch ein weiter Weg bis in die Kinderzimmer. Wie ein Hörbuch entsteht - und wie es seine jungen Hörerinnen und Hörer findet, darüber sprechen die die Ö1-Kinderunireporterinnen mit dem Hörbuchautor Marko Simsa.

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.25 Uhr
Das Objekt der Begierde

Ein Sommer voller Museen in Österreich 1

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber. Ambrose Akinmusires neues Album "On The Tender Spot Of Every Calloused Moment" "This is the Cat!", schreibt Archie Shepp in den Liner Notes zur neuen CD von Ambrose Akinmusire. Mit der der aus dem kalifornischen Oakland stammende, 38-jährige US-Amerikaner erneut demonstriert, warum er aktuell als wichtigste junge Trompetenstimme des Gegenwartsjazz gilt. Mit seiner hochindividuellen, farbintensiven Spielweise verbindet Akinmusire lyrische wie auch splitternde, schroffe Klangmomente mit gesellschaftspolitischen Statements. Dazu kommen Hommagen an Avantgardisten-Veteran Roscoe Mitchell und den verstorbenen Freund und Mentor Roy Hargrove. Der Titel des nunmehr fünften Blue-Note-Albums wiederum veranschaulicht den poetischen Denker Ambrose Akinmusire: Es heißt "On The Tender Spot Of Every Calloused Moment", ungefähr zu übersetzen mit "Auf dem zarten Punkt jedes verhärteten Moments".

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Feindbilder im Wandel der Zeit mit: Johannes Feichtinger und Johann Heiss, Österreichische Akademie der Wissenschaften Gestaltung: Rosemarie Burgstaller "Vorurteile und Stereotype verdichten sich bei gebotenem Anlass zu geschlossenen Feindbildern, die hohe integrative Kraft haben. Dieser Prozess lässt sich - in Krisenzeiten, im Krieg, oder zur Beförderung bestimmter politischer Absichten - beschleunigen durch Propaganda oder andere Einwirkungen auf die öffentliche Meinung," so der deutsche Historiker und Antisemitismusforscher Wolfgang Benz. Feindbilder reduzieren die Welt auf zwei Perspektive: Gut und Böse. Mit dieser Formel von "Wir" und "Ihr" tragen sie auf fatale Weise zum Aufbau und Zusammenhalt von Gemeinschaften und Gruppen bei, indem die ab- und auszugrenzende Gruppe als Bedrohung betrachtet wird. Durch Diffamierung der "Anderen" lässt sich das Bild von sich selbst idealisieren und überhöhen. Der Feindbildbegriff täuscht Beständigkeit und Stabilität vor, Feindbilder sind aber zeit- und kontextgebunden, außerdem unterliegen sie Konjunkturen.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Wie ein Virus die Wirtschaft befällt Gestaltung: Ilse Huber In den letzten 20 Jahren war die Jugendarbeitslosigkeit nicht so hoch wie heuer. Fast 10.500 junge Menschen suchten im August eine Lehrstelle. Allerdings gab es zu diesem Zeitpunkt nur rund 7600 offene Angebote - tausende werden durch die Finger schauen. Eine solide Berufsausbildung ist das erklärte Ziel, nicht erst seit der gesetzlichen Ausbildungspflicht für Jugendliche bis 18 Jahren. Doch wie in den Beruf einsteigen, wenn sogar fertig ausgebildete Personen mit gutem Lehr- bzw. Schulabschluss derzeit ohne Arbeit dastehen? Die Regierung schuf Kurzarbeit und Lehrlingsbonus zur akuten Abfederung der Arbeitslosigkeit. Doch reicht das? Was denken die Betroffenen und wie können sie tatkräftig unterstützt werden?

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

.diskussionen Das Gesprächsformat am Donnerstag: mit Diskussionen zu aktuellen Wochenthemen, Hintergrundgesprächen, wissenschaftlichen Disputen, interdisziplinären Dialogen, Werkstattgesprächen.

19.30 Uhr
Das Ö1 Konzert

Noah Bendix-Balgley, Violine (Konzertmeister Berliner Philharmoniker); Stephan Koncz, Violoncello (Berliner Philharmoniker); Daniel Ottensamer, Klarinette (Wiener Philharmoniker); Christoph Traxler, Klavier. Ludwig van Beethoven: Trio für Klavier, Violoncello und Klarinette B-Dur op. 11, "Gassenhauer-Trio" * Johannes Brahms: Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier a-Moll op. 114 * Walter Rabl: Quartett für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier op. 1 (aufgenommen am 5. Juli im Lorely-Saal in Wien). Präsentation: Stephanie Maderthaner

21.00 Uhr
Im Gespräch

"Merde, alors!" - Renata Schmidtkunz in Gespräch mit Jean Asselborn, Außen- und EU-Minister von Luxemburg Sein Markenzeichen, schreibt die österreichische Journalistin Margaretha Kopeinig in ihrem jüngst publizierten Buch "Merde alors! Jean Asselborn. Eine Biografie", sei seine Klarheit. Wenn er vor europäische und internationale Journalist/innen tritt, wird Tacheles gesprochen. Und das seit 2004. Asselborn ist der dienstälteste Außenminister Europas und ein überzeugter Sozialdemokrat. Er kommuniziert mit allen auf Augenhöhe und hört weniger auf Umfragen der Meinungsforschungsinstitute als auf sein Herz und seine Überzeugung, dass die Welt gerecht und sozial sein sollte. Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz erzählt er, wie er zu dem wurde, der er immer schon war und wie es um die Zukunft Europas steht.

21.55 Uhr
Who's Afraid of ...

Der Ö1 Podcast zum steirischen herbst. Sicher ist heute vor allem, dass alles unsicher ist. Die rieselnde Angst vor dem persönlichen Abstieg, die ökologische Krise und die politischen Verwerfungen hatten schon vor Corona zu einer apokalyptischen Stimmung geführt. Im Zeichen der Pandemie verschränken sich soziale Isolation, Massenüberwachung, darwinistischer Populismus, Verschwörungstheorien und die immer deutlicher werdenden ökonomischen Auswirkungen des Virus zu einem Zustand der Beklemmung. Der steirische herbst ´20 reagiert auf diese Gemengelage mit der Ergänzung durch ein Medienformat namens "Paranoia TV". Der Ö1 Podcast "Who's Afraid of ..." nimmt diese Einladung zur Reflexion der Logik des Verdachts auf und fragt nach den Verwundbarkeiten von Künstler/innen und Autor/innen und deren Verhältnissen zu diversen Bedrohungsszenarien. Im persönlichen Gespräch bohren die Ö1 Kulturjournalist/innen Petra Erdmann und Thomas Edlinger nach. Können wir - angesichts des Virus - nicht einmal mehr uns selbst trauen? Kann man sich gegen Krisenerfahrungen immunisieren? Wie kommt man mit einer als unheimlich empfundenen Zukunft klar? Wie ansteckend ist Paranoia und wer profitiert von ihr? Wie lassen sich die neuen Ängste zwischen Lock-Down und Verharmlosung künstlerisch bearbeiten?

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Die Welt des Hörens. Die vielen Facetten einer Sinneswahrnehmung (4). Gestaltung: Julia Reuter Reparatur der Zukunft. Das Casting neuer Ideen (4). Gestaltung: Team des Radiokollegs Eine Zeitreise mit Alice Harnoncourt. Die österreichische Pionierin der historischen Aufführungspraxis wird 90 (4). Gestaltung: Helene Breisach, Marie-Theres Himmler

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Neugier auf ungeahnte Hör-Erfahrungen Das Hören neuer Musik, also von Kompositionen, in denen Rhythmen und Tonfolgen keinem klassischen Regelwerk folgen, Klängen und Geräuschen eine maßgebliche Rolle zukommt, profitiert von unterschiedlichen Ansätzen der Musikvermittlung. Denn dort ist Hörsensibilisierung ein zentrales Thema. Für das genaue Hinhören und Zuhören ist ein gewisses Überraschungsmoment besonders hilfreich, und das bietet die zeitgenössische Musik in ihrer unglaublichen Bandbreite zuhauf. Beschäftigt man sich mit einzelnen Klängen, den speziellen Spieltechniken der Instrumente, die manchmal so verfremdet klingen, dass sie vom Laien keiner bestimmten Instrumentengruppe zugeordnet werden können, eröffnet sich ein ungeahnter Reichtum an Klangfarben. Auch der Raum, in dem ein Konzert stattfindet, das Ambiente, ob man währenddessen sitzt, liegt, steht oder sich bewegt, wirkt sich auf die Hörwahrnehmung aus. Ist die Bühne in der Mitte platziert, und das Publikum sieht die Mitwirkenden von allen Seiten, erklären sich auch die Klangquellen oft von alleine. Das Auge hört mit. Dass die Fähigkeit der Bevölkerung zu genauem Hören in den vergangenen Jahren abgenommen hat, liegt an dem steigenden Lärmpegel unserer Lebensumwelt, der Dominanz der Bilder in unseren Medien und der generell sinkenden Dauer der Konzentrationsfähigkeit durch die ständige Reizüberflutung. Der Kosmos der experimentellen Musik bietet - eine unvoreingenommene und neugierige Haltung vorausgesetzt - zahlreiche Ansätze, um sein eigenes Hören differenzieren zu lernen und neue Erfahrungen mit dem Sinnesorgan zu machen, das nicht abgeschaltet werden kann. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Ausgewählt

(Wiederholung von 10:06 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation und Musikauswahl: Stefanie Maderthaner dazw. 03:00 Uhr Nachrichten