Ö1

Radiokolleg - Der Mond und das Internet

mondVon der Expansion und dem Schrumpfen unserer Welt (4). Gestaltung: Richard Brem, Thomas Mießgang, Wolfgang Ritschl, Mariann Unterluggauer, Ulrike Schmitzer, Astrid Schwarz und Ina Zwerger. *Abschied von der Erde?* Der amerikanische Physiker und Medienstar Michio Kaku bringt es auf den Punkt: Wir brauchen einen Plan B. Früher oder später müssen wir die Erde verlassen. Gründe gibt es genug. Entweder schlägt ein Meteorit auf die Erde ein, es bricht ein Supervulkan aus, oder die Erderwärmung macht den Planeten unbewohnbar. Wir sollten uns zu einer Zwei-Planeten-Spezies weiterentwickeln, rät der Futurist in seinem Buch "Abschied von der Erde". Die Astronomen kennen inzwischen schon 4.000 Planeten, die um andere Sterne kreisen. Alles potentielle neue Heimatplaneten, derzeit allerdings noch unerreichbar weit weg. Wir werden deshalb Mehr-Generationen-Schiffe zu weit entfernten Sonnen schicken. Kaku träumt von interstellaren Reisen mittels Laser-Porting. Dann würde unser Bewusstsein mit Lichtgeschwindigkeit durch die Milchstraße reisen - ein Avatar würde den fremden Planeten für uns betreten. Greifbarer sind da schon Zukunftsvisionen von Robotern, die sich selbst replizieren können und die Infrastruktur für die Weltenwanderer vorbereiten. Böse Zungen behaupten, die ganzen Visionen von der "Zweiten Erde" seien nur dazu da, die Menschheit zu beruhigen. Damit Konsum und Umweltverschmutzung ungebremst weitergehen können. *Im Würgegriff des Netzes* Es gibt kein Entkommen mehr, das Netz ist immer und überall. Das chinesische social credit score system, das größte Big Data Experiment unserer Zeit, das die Menschen bis in ihre intimsten existentiellen Bereiche ausmisst und bewertet, führt drastisch vor Augen, welches Kontrollpotential der Digitalisierung und Vernetzung innewohnt. Die Schrumpfung der Welt zu jenem "Global Village", von dem der Medientheoretiker Marshall McLuhan schon in den 1960er-Jahren gesprochen hat, wird Schritt für Schritt Realität. Gleichzeitig verlagern sich immer mehr Lebensbereiche in den digitalen Raum, und Menschen verbringen immer mehr Zeit online als offline. Der Cyberspace hat sich zu einem Paralleluniversum entwickelt, das die menschliche Existenz wie eine geodätische Kuppel überformt und eine Alternative zu den immer prekärer werdenden Bedingungen im "real life" anbietet. Doch auch der virtuelle Raum ist kein Locus amoenus und bringt neue Probleme mit sich, deren Dimensionen bisher noch nicht einmal ansatzweise erfasst sind. *It"s a trip ...* Parallel zum "Trip to the Moon" wurden 1969 auch massenhaft Trips anderer Art unternommen. Speziell psychedelische Drogen versprachen eine Loslösung von körperlichen Begrenzungen und irdischen Zwängen. Kein Wunder daher, dass die Metapher der Raumfahrt nur allzu gerne von der damaligen Jugend- und Gegenkultur für ihre Art des "Spacing Out" verwendet wurde. Auch die Schriften und Vorträge des LSD-Predigers Timothy Leary mischten damals Visionen einer von Drogen induzierten geistigen Befreiung des Menschen mit seiner Expansion ins Weltall. Viele der wichtigsten Köpfe der späteren Computerindustrie, allen voran Steve Jobs, waren damals "Acidheads".
Donnerstag 09:05 Uhr

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radioWissen

edmund hillaryEdmund Hillary Ein Mann wie ein Berg Der Mount Everest Ein Berg und seine Menschen Das Kalenderblatt 18.7.1976 Erste Turnerin der Welt erhält bei Olympia die 10,0 Von Justina Schreiber Edmund Hillary - Ein Mann wie ein Berg Autor: Andy Stummer / Regie: Dorit Kreissl Er war der berühmteste Neuseeländer, der je gelebt hat. Denn Hillary war mehr als nur der Bergsteiger, der als erster den höchsten Gipfel der Welt bestiegen hatte. Nach seinem Triumph im Himalaya 1953 erhob die Queen den Bienenzüchter aus Auckland in den Adelsstand, sein Porträt ersetzte das der Königin auf der neuseeländischen Fünf Dollar-Note. Mit Vortragsreisen, Büchern und Fernsehdokumentationen münzte Hillary seine weltweite Bekanntheit um - doch er steckte jeden Cent in Hilfsprogramme für die Menschen im Himalaya. In seiner Heimat gilt er als Nationalheld: Umgänglich und bescheiden, entschlossen aber mitfühlend. Sir Ed, wie ihn jeder nennt, war, wie alle Neuseeländer gerne wären: Bergsteiger, Diplomat und Dokumentarfilmer, UNICEF-Sonderbotschafter, Autor und Naturforscher. Als er mit 16 zum ersten Mal in Neuseeland einen Berg erklommen hatte, wünschte sich Edmund Hillary ein Leben voller Abenteuer. Das, was er in 88 Jahren erlebte, hätte wohl getrost auch für fünf gereicht. Der Mount Everest - Ein Berg und seine Menschen Autor: Markus Mähner / Regie: Der Everest: Für Bergsteigerlegenden wie Reinhold Messner oder Peter Habeler ist er längst schon von keinerlei Interesse mehr, das "Disneyland des Himalaya". Für Andere ist es der Lebenstraum, einmal auf dem "Dach der Welt" zu stehen - dafür legen sie sehr viel Geld hin und nehmen große Gefahren in Kauf. Für Dritte wiederum ist der höchste Punkt der Erde lediglich ein einträgliches Arbeitsgebiet, das ihnen das notwendige Geld liefert, um sich das Leben zu finanzieren. Doch was treibt Menschen auf den Mount Everest? Ist es der Mythos? Und was haben die Menschen aus dem Berg gemacht? Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Nicole Ruchlak
Donnerstag 09:05 Uhr

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radioWissen am Nachmittag

antibiotikaAntibiotika Medizinrevolution mit Nebenwirkungen Bakteriophagen Ein altes Heilmittel wird wieder entdeckt Das Kalenderblatt 18.7.1976 Erste Turnerin der Welt erhält bei Olympia die 10,0 Von Justina Schreiber Antibiotika - Medizinrevolution mit Nebenwirkungen Autorin: Yvonne Maier / Regie: Kirsten Böttcher Mittelohrentzündung, Tuberkulose oder eine infizierte Wunde - hier helfen Antibiotika. Aus unserem modernen Leben sind Antibiotika tatsächlich nicht mehr wegzudenken. Dabei ist es noch nicht einmal hundert Jahre, dass die Menschen dieses revolutionäre Medikament gegen krankmachende Bakterien kennen. 1928 entdeckte der britische Mediziner Alexander Fleming in seiner Petrischale das, was später als Penicillin bekannt werden sollte. Es war eines der ersten und ist bis heute eines der ältesten noch verwendeten Antibiotika der Welt. Doch Fleming war nicht der einzige, der sich um die Jahrhundertwende aufmachte, Krankheitserreger zu eliminieren. Auch in Deutschland wurde unter Robert Koch und Paul Ehrlich dazu geforscht, auch wenn deren Antibiotika anders wirkten als das Penicillin. Bis heute werden die meisten Antibiotika nach dem Vorbild der Natur erzeugt. Denn in unseren Böden fechten Pilze, Bakterien und andere Mikroorganismen einen dauernden Kampf gegeneinander aus. Und diese Strategien macht sich die Medikamentenentwicklung zu Nutze. Problematisch wird das, wenn ein unvernünftiger Umgang mit Antibiotika in Krankenhäusern oder in der Tiermast dafür sorgt, dass sich Antibiotika-Resistenzen auch in der Natur ausbreiten. Es kann durchaus sein, dass das Zeitalter des Antibiotikums schon innerhalb unseres Jahrhunderts wieder endet. Bakteriophagen - Ein altes Heilmittel wird wieder entdeckt Autorin: Reante Ell / Regie: Sabine Kienhöfer Wenn wir an Viren denken, dann denken wir an Infektionskrankheiten wie Grippe oder Aids. Aber es gibt auch Viren, die Krankheiten heilen können: sogenannte Bakteriophagen, auf deutsch: "Bakterienfresser". Sie brauchen Bakterienzellen, um sich zu vermehren - allerdings nur als "Brutnest" und nicht als ständige Ernährungsquelle. Die Bakterien können sich gegen diese Fressviren nicht schützen, und auch nicht resistent werden, anders als es bei Antibiotika der Fall ist - ein enormer Pluspunkt. Entdeckt wurden die heilenden Viren schon vor über 100 Jahren in Frankreich, nach der Entdeckung des Penicillins gerieten sie allerdings in Vergessenheit. Jetzt werden sie wiederentdeckt, weil immer mehr Bakterien gegen Antibiotika resistent werden. Doch bevor Viren als Medikamente einen Platz im medizinischen Alltag finden, müssen sie erst nach den Kriterien des 21. Jahrhunderts geprüft und zugelassen werden. Das ist gar nicht so einfach. Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Nicole Ruchlak
Donnerstag 15:05 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Apollo 11Mission Rückkehr Der neue Wettlauf zum Mond Von Dirk Lorenzen Ob Forschungsstation, Touristenziel oder gar Energiequelle: 50 Jahre nach der Apollo 11 Mission haben mehrere Nationen und Unternehmer den Mond neu entdeckt. Doch die Rückkehr zu unserem Begleiter ist weitaus schwieriger als gedacht. 50 Jahre nach der Apollo-11-Mission ist der Mond wieder ,in": Anfang des Jahres landete eine chinesische Sonde auf der Rückseite des Erdbegleiters, Indien steht in den Startlöchern und die US-Regierung will bis spätestens 2024 wieder Astronauten zum Mond schicken. Auch Unternehmer haben den Trabanten für sich entdeckt und träumen vom großen Geschäft mit Touristenflügen. Die Wiederentdeckung des Mondes hat zum einen wissenschaftliche Gründe: Forscher rätseln noch immer, welche Rolle er für die Entwicklung des Lebens auf der Erde spielte. Und klar ist auch, dass eine bemannte Marsmission kaum möglich ist, ohne vorher auf den Mond zurückzukehren. Zum anderen ist da das politische Prestige. China will Größe im All demonstrieren und macht damit die alten Weltraumnationen nervös. US-Präsident Trump hat die NASA angewiesen, binnen fünf Jahren wieder Menschen auf den Mond zu bringen. Doch das dürfte eine Utopie bleiben, denn Raumschiffe und Raketen für den bemannten Mondflug sind gerade erst im Bau. Das erfordert Umsicht, Geld und vor allem Zeit. Ein neuer Wettlauf um die Rückkehr zum Mond hat begonnen - mit ungewissem Ausgang.
Donnerstag 19:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg

Von der Expansion und dem Schrumpfen unserer Welt (4). Gestaltung: Richard Brem, Thomas Mießgang, Wolfgang Ritschl, Mariann Unterluggauer, Ulrike Schmitzer, Astrid Schwarz und Ina Zwerger.
Donnerstag 22:08 Uhr

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