Deutschlandfunk Kultur

Feature

Kurzstrecke 82 Feature, Hörspiel, Klangkunst Zusammenstellung: Barbara Gerland, Ingo Kottkamp, Marcus Gammel Produktion: Autorinnen und Autoren/Deutschlandfunk Kultur 2019 Länge: 54"30 Hörkunst aus der Freien Szene. Unter anderem: Die Großstadt mit den Ohren zweier blinder Protagonistinnen gehört. Das Kräuseln der Luft auf dem Bahnsteig Von Hanna Bader und Wiebke Kistenbrügger Höricht I & II Von Gabriele Hasler Die Vollkommenheit der Fugen Von Malte Abraham Außerdem: Neues aus der Wurfsendung mit Julia Tieke (Wdh. v. 28. Januar 00.05 Uhr) Innovatives, Zeitgemäßes, Radiophones aus den Genres Feature, Hörspiel, Klangkunst. Kurzstrecke 82
Mittwoch 00:05 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Ö1

Radiokolleg

messias bolsonaroBestandsaufnahmen einer brüchigen Demokratie (3). Gestaltung: Ulla Ebner, Ina Zwerger Im größten Land Lateinamerikas hat eine neue Ära begonnen. Anfang des Jahres hat der ultrarechte Ex-Militär Jair Messias Bolsonaro das Präsidentenamt in Brasilien übernommen. Nimmt man seine Ankündigungen ernst, so dürfte dort kaum ein Stein auf dem anderen bleiben. In den vergangenen 15 Jahren wurde die Geschichte des Landes zu einem großen Teil von der Politik der linken Arbeiterpartei (PT) geprägt. Brasilien galt als Vorzeigeland in punkto Armutsbekämpfung. 40 Millionen Menschen stiegen aus der Armut in eine untere Mittelschicht auf, der Hunger im Land wurde quasi ausgerottet, tausende Angehörige sogenannter bildungsferner Schichten, bekamen die Chance auf ein Universitätsstudium. Der brasilianische Kultursektor blühte auf. Doch die Arbeiterpartei ist zum Teil an ihren eigenen Erfolgen gescheitert. Der Aufstieg armer Gesellschaftsschichten hat die Mittelschicht verärgert, sie fühlte sich von der Politik übergangen. Die PT hat demokratische Institutionen gestärkt, unabhängige Korruptionsermittlungen ermöglicht - und geriet selbst unter deren Räder. Eine schwere Wirtschaftskrise und die Aufdeckung riesiger Korruptionsskandale in fast allen Parteien haben das Vertrauen in das politische System stark beschädigt. In Mitten dieser Krisen schlug die Stunde des polternden Bolsonaro, der sich - obwohl schon 30 Jahre als Abgeordneter tätig - erfolgreich als "Anti-System-Kandidat" inszenieren konnte. Der neue Präsident hat angekündigt, im Land "aufräumen" zu wollen. Mit harter Hand will er Korruption und Drogenkriminalität bekämpfen. Kritiker/innen befürchten einen massiven Demokratieabbau in den kommenden Jahren. Das wirtschaftspolitische Projekt der neuen Regierung setzt Kurs auf eine neoliberale Wende. Garant dafür ist der Finanzmarktguru Paulo Guedes. Dieser plant einen harten Sparkurs, Kürzung der Sozialleistungen, Privatisierungen und die Öffnung der Märkte. Zu befürchten ist, dass die Ungleichheit wieder dramatisch steigen wird und die Erfolge im Bereich der Armutsbekämpfung zunichte gemacht werden. Das gesellschaftspolitische Projekt des neuen Präsidenten birgt enormen Sprengstoff. Bolsonaro glaubt nicht an den Klimawandel, er bekämpft stattdessen homosexuelle Menschen, indigene Bevölkerungsgruppen und Feminist/innen. Sexualaufklärung und das Hinterfragen traditioneller Geschlechterrollen wird als "Gender Ideologie" verunglimpft und soll aus Schulen und Universitäten verbannt werden, ebenso die emanzipatorischen Pädagogik des Brasilianers Paulo Freire. Unterstützt wird Bolsonaro unter anderem von den einflussreichen evangelikalen Pfingstkirchen. Sie sind längst zu einer politischen Macht im Land geworden, stellen ein Drittel der Abgeordneten im Parlament und betreiben eigene TV-Sender. Manipulierend haben auch soziale Medien in den Wahlkampf eingegriffen. Insbesondere Whatsapp wurde zur Spielwiese exzessiver Fake News Kampagnen.
Mittwoch 09:05 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Bayern 2

radioWissen

rastafariDie Aleviten Vervollkommnung durch Nächstenliebe Rastafari Leben im Hier und Jetzt Das Kalenderblatt 20.2.1820 Mörderische Büchergier: Der bibliomane Pfarrer Tinius wird verurteilt Von Simon Demmelhuber Die Aleviten - Vervollkommnung durch Nächstenliebe Autorin: Mechthild Müser / Regie: Irene Schuck "Die Liebe ist unser Glaube" und "Hüte deine Hände, deine Zunge und deine Lenden". Diese zwei Sätze werden oft zitiert, wenn ethische Vorstellungen der Aleviten umschrieben werden. Gott wird nicht weit weg im Himmel verortet, sondern das Göttliche ist überall: in der Natur, im Menschen, im All. Aleviten streben einen mystischen Weg an, in dem die Liebe zu Mensch und Natur die Hauptrolle spielt. Tradiert wurde das Alevitentum durch Lieder und Dichtung. Frauen werden als gleichberechtigt angesehen, auch wenn sie es im realen Alltag oft nicht sind. Sie können den Cem-Feiern, den Gemeinschaftsritualen, die mehrmals im Jahr stattfinden, ebenso vorstehen wie Männer. Die Aleviten stammen aus Anatolien und Mesopotamien. Seit Jahrhunderten leben sie in muslimisch dominierten Staaten, aber sie besuchen weder Moscheen, noch gehen sie auf Pilgerfahrt. Statt der Scharia praktizieren sie Rituale der Versöhnung. Sich selbst zu vervollkommnen ist ihr Ziel. Weil sie in ihrer Heimat als "Ungläubige" angesehen werden, verbergen sie oft ihren Glauben. Erst im liberaleren Deutschland treten sie offen auf, hier gibt es inzwischen alevitischen Religionsunterricht. Rastafari - Leben im Hier und Jetzt Autorin: Antje Dechert / Regie: Martin Trauner Dreadlocks, Musik und ein äthiopischer König - aus dieser Mischung entstand in den 1930er Jahren auf Jamaika eine Religion: der Rastafari-Glaube. Darin verbinden sich Elemente aus Christentum, Judentum und Hinduismus mit "Black Power". Die Rastafari-Bewegung ist eine religiöse aber auch soziale Bewegung. Eine Lebenseinstellung, die den gesamten Alltag ihrer Anhänger weltweit bestimmt, in der Karibik wie in Bayern. Die Anhänger des Rastafari verehren den letzten äthiopischen Kaiser Haile Selassie als schwarzen Messias, als Reinkarnation Christi. Ihnen geht es um die spirituelle Rückkehr in die innere Heimat Afrika, um eine eigene, "schwarze Sprache" als Gegenentwurf zum "weißen Babylon" der westlichen Kolonialherren.Jüngst stand die Glaubensgemeinschaft der Rastas immer wieder in der Kritik, wegen eines patriarchalischen Frauenbildes und homophober Tendenzen. Moderation: Florian Kummert Redaktion: Bernhard Kastner
Mittwoch 09:05 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Ö1

Radiokolleg

GrippeGrippeforschung und Grippebekämpfung (3). Gestaltung: Madeleine Amberger Influenza ist wahrlich keine exotische Krankheit. Pandemien, die Millionen Menschen das Leben kosten, brechen zwar nur alle paar Jahrzehnte aus. Doch die sozusagen ganz gewöhnliche, saisonale Grippewelle gibt es jedes Jahr. Und jedes Jahr sterben an der Viruskrankheit weltweit rund eine halbe Million Menschen. Besonders gefährdet sind Kinder, Menschen über 60 sowie Herz-Kreislaufkranke. Die Spanische Grippe von 1918/1919 gilt als die verheerendste Seuche aller Zeiten, die sogar die mittelalterliche Pest übertraf. Das Influenzavirus H1N1 wütete auf allen Kontinenten: von entlegenen Dörfern in Alaska bis in die Schützengräben Frankreichs. Weltweit starben geschätzte 50 Millionen Menschen. Zu den prominenten Opfern zählten auch der österreichische Maler Egon Schiele und seine schwangere Frau Edith. Grundsätzlich gibt es drei Typen von Influenzaviren: A, B und C. Pandemien lösen üblicherweise die Influenza-A-Viren aus. Der natürliche Wirt sind Wild- und Wasservögel, die ihrerseits Hausgeflügel anstecken. Menschen erkranken zwar nur selten an Vogelgrippe, doch im Fall einer Ansteckung verläuft die Krankheit meist schwer oder sogar tödlich. Die meisten Vogelgrippefälle zählt man in Asien, wo Menschen auf dem Land in unmittelbarer Nähe mit ihrem Geflügel leben. Überspringt ein Vogelgrippevirus nun die Artenschranke und wechselt in Schweine, Pferde oder auch Meeressäuger, kann es in der Folge Menschen leichter anstecken. Umso wichtiger ist daher ein regelmäßiges Monitoring von neuen Virenvarianten, um für eine künftige Epidemie besser gerüstet zu sein. Zwar gibt es mittlerweile einige antivirale Grippemittel auf dem Markt, doch nach wie vor gilt Prävention als die beste Waffe. Sie funktioniert freilich nicht perfekt. In der nördlichen Hemisphäre überlegen Grippeexperten im Februar, welche Stämme in der kommenden Herbst-Winter-Saison aktiv sein werden. Da der Impfstoff-Cocktail in Hühnereiern produziert wird, dauert die Herstellung von Millionen Dosen Monate. Doch Influenzaviren sind höchst wandelbare Erreger. Der Impfstoff ist daher meist nur zu 60 Prozent, in manchen Jahren gar nur zu 30 Prozent wirksam. Forscher/innen arbeiten seit langem an einem Universalimpfstoff, der über Jahre vor jedem Grippevirus schützen soll.
Mittwoch 09:30 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Ö1

Radiokolleg

bulat okudschawaZwischen Poesie und Regimekritik (3). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Sergej Nikitin war 14 Jahre alt, als er erstmals ein Lied des Dichters und Chansonniers Bulat Okudschawa hörte und daraufhin beschloss, Gitarre zu lernen. Es war Ende der 1950er Jahre. Nach Stalins Tod hatte der neue sowjetische Machthaber Nikita Chruschtschow ein politisches Tauwetter eingeleitet. Eine neue Dichter- und Sängergeneration wagte es, das auszudrücken, was im offiziellen Kulturschaffen unterdrückt wurde. Bulat Okudschawa begründete ein Genre, das später als Autorenlied oder Gitarrenlyrik bezeichnet wurde. Im Kontrast zum heroischen Pathos und dem künstlichen Frohsinn des staatlich verordneten Kunststils vermittelten diese Lieder ein weites Spektrum von Inhalten - von authentischen menschlichen Gefühlen und Sehnsüchten bis hin zu scharfer Regimekritik. Die Texte durften nicht gedruckt werden, Schallplattenaufnahmen konnten die berühmtesten Liedermacher wie Bulat Okudschawa, Alexander Galitsch und Wladimir Wyssozkij nicht machen. Doch inoffiziell fanden die Lieder - vor allem auch dank des Tonbands, das damals verfügbar wurde, eine weite Verbreitung. Studenten formierten sich in Singbewegungen, ausgehend vom Moskauer Staatlichen Pädagogischen Institut. Es war das einzige, an dem Kinder von politisch Verfolgten der Stalinzeit relativ problemlos aufgenommen wurden. Sergej Nikitin studierte Physik, spielte Gitarre und sang in mehreren Ensembles, bevor er mit seiner Frau Tatjana, auch sie eine Physikerin, vor allem im Duo auftrat. Im Unterschied zu den Liedermachern Okudschawa, Galitsch und Wyssozki verfassten die Nikitins keine eigenen Texte. Sie wählten Gedichte bedeutender russischer Poeten, und Sergej Nikitin vertonte sie. Die Physik, sagt Sergej Nikitin, war ein von sozialistischer Ideologie weitgehend freier intellektueller Raum, die mit Gitarrenbegleitung gesungene Poesie ein Raum der geistigen Freiheit. Im März wird Sergej Nikitin 75 Jahre alt. Als Physiker sind die Nikitins in Pension, doch Konzerte geben sie bis heute.
Mittwoch 09:45 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

irvin yalomIrvin Yalom Schriftsteller und Therapeut Selbstwert Mut zur Schwäche Das Kalenderblatt 20.2.1820 Mörderische Büchergier: Der bibliomane Pfarrer Tinius wird verurteilt Von Simon Demmelhuber Irvin Yalom - Schriftsteller und Therapeut Autorin: Justina Schreiber / Regie: "Und Nietzsche weinte" - ein Bestseller aus den 90er Jahren, der Millionen von LeserInnen die Freud´sche Psychoanalyse nähergebracht hat. Der Autor: Irvin D. Yalom, ein Psychiater, der vor allem durch seine Romane bekannt geworden ist. Aus vielfältigen Einflüssen entwickelte Yalom die "existentielle Psychotherapie", eine humanistisch begründete Behandlungsmethode, die Sinnfragen bzw. "letzte Dinge" in den Mittelpunkt stellt. Ihn interessierte die Wirkung interpersoneller Beziehungen. Gruppentherapien waren seine Spezialität. Das komplexe emotionale Geschehen, die Wechselwirkungen im Therapeut-Patienten-Kontakt lieferten ihm auch reichlich Stoff für Fachbücher und Romane. 1994 publizierte er den Bestseller "Und Nietzsche weinte": die Geschichte, wie der Arzt Josef Breuer versucht, den suizidgefährdeten Philosophen einer Redekur zu unterziehen und letztlich selbst von dem geistigen Austausch profitiert. Selbstwert - Mut zur Schwäche Autorin und Regie: Sabine Kienhöfer Die Weichen für das Selbstwertgefühl werden früh gestellt, denn bereits in den ersten sechs Lebensjahren finden die entscheidenden Prägungen statt. Fühlt man sich von den Eltern und der Umwelt angenommen und geliebt oder abgelehnt und missachtet? Ungefähr 50% der Menschen haben eine sichere Elternbindung, können einen stabilen Selbstwert entwickeln und relativ gut ihr Leben bewältigen. Der anderen Hälfte aber fehlt das Urvertrauen. Diese Menschen sind sehr viel unsicherer und verwundbarer und werden besonders in Krisenzeiten mit großen Selbstwertzweifeln zu kämpfen haben. Doch nicht nur die eigene Biografie beeinflusst den Selbstwert. Auch gesellschaftliche Werte wie Reichtum oder Schönheit spielen hier eine Rolle. Was kann jemand tun, der unter seiner mangelnden Selbstwertschätzung leidet? Gerade die Psychotherapie versucht, Menschen mit einem labilen Selbstwertgefühl zu unterstützen. Das Zauberwort dabei lautet: Selbstannahme. Nur wer seine eigenen Stärken und Schwächen kennt und akzeptiert, kann sich selbst und andere wertschätzen und so ein freieres Leben führen. Moderation: Redaktion: Susanne Poelchau
Mittwoch 15:05 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Bayern 1918/19Traum und Albtraum Das revolutionäre Bayern 1918/19 Von Georg Gruber
Mittwoch 19:30 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

SWR2

SWR2 Feature

ÜberversorgungÜbertherapie am Lebensende das ARD radiofeature Ein Feature über den Umgang mit Sterbenskranken Von Martina Keller (Produktion: WDR) Unser Gesundheitssystem ist gut darin Menschen zu retten. Aber schwerkranke Menschen über ihren Zustand aufzuklären und Ihnen Behandlungsalternativen aufzuzeigen, ist oftmals nicht vorgesehen. So erhalten über zehn Prozent der Krebskranken in Deutschland in den letzten 30 Tagen vor ihrem Tod noch eine aggressive Chemotherapie. Dabei könnte so mancher Krebskranke dank Palliativmedizin länger leben. Die Ursachen der Überversorgung von Menschen am Lebensende sind komplex: Manche Ärzte lassen sich durch falsche finanzielle Anreize zu zweifelhaften Therapien verleiten. Bei all dem bekommen Patientenverfügungen nicht immer die Beachtung, die ihre Verfasser sich wünschen.
Mittwoch 22:03 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

RBB kulturRadio

FEATURE

Painkillers - Die Opiatkrise in den USA Von Lorenz Rollhäuser Technische Realisation und Regie: der Autor Produktion: NDR/Dlf 2018
Mittwoch 22:04 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Ö1

Radiokolleg

BrasilienKurswechsel in Brasilien. Bestandsaufnahmen einer brüchigen Demokratie (3). Gestaltung: Ulla Ebner, Ina Zwerger Influenza. Grippeforschung und Grippebekämpfung (3). Gestaltung: Madeleine Amberger Russische Gitarrenlyrik. Zwischen Poesie und Regimekritik (3). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch
Mittwoch 22:08 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

HR2

Jazzfacts

jan klareWhat"s going on? - Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt | Jan Klare 2000 bei Just Music 2019 Jan Klare plant das Jahr 3000 im Jazz? - Das Sextett "2000" (vormals "1000") mit "Plant" (neue musikalische Anpflanzungen) bei Just Music "19 in Wiesbaden
Mittwoch 22:30 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren