Features im Radio

Features

Montag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Propaganda im Ersten Weltkrieg Der Franzmann, die Hunnen Das frühe Radio Zwischen Aufklärung und Propaganda Das Kalenderblatt 19.9.1959 Geburt der Diskothek in Aachen Von Susi Weichselbaumer . Propaganda im Ersten Weltkrieg - der Franzmann, die Hunnen Autor: Michael Zametzer / Regie: Eva Demmelhuber Der Erste Weltkrieg war auch der erste totale Propagandakrieg. Seine Waffen: Parolen, Lügen, Symbole. Die Schlachtfelder: Zeitungen, Plakate, das Kino. Der hässliche Deutsche mit der Pickelhaube, das perfide England, die Russische Bestie - Bilder, die bis in die heutige Zeit nachwirken. Dabei bedienten sich die kriegführenden Staaten verschiedener Strategien: Es galt, den Feind zum Unmenschen zu stempeln, die eigene Kultur als überlegen darzustellen - auch um die Weltöffentlichkeit für sich zu gewinnen. Die Heimat musste mobilisiert, Freiwillige angeworben, Kriegsanleihen gezeichnet werden. Der Weltkrieg der Worte und Bilder - die Propaganda wurde im Laufe der Jahre immer weiter professionalisiert und institutionalisiert. Erstsendung: 4. August 2014 Das frühe Radio - zwischen Aufklärung und Propaganda Autor: Jerzy Sobotta / Regie: Sabine Kienhöfer In den 1920er Jahren wird ein neues Medium geboren: Das Radio. Die menschliche Stimme im Äther überwindet Grenzen, ergießt sich über Kontinente. Es beginnt ein Wettlauf der Länder um Sendemasten, Reichweiten und Empfangsgeräte. Das Radio erreicht bald Millionen - und wird zum ersten wahren Massenmedium der Moderne. Und als solches zum Kampffeld der Ideologien: In der Weimarer Republik werden technikaffine Arbeiter zu Rundfunkpiraten und fordern ein proletarisches Radio. Russische Futuristen vermessen die utopischen Möglichkeiten des Funks, agitieren gegen die Religion. Durch das Radio wird der sowjetische Mensch erschaffen. In den USA entwickelt sich das neue Medium zur kommerziellen Unternehmung, die verarmte Bürger mitten in der großen Depression am American Dream teilhaben lässt. Radio ist Zauber, Verheißung, Verführung. Als brauner Volksempfänger der Nazis bringt es schließlich den totalen Staat ins zerbombte Wohnzimmer. Hoffnung und Krise, Aufklärung, Utopie und Propaganda - nirgends durchdringen sie sich so intim, wie in der Geschichte des frühen Rundfunks. Moderation: Florian Kummert Redaktion: Thomas Morawetz

Montag 10:04 Uhr WDR5

Neugier genügt

Mit Elif Senel Feature: Jahresgedenken des Vulkanausbruchs auf La Palma; Redezeit mit Andreas Bernard, Kulturwissenschaftler, Thema: Bolzplätze; Gedicht: Die Straße, der Fluss von Margherita Guidacci zur vollen Stunde WDR aktuell

Montag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Das frühe Würzburg Franken und die christliche Mission Andreas Osiander Reformation in Franken Das Kalenderblatt 19.9.1959 Geburt der Diskothek in Aachen Von Susi Weichselbaumer . Das frühe Würzburg - Franken und die christliche Mission Autor: Thomas Grasberger / Regie: Sabine Kienhöfer Lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung Würzburgs im Jahr 704 fand im 6. und 7. Jahrhundert die sogenannte Fränkische Landnahme statt. Die Könige aus dem Geschlecht der Merowinger hatten ihr Herrschaftsgebiet nicht nur auf das heutige Frankreich, sondern auch auf Gebiete östlich des Rheins im heutigen Deutschland ausgedehnt. Die Region am Untermain erwies sich dabei als strategisch wichtig, Würzburg wurde zu einem politischen Zentrum. Im 7. Jahrhundert herrschte dort im Auftrag der Merowinger das mainfränkische Herzogtum der Hedene. Mit den merowingischen Franken kam aber auch das Christentum in die Region. Schließlich hatte sich König Chlodwig I. 496 in Reims katholisch taufen lassen. Die Religion wurde für die "Frankisierung" der Maingegend zu einem zentralen Faktor. Denn zur Erschließung des weiten, dünn besiedelten Raumes griffen die Herrscher gern auf kirchliche Strukturen zurück. Einen besonderen Impuls erhielt die Verbreitung des Evangeliums durch irische Mönche, die im 7. Jahrhundert durch Kontinentaleuropa pilgerten, um Heiden zu bekehren. Den Legenden zufolge kamen in den 680er Jahren auch einige nach Würzburg: Kilian, Kolonat und Totnan. Die drei bezahlten ihre gefährliche Missionsarbeit allerdings mit dem Leben. Auf die Iren folgten schließlich angelsächsische Missionare, die systematischer ans Werk gingen und enge Bindungen an den Papst pflegten. Und bald war Franken nicht nur fränkisch, sondern auch katholisch geworden. Andreas Osiander - Reformation in Franken Autorin: Steffi Illinger / Regie: Martin Trauner Luthers Kirchenkritik wäre wirkungslos geblieben, hätten nicht mutige Theologen von der Kanzel herab seine Ideen verbreitet. Eine besondere Rolle spielt dabei Andreas Osiander. Geboren im mittelfränkischen Gunzenhausen, vermutlich als Sohn eines Schmieds, studiert er an der Artistenfakultät der Universität Ingolstadt die alten Sprachen - Latein, Griechisch und Hebräisch. Bald wird er Prediger in der Nürnberger Lorenzkirche, wo er im Gottesdienst - auf Deutsch - die kirchenkritischen Fragen seiner Zeit aufgreift. Seine Erörterungen bekommen Gewicht, und so wird Osiander als Gefolgsmann Luthers auch der Reformationspolitiker, der für den Nürnberger Rat eine neue Kirchenordnung konzipiert. Doch Osiander ist nicht nur Anhänger Luthers, sondern auch ein Intellektueller. In seinen Schriften schreibt er auch gegen judenfeindliche Pogrome an, ganz anders als der Reformator selbst. Moderation: Michael Zametzer Redaktion: Thomas Morawetz

Montag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

"Wie soll ich beweisen, dass ich mein Kind nicht missbraucht habe?" Lügendetektoren im Einsatz vor deutschen Familiengerichten Von Tom Noga In jedem dritten Sorgerechtsverfahren werden sexuelle Handlungen am Kind behauptet. Für Betroffene ist der Einsatz von Lügendetektoren oft die einzige Möglichkeit, ihre Unschuld zu beweisen. Wer als Mutter oder Vater des Kindesmissbrauchs bezichtigt wird, hat nicht nur ein strafrechtliches Problem: Meist wird der Kontakt zum eigenen Kind für die Dauer des Verfahrens eingeschränkt oder ganz verwehrt. Bis die Vorwürfe - oft erst nach mehreren Jahren - ausgeräumt sind, entfremden sich viele Kinder. Das Familiengericht muss derweil klären, in welchen Fällen echter oder fälschlicherweise behaupteter Missbrauch stattgefunden hat. In besonders strittigen Angelegenheiten werden Polygraphen, also Lügendetektoren, eingesetzt. Diese Geräte, früher im Wortsinn Vielschreiber, heute meist Apps, messen während einer Befragung den Verlauf von körperlichen Parametern: Blutdruck, Puls, Atmung und die elektrische Leitfähigkeit der Haut. Der Einsatz von Lügendetektoren ist umstritten. Kritiker verweisen auf mangelnde Verlässlichkeit. Befürworter kontern, dass die Ergebnisse von Polygraphen weit genauer seien als sogenannte aussagepsychologische Gutachten. Für Betroffene, insbesondere Mütter und Väter von kleinen Kindern, ist der Einsatz von Lügendetektoren oft die einzige Möglichkeit, ihre Unschuld zu beweisen. In nur einem von 20 Fällen erweisen sich die Vorwürfe als begründet, sagen Familienrichter hinter vorgehaltener Hand.

Sonntag Dienstag