Tagestipps im Radio

Tagestipps

Montag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Weltzeit

Moderation: Isabella Kolar Übergewichtskrise in der Südsee Fitness gegen Fett Von Andreas Stummer Ob in Samoa, Tonga, Fidschi, den Cook-Inseln oder Vanuatu - die Ernährungsgewohnheiten der Inselstaaten im Südpazifik haben sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. Wurden früher Brotfrucht, Taro und Bananen zum Eigenbedarf angebaut und ernährte man sich vor allem vom Fischfang, genügt heute der Gang in den Laden mit importierten Dosenlebensmitteln mit hohem Fettgehalt und niedrigem Nährwert. Etwa 40 Prozent der Samoaner haben Diabetes, mehr als 93 Prozent der Bevölkerung sind entweder fettleibig oder haben Übergewicht, Herz-Kreislaufproble-me sind weitverbreitet. Die Gesundheitssysteme kleiner Inselstaaten sind überfordert, die Krankenhäuser oft schlecht ausgestattet. Im Gegenzug versuchen die Regierung und Gesundheitsorganisationen einen gesünderen Lebensstil zu fördern.

Montag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Die Kinder unserer Eltern Von Nick-Julian Lehmann Freundschaft in Gefahr Mit Till Großmann, Nick-Julian Lehmann und Marie-Charlott Schube Regie, Musik und tontechnische Realisation: der Autor Autorenproduktion 2021

Montag 19:05 Uhr SWR2

SWR2 Tandem

2700 Kilometer auf dem "Weg der Freundschaft" von Eisenach nach Budapest - die Schriftstellerin Rebecca Maria Salentin Moderation:? Frauke Oppenberg Redaktion: Ellinor Krogmann Gast: Rebecca Maria Salentin Sie ist 2700 km auf dem "Weg der Freundschaft" gewandert, ein ehemals sozialistischer Wanderweg von Eisenach nach Budapest und es wurde tatsächlich ein Weg der Freundschaft. Denn Freundinnen und Freunde stießen zu ihr und wanderten ein Stück mit und sie hat neue Freundschaften beim Wandern geschlossen. Sie wandert eigentlich nicht gerne und hat vor vielem Angst (Spinnen, Hunde etc.), aber sie hat es geschafft. Vorausgegangen war eine Lebenskrise: der Mann war weg, das eigene Café verkauft, die Söhne aus dem Haus und die schöne Altbauwohnung gekündigt. Aber Rebecca Maria Salentin hat sich ein neues Leben erwandert inklusive eines Bestsellers, den sie dann schrieb.

Montag 19:05 Uhr Bayern 2

Zündfunk

Mit TikTok weltberühmt: Musikhits aus dem Globalen Süden Mit Bärbel Wossagk und Achim Bogdahn

Montag 19:05 Uhr Ö1

Dimensionen

Die Komplexitätsversteher Von Armin Stadler Nicht immer hält sich die Realität an die Modelle der Physik. Bei der Erderwärmung, die sich in den Klimamodellen von Syukuro Manabe und Klaus Hasselmann zeigte, war es allerdings so. Umso erstaunlicher ist es, wie spät die Politik (inklusive Nobelpreiskomiteé) darauf reagiert hat. Denn die Computersimulationen des Japaners und Deutschen stammen aus den 1970 und 80er Jahren. Sie ergaben Muster, die einen hausgemachten Klimawandel belegten: Es ist der Mensch, der durch seinen Kohlendioxid-Ausstoß den Treibhauseffekt verstärkt und damit die Erde aufheizt. Die beiden Klimaforscher, hieß es in Stockholm, erhalten den Physiknobelpreis 2021 für "bahnbrechende Beiträge zum Verständnis komplexer physikalischer Systeme". Solche von vielen Details und Zufälligkeiten bestimmte Systeme gibt es auch in der winzigen Welt der Atome, die Giorgio Parisi erforschte, der die zweite Hälfte der Auszeichnung erhält. Um 1980 gelang es dem Italiener, die ungeordnete Strukturen in amorphen Materialien wie Glas aufzuklären. Seine fundamentalen Erkenntnisse beeinflussten auch die Biologie, die Neurowissenschaften oder das maschinelle Lernen.

Montag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Paragraf 218 Ungewollt schwanger - und jetzt? Ein Ost-West-Vergleich Von Linda Peikert Ab 1972 durften Frauen in der DDR innerhalb der ersten zwölf Wochen selbstbestimmt entscheiden, ob sie eine ungewollte Schwangerschaft austragen wollen. Es gab keine Pflichtberatung, keine Kriminalisierung. Warum ist das im wiedervereinigten Deutschland bis heute nicht möglich? In etwa 100.000 Fällen entscheiden sich Schwangere in Deutschland jährlich für eine Abtreibung. Gründe gibt es viele, darüber gesprochen wird eher wenig. Ganz sicher hängt die Tabuisierung auch mit dem inzwischen 150 Jahre alten, sogenannten Abtreibungsparagrafen zusammen: "Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft", lautet der erste Satz des Paragrafen 218 im Strafgesetzbuch. Dabei gab es in Teilen von Deutschland für einige Zeit eine progressivere Handhabung: Seit 1972 durften Frauen in der DDR innerhalb der ersten zwölf Wochen selbstbestimmt darüber entscheiden, ob sie eine ungewollte Schwangerschaft austragen oder nicht. Keine Pflichtberatung, keine Kriminalisierung. Ins wiedervereinigte Deutschland schaffte es die Regelung nicht - und daran hat sich bis heute nichts geändert. Warum?

Montag 19:30 Uhr Ö1

On stage

Cyrille Aimée Band im September 2021 im Wiener Porgy Bess Im Lockdown sei ihr New Orleans zu trist geworden, also habe sie kurzerhand ein Stück Land in Costa Rica gekauft und im Dschungel ein Haus gebaut, erzählte Cyrille Aimée dem staunenden Konzertpublikum im Wiener Jazzclub Porgy Bess, wo die französische Jazzsängerin am 12. September 2021 nach einigen pandemiebedingten Verschiebungen endlich mit ihrem Quartett auf der Bühne stehen konnte. Aus New Orleans nach Wien eingeflogen wurden Bassist Lex Warshawsky und der Schlagzeuger und Perkussionist Pedro Segundo. Am Fazioli-Flügel im ausverkauften Porgy Bess saß der zu Recht stürmisch bejubelte französische Pianist Thomas Enhco, den Cyrille Aimée noch aus der Zeit kennt, bevor es die Vokalistin in die Vereinigten Staaten zog. Die zierliche Französin mit dem Wuschelkopf sang unkapriziös und authentisch, voll Herzblut und Lebensfreude Lieder aus eigener Feder sowie Jazzstandards und Musicalsongs von Stephen Sondheim. Auch "Rupert the Looper", wie Cyrille Aimée ihre Loopingstation liebevoll nennt, kam zum Einsatz und unterstützte die auch in funkensprühenden Scat-Soli glänzende Sängerin bei weiteren beeindruckenden Darbietungen ihrer vokalen Kunst. Ein Konzertabend mit einem jungen, quirligen Quartett, das umwerfend musizierte, und dessen Mitglieder sich gegenseitig zu Höhenflügen anspornten und das Wiener Publikum in einen Ozean der "good vibes" tauchen ließen. Gestaltung:Verena Göltl

Montag 20:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

In Concert

Funkhauskonzert Live aus Raum Dresden von Deutschlandfunk Kultur Daniel Kahn Moderation: Carsten Beyer Multitalent aus Detroit, den es mittlerweile von Berlin nach Hamburg verschlagen hat.

Montag 20:05 Uhr Bayern 2

Hörspiel

Stein, Stiel, Schlehe Von Esther Kinsky Mit Ben Reynolds, Julia Riedler, Jochen Striebeck und Eszter Tompa Komposition: Felix Stachelhaus Regie: Jens Bluhm BR 2019 Wiederholung vom Sonntag, 15.05 Uhr Esther Kinskys erstes Originalhörspiel "setzt die kristalline Schönheit von Sprache mit großer Bedachtsamkeit und kreativer Intensität in Bezug zu Naturthemen und ihren immerwährenden Wandlungs- und Verfallsprozessen." (Lobende Erwähnung der Jury Hörspiel des Monats). Der Titel Stein, Stiel, Schlehe ist entstanden aus der ungarischen Wortfolge kõ növény kökény - Stein Pflanze Schlehe. Die Schlehen spielen zwar am Schluss eine Rolle, doch ging es bei dieser Sequenz mehr um den Klang, um diese - für den des Ungarischen nicht mächtigen - scheinbare Entwicklung zum Zusammenwachsen der beiden ersten Wörter zu einem dritten: so als sei kökény - das Wort für Schlehe - ein zusammengewachsenes kõ und növény - Stein und Pflanze. Im ganzen Text geht es um Transformationen dieser Art, die aus der Spannung zwischen Widrigem erwachsen, die im Klang liegen kann, im Bild, in Fremdheit. Es geht um die versehrten Gelände des Herzens im Schatten von Verlust und Trauer, um das Entgleiten der Welt aus dem Wir ins Ich, das sich noch hilflos um zweierlei Blick bemüht, um die unstete Lesbarkeit der Welt, die sich dem halbverwaisten Blick bietet oder entzieht." Esther Kinsky, geb. 1956 in Engelskirchen, Übersetzerin und Schriftstellerin. Romane u.a. Sommerfrische (2009), Am Fluss (2014), Hain: Geländeroman (2018). Lyrik u.a. Die ungerührte Schrift des Jahrs (2010), Am kalten Hang: viagg" invernal (2016). Zahlreiche Auszeichnungen u.a. Paul-Celan-Preis 2009, Franz-Hessel-Preis 2014, Adelbert-von-Chamisso-Preis 2016, Preis der Leipziger Buchmesse 2018, Erich-Fried-Preis 2021.

Montag 22:00 Uhr MDR KULTUR

Atlas *

Von Thomas Köck Thomas Köck erzählt von Arbeitsmigration in den 1980er Jahren, vom Untergang der DDR und von einem Kind, das nach Vietnam reist, um den Weg seiner Vorfahren nachzuzeichnen. Über drei Generationen entfaltet sich eine komplexe Familiengeschichte: Die Großmutter floh kurz nach dem Ende des Vietnamkriegs 1975 mit ihrem Kind aus Saigon auf die Flüchtlingsinsel Pulau Bidong. Sie gehören zu den "Boatpeople", auf der Überfahrt kenterte das Schiff, Mutter und Tochter wurden getrennt. Die Großmutter wurde schließlich als Kontingentflüchtling von der Insel gerettet und nach Westdeutschland gebracht. Nach einigen Jahren kehrte sie aus der BRD zurück nach Vietnam. Die Tochter hingegen ertrank entgegen der Annahme ihrer Mutter nicht und wuchs als Adoptivkind auf. Als junge Erwachsene bewarb sie sich als Vertragsarbeiterin und wurde in die DDR entsandt, die ab 1980 vietnamesische GastarbeiterInnen aufnahm. Köck, der virtuos Bilder von Bootsflüchtlingen oder Wirtschaftsfragen im Gestern und Heute verschränkt, die Geschichten der Vergangenheit mit der hochtechnisierten Gegenwart, entwickelt eine ungewöhnliche und mitreißende Perspektive auf die politische Wende 1989 und eine vietnamesische Familiengeschichte, die in der DDR wie in der Bundesrepublik ihre Spuren hinterließ. Thomas Köck, geboren 1986 in Steyr, Oberösterreich. Er wurde durch Musik sozialisiert und studierte Philosophie in Wien sowie Szenisches Schreiben und Film an der Universität der Künste Berlin. Er arbeitete beim theatercombinat wien, war mit einem Dokumentarfilmprojekt über Beirut zu Berlinale Talents eingeladen, war Hausautor am Nationaltheater Mannheim, bloggt mit KollegInnen auf nazisundgoldmund.net gegen rechts und entwickelt mit Andreas Spechtl unter dem Label ghostdance konzertante readymades. Für seine Theatertexte wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. 2018 mit dem Literaturpreis "Text & Sprache" des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft sowie 2018 und 2019 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis, zuletzt auch mit dem Publikumspreis der Mülheimer Theatertage NRW. "Atlas" erhielt 2021, im 70. Jahrgang des Wettbewerbs, die wichtigste deutsche Hörspielauszeichnung, den "Hörspielpreis der Kriegsblinden". Regie: Heike Tauch Komponist: Janko Hanushevsky Produktion: MDR 2020 Sprecher: Mai Duong Kieu - Tochter Dan Thy Nguyen - Herr Le Stephan Grossmann - DDR Funktionär Thuy Nonnemann - Mutter Claudia Jahn - Chorstimme (69 Min.)

Sonntag Dienstag