Tagestipps im Radio

Tagestipps

Montag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Weltzeit

Moderation: Margarete Wohlan Georgiens Transparenz-Gesetz Zwischen Russland und der EU Mit Björn Blaschke und Klaus Remme In Georgien ist am 1. Juni ungeachtet heftiger internationaler Kritik das Gesetz zur "ausländischen Einflussnahme" in Kraft getreten. Gegen das Gesetz und für eine europäische Perspektive Georgiens gehen seit über zwei Monaten zehntausende Menschen im Land auf die Straße. EU-Ratspräsident Michel sprach von einem "Rückschritt, der Georgien vom Weg in die EU entfernt". Doch welche Hebel hat die EU, um auf die Entwicklung in Georgien Einfluss zu nehmen? Und warum ist die Regierungspartei "Georgischer Traum", die die EU-Orientierung des Landes in der georgischen Verfassung verankert hat und nach offiziellen Bekundungen nach wie vor daran festhält, auf eine prorussische Annäherung umgeschwenkt?

Montag 19:00 Uhr HR2

Hörbar Feine Folk-Fiddlen aus Finnland & mehr Musik grenzenlos

Wir zelebrieren Folk-Fiddlen mit den beiden Musikerinnen Emilia Lajunen & Suvi Oskala. Die beiden tauchen tief ein in alte Volksweisen aus Mittelfinnland, die sie in Bibliotheken und aus Überlieferungen gesammelt haben und mit neuen Arrangements in unsere Zeit holen.

Montag 20:00 Uhr Radio Matchbox

Erinnerung an Ray Charles

Zum 20ten Todestag von Ray Charles erinnert Johannes zusammen mit kleinen Beiträgen aus dem RadioMatchbox - Moderatorenteam an diesen Ausnahmekünstler und Brückenbauer zwischen verschiedenen Musikrichtungen. Johannes Schmoll

Montag 20:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

In Concert

Festival Jazzdor Berlin Kesselhaus Aufzeichnungen vom 04. und 05.Juni.2024 Tuba Trio: Michel Godard, Tuba Florian Weber, Klavier Anne Paceo, Schlagzeug (Deutschlandpremiere) Sophie Bernado 4et: "CÉLESTINE IN THE CLOUDS" Sophie Bernado, Fagott, Gesang Marie Pascale Dubé, Gesang Joachim Florent, Kontrabass Taiko Saito, Vibrafon (Uraufführung) Moderation: Matthias Wegner

Montag 20:10 Uhr RadioEINS

Horst Evers

ist Kabarettist und Chronist des Alltags. Vor allem seines Alltags. Ihm passieren absurde, komische, manchmal tragische Dinge, aber er nimmt sie (meist) mit Humor. Ab dem 11. Juni präsentiert Horst Evers die Vorpremiere seines neuen Kabarett-Solos "So gesehen natürlich lustig" schon mal im Mehringhof-Theater in Kreuzberg. Heute Abend ist Horst Evers zu Gast im studioeins im Bikini Berlin.

Montag 21:00 Uhr Bremen Zwei

ARD Radiofeature: Demontage der Demokratie

Am 9. Juni 2024 sind Europawahlen. Bereits jetzt zeigt sich, dass ungarische Netzwerke aus Denkfabriken, Medienfirmen, PR-Agenturen bestehen, die Stimmung gegen Europa machen. Das demokratische System soll unterwandert werden. Einfache Botschaften und Lösungen von Rechtsaußen werden mit modernsten Methoden in den sozialen Netzwerken verbreitet. Wie funktioniert das im Einzelnen? Ist diese Form der Meinungsbeeinflussung wirklich effizient? Woher stammt die Finanzierung? Wie gehen die Akteure vor?

Montag 22:00 Uhr MDR KULTUR

Feuer an bloßer Haut

Von Rolf Schneider 1920 ist Milena Jesenská 24 Jahre alt und hat in ihrer Heimatstadt Prag bereits einiges Aufsehen erregt: auch, weil sie mit 19 gegen den erbitterten Widerstand ihres nationalistisch-antisemitsch eingestellten Professoren-Vaters den etwas verbummelten jüdischen Literaten Ernst Polak heiratete. Sie schreibt für tschechische Zeitungen und übersetzt, unter anderem Erzählungen eines deutschsprachigen Prager Autors namens Franz Kafka. Die beiden kennen sich aus der Prager Literaturszene, und sie haben über Übersetzungs- und Literaturfragen auch schon korrespondiert, als sich der Briefwechsel-Dialog in jenem Jahr 1920 derart intensiviert, dass Milena den 13 Jahre älteren, von ihr bewunderten Autor überreden kann, sich auf der Rückfahrt von einer Kur in Meran in Wien mit ihr zu treffen. Es wird eine überwältigende Begegnung, für beide. Ein Paar werden sie trotzdem nicht. Schon bald kehrt ihre Liebe zurück in die Briefe, aus denen sie für Tage und Stunden herausgesprungen war. Im letzten Brief, 1923, ist alles nur noch Erinnerung, und Kafka kehrt zum "Sie" zurück. Kafkas "Briefe an Milena" sind hunderttausendfach gedruckt und gelesen worden. Ihre, Milenas, Briefe wurden nie gefunden. Im Dialog dieses ungewöhnlichen Paares, einer "literarischen Fiktion, hergestellt aus Originalen" (Rolf Schneider), werden sie "rekonstruiert". Durch Anlehnung an Milenas Biografie, ihre Feuilletons und Reportagen, durch Einfühlung in eine der sonderbarsten Liebesgeschichten des 20. Jahrhunderts. Milena Jesenská wurde am 10. August 1896 in Prag geboren. Nach Kafkas Tod war sie eine bedeutende Publizistin der ersten Tschechoslowakischen Republik, eng verbunden mit der kommunistischen Linken. Wegen ihrer Kritik am Stalinismus wurde sie 1936 aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen. Im November 1939 wurde sie von der Gestapo verhaftet und ins KZ Ravensbrück deportiert, wo sie am 17. Mai 1944 starb. Franz Kafka, am 3. Juli 1883 in Prag geboren, gestorben am 3. Juni 1924, ist einer der prägenden Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Rolf Schneider, geboren am 17. April 1932 in Chemnitz, wuchs in Wernigerode auf. Seit Ende der 50er Jahre ist er als freier Schriftsteller tätig. 1976 war er einer der Erstunterzeichner der Biermann-Protestresolution. Schneider hat über 50 Hörspiele geschrieben, u.a. "Zwielicht" (Hörspielpreis der Kriegsblinden 1966). Zuletzt produzierte der MDR "Die Affäre d"Aubrey" (MDR/RBB 2004), "Die Affäre Loepold-Loeb" (RBB/MDR 2004), "Nach der Liebelei" (ORF/MDR 2006), "Besuch in Mechtshausen" (2012) und "Goethefrauen" (2020). Regie: Ulrich Lampen Komposition: Bert Wrede Produktion: MDR 2007 Mitwirkende: Johanna Wokalek - Milen Sylvester Groth - Franz Kafk (54 Min.)

Montag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Kriminalhörspiel

Blut auf Holz Von Jean-Michel Räber Regie: Julia Hölscher Mit: Meriam Abbas, Jonas Anders, Samuel Finzi, Torsten Föste, Julia Nachtmann, Moritz Grove, Victoria Trauttmansdorff, Gerdy Zint Komposition: Tobias Vethake Ton und Technik: Hermann Leppich und Christoph Richter Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2022 Länge: 55"35 Kai wird überraschend gekündigt. Noch unter Schock stiehlt er seinem Chef eine geheimnisvolle Skulptur. Der Diebstahl stellt sein geordnetes Leben auf den Kopf. Eine turbulente Krimi-Komödie. Was hat sein Chef da gesagt? Kai ist wie gelähmt. Eben wurde er aus der Werbeagentur "Bronsky Brüder" geworfen. Von einer Sekunde auf die andere steckt er mittendrin in einer existenziellen Krise. Im Affekt stiehlt Kai, der bis dahin unbescholten und bescheiden war, seinem Chef Bronsky eine Holzfigur. Die Tat beschert ihm einen Adrenalinschub. Zu Hause benimmt er sich plötzlich, als sei er Joseph Beuys persönlich. Von nun an werde er ganz große Kunst machen, verkündet er seiner Frau Luise. Die macht sich ihre eigenen Gedanken: Steckt hinter der Energie ihres Mannes eine andere Frau? Währenddessen ist jemand auf Kais Fersen: sein ehemaliger Chef. Er will die Skulptur zurück, koste es, was es wolle. Wie weit wird er gehen? Jean-Michel Räber, geboren 1959 in Zürich, arbeitete als Schauspieler an zahlreichen Theatern. Seit 1994 schreibt er Hörspiele und Theaterstücke. Für "Bis in die Wüste" erhielt er 2006 den Baden-Württembergischen Jugendtheaterpreis. Er lebt in Heidelberg. Krimi-Komödie: Krise als Chance Blut auf Holz

Montag 22:04 Uhr WDR3

WDR 3 Jazz

Mit Karsten Mützelfeldt Sonny Rollins: Saxophone Colossus Sonny Rollins, mittlerweile 93 Jahre alt, zählt zu den letzten noch lebenden Granden des Jazz, eine wahre Legende. Nicht wenige bescheinigen ihm, einer der größten Improvisatoren in der Geschichte dieser Musik gewesen zu sein. Einige von Rollins" Eigenkompositionen haben es zu Standards geschafft, zwei der bekanntesten sind Calypsos: "Don"t Stop The Carnival" und "St. Thomas". Die Entscheidung, sich vergleichsweise spät der Musik zu widmen, hat mit künstlerischem Selbstzweifel zu tun. Auch wenn ihn der Titel eines Albums als Saxophone Colossus bezeichnet - 1959 zieht sich Rollins überraschend aus der Szene zurück. Tag und Nacht geht er auf die New Yorker Williamsburg Bridge, um dort zu üben. Direkt nach seiner Rückkehr entsteht sein berühmtestes Album: The Bridge. Ende der 60er zieht sich der Saxophonist ein weiteres Mal zurück. Als Rollins in der Szene wieder auftaucht, tritt er fortan einzig in eigener Sache auf - und nur noch in Konzerthallen.

Montag 23:03 Uhr WDR3

WDR 3 open: World

Mit Antje Hollunder "König der kongolesischen Rumba" - Wiederhören mit Papa Wemba Über fünf Jahrzehnte prägte Afrikas Superstar aus der Demokratischen Republik Kongo die musikalische Landschaft weit über seine Heimat hinaus. Am 14. Juni 2024 wäre der Pionier der World Music 75 Jahre alt geworden. Antje Hollunder feiert ihn. Schon zu Lebzeiten galt Papa Wemba als Legende. Ab den 1970er Jahren begeisterte der Sänger mit der markanten Falsett-Stimme Millionen von Menschen. Stilprägend war nicht nur seine moderne Form der kongolesischen Rumba, sondern auch seine extravagante Kleidung. Mit ihr beeinflusste Papa Wemba die jungen Männer der sozialen Bewegung La Sape, die in seiner Heimat gegen die Politik des damaligen Diktators Mobutu protestierten und mit ihrem eleganten Outfit ausdrückten, dass sie keine einfachen Unruhestifter oder Rebellen sind. Weltbekannt wurde der kongolesische Kultmusiker als Vorreiter der World Music, nachdem drei seiner Alben in den 1990er Jahren über das Label Real World des britischen Popmusik-Weltstars Peter Gabriel veröffentlicht wurden. Im Alter von 66 Jahren starb Papa Wemba wie er sich es gewünscht hatte: mitten in einem Konzert. Anlässlich seines 75. Geburtstags lässt Antje Hollunder die Erinnerung an eine der berühmtesten Stimmen des Kongo aufleben.

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