Features

Mittwoch 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - 100 Jahre Salzburger Festspiele

Eine Geschichte in 1.000 Facetten (3). Gestaltung: Nadja Kayali, Michela Schierhuber Friedensprojekt, "großes Welttheater", Weltmarke und "Zentrum der Kunst": all das und noch viel mehr sind die Salzburger Festspiele nun schon seit genau 100 Jahren. Die Idee für ein Festival von Weltrang gärte schon viele Jahre bevor am 22. August 1920 erstmals der Salzburger Domplatz zur Bühne für den "Jedermann" wird. "Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes", aus der Feder von Hugo von Hofmannsthal in einer Inszenierung von Max Reinhardt, vereint künstlerisch zwei der Gründerväter des Festivals. Der Wunsch, in der Mozartstadt seinem Genius loci regelmäßig ein künstlerisches Denkmal zu setzen, kursierte bereits seit den 1840er Jahren. Gemeinsam mit Richard Strauss, Franz Schalk und Alfred Roller wurde schließlich nach Ende des Ersten Weltkriegs die Vision eines "Wallfahrtsorts der Kunst" konkret. Nach den Gräueln der Kriegsjahre sollte die Kunst ganz bewusst zu einem - auch international - einenden Band werden. Doch der künstlerische Blick in die Vergangenheit war und ist auch immer mit einem Blick in die Gegenwart und Zukunft verbunden: schon mit Richard Strauss war zu Gründerzeiten ein zeitgenössischer Komponist prominent vertreten, Werke von Gottfried von Einem, Friedrich Cerha, Luciano Berio, Krzysztof Penderecki oder Kaija Saariaho standen und stehen auf dem Spielplan, Nachwuchsprogramme für zeitgenössische Komponist*innen, junge Regisseur*innen und Sänger*innen zähl(t)en ebenso zum umfassenden Programm der Salzburger Festspiele. Trotz, oder wohl gerade wegen der Maxime, die besten Künstlerinnen und Künstler aus jeder Sparte zu vereinen, bieten die Salzburger Festspiele wie kaum ein anderes Festival die Möglichkeit zu einem triumphalen Debut oder einem legendären Einspringen. Denn bei den Salzburger Festspielen zählen nicht nur die Dramen auf der Bühne, sondern auch jene dahinter: spätestens seit der Ära Karajan hat auch der internationale Jetset in der Mozartstadt Einzug gehalten und ist fixer Bestandteil der Berichterstattung. Ein Faktum, das manchmal das feinziselierte Programm auf "Highlights" zu beschränken versucht. Aber ein Blick in die scheinbar "unspektakulären" Konzerte und Schauspielabende rückt das Bild rasch zurecht. In ihrer 100-jährigen Geschichte sind die Salzburger Festspiele auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Stadt und Land Salzburg geworden. Gleichzeitig gelingt es den Salzburger Festspielen in ihrem hohen Anspruch an die Kunst auch das heimische Publikum in Salzburg einzubinden, nicht zuletzt durch das "Fest zur Festspieleröffnung" oder das mannigfaltige Nachwuchsprogramm, wie günstige Jugendabos. Damit ein so großes Unterfangen mit rund 200 Aufführungen in knapp 40 Tagen sicher über die Bühne gehen kann, bedarf es vieler kleiner Rädchen, die ineinandergreifen, um das große Ganze - also das "Große Welttheater" - bilden zu können. Im Scheinwerferlicht steht also nicht nur die Festspielgeschichte auf der Bühne, sondern auch die 1.000 Facetten dahinter.

Mittwoch 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Weltreligion Hinduismus Viele Wege führen zum Heil Ganesha, der Elefantengott Garant für Glück, Wohlstand und Erfolg Das Kalenderblatt 15.7.1955 Erste documenta in Kassel eröffnet Weltreligion Hinduismus - viele Wege führen zum Heil Autorin: Bettina Weiz / Regie: Frank Halbach Von den Weltreligionen dürfte der Hinduismus die vielfältigste sein: Von Schiwa, der auf einem einsamen Berg meditiert, über Wischnu, der mal als Schildkröte, mal als Eber und mal in noch anderen Formen auftaucht, bis zu Kali, die mit einer Kette aus Totenköpfen um den Hals tanzt, gibt es kaum überschaubar viele Götter und Göttinnen. Manch ein Hindu ist auch überzeugter Atheist. Einige Strömungen gibt es seit unvordenklichen Zeiten, andere sind erst ein paar Jahre alt. Gemeinsam haben sie, dass sie vom indischen Subkontinent stammen und dass jeder Mensch selbst zusehen muss, wie er zu seinem Heil kommt. Bettina Weiz schildert in ihrem Beitrag, wie die Religion gelebt wird. Ganesha, der Elefantengott - Garant für Glück, Wohlstand und Erfolg Autorin: Sylvia Schopf / Regie: Christiane Klenz Die beliebteste und populärste Gottheit im Hinduismus ist eine füllige Gestalt mit Wohlstandsbauch. Sein markantes Erkennungszeichen: ein Elefantenkopf, der auf seinem menschlichen Körper thront. Warum das so ist, erzählt eine der unzähligen Mythen, die sich um die hinduistische Gottheit ranken. Sein Abbild findet man in Indien an vielen Eingangstüren, in Geschäften, Wohnzimmern und auch im Auto oder öffentlichem Bus. Denn der freundliche, humorvolle und zu Streichen aufgelegte Ganesha gilt als Glücksbringer, Beseitiger von Hindernissen und ist Symbol für Wohlstand und Erfolg. Außerdem unterstützt er all diejenigen, die sich im Übergang in ein anderes Lebensstadium befinden, die vor einem Neubeginn stehen: die werdende Mutter ebenso wie der Reisende, der "Häusle-Bauer" oder Geschäftsleute, die Verträge unterschreiben. Man erbittet Ganeshas Hilfe, um das Alte hinter sich zu lassen und das Neue mit Elan, Freude am Leben und Genuss anzugehen. Einmal im Jahr (zwischen Mitte August und Mitte September) wird in vielen Teilen Indiens seit dem 19. Jahrhundert ihm zu Ehren ein großes, mehrtägiges Fest gefeiert: Ganesha Chaturthi, das Fest der guten Wünsche. Moderation: Gabi Gerlach Redaktion: Bernhard Kastner

Mittwoch 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Intensivmedizin

In der Blackbox (3). Gestaltung: Christina Höfferer In der Coronakrise war Italien der erste europäische Intensivpatient. Damit rückte ein Thema ins Blickfeld, das sonst kaum in den Schlagzeilen auftaucht. Die Intensivmedizin ist eine Blackbox. Wenige kommen hinein, viele kommen nicht mehr heraus aus Stationen, die mit höchster Technik ausgerüstet sind und speziellstes Know How bieten. Was passiert in den Intensivstationen? Wie sind sie organisiert, wie ausgestattet? Höchst unterschiedlich, zeigte der europäische Vergleich aus Anlass der Coronakrise. Ausgangspunkt Südtirol: Der Gastwirt Otto Egger hat sich auf seiner Berghütte in Meran im Kundenkontakt mit Covid 19 infiziert: "Nach vier Tagen bin ich aufgewacht, und dann bin ich nicht mitgekommen, wo ich bin, ich hörte eine fremde Sprache." Otto Egger war mit dem Flugzeug aus Südtirol nach Chemnitz in Deutschland gebracht worden, wo sein Leben gerettet wurde. "Die Mitarbeiter auf der Intensivstation haben auf mich geschaut, wie wenn ich ihr Kind wäre." Elena Costantini ist Reanimationsmedizinerin im Humanitas Krankenhaus in Mailand. "Ich verbringe die meiste Zeit meines Lebens in der Intensivmedizin, ich weiss, dass wirkt bedrückend, aber für mich ist es ein Ort der Hoffnung, wo Ärzte und Pfleger in sehr schwierigen Situationen zusammenarbeiten um Leben zu retten."

Mittwoch 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Lexikon der österreichischen Popmusik

Dorian Concept, Eela Craig, Christina Stürmer, Boris Bukowski (3). Gestaltung: Thomas Mießgang, Walter Gröbchen, Stefan Niederwieser, Al Bird Sputnik *Christina Stürmer* Christina Stürmer ist mehrfach Erste. Sie ist die erste Österreichin an der Spitze der deutschen Albumcharts, die erste Figur im Wachskabinett Madame Tussauds in Wien und die erste Zweite bei Österreichs erster Casting Show. Als sie an Starmania im ORF teilnimmt, ist Christina Stürmer ist 20 Jahre alt. Die Musikindustrie kämpft da gerade um ihre Zukunft. Seit der Jahrtausendwende schrumpft ihr Geschäft dramatisch, auf die New Economy hat sie lange Jahre keine Antwort. Einerseits sind die Such-Riesen, Smartphone-Leviathane und Filesharing-Hydras ihr technologisch überlegen, andererseits zerschlagen PR-Kampagnen und Gerichtsprozesse gegen Musikpiraterie, die große Musiklabels betreiben, viel Porzellan bei der Zielgruppe. Nur für einige Monate sprudelt das Geschäft mit Klingeltönen. Und dann gibt es noch Casting Shows. Sie sind ein Produkt dieser Zeit, denn Mobilfunk ermöglicht das schnelle und einträgliche Abstimmen per SMS, auf Websites schrumpft mit Webcams die Distanz zu den neuen Stars, die in lokalen Märkten auf laufenden Band produziert werden sollen. Christina Stürmer gewinnt ihre Casting Show nicht - entgegen aller Erwartungen. Dafür werden ihr Deutschpop-Songs auf den Leib geschrieben, mit denen sie schnell am wesentlich größeren deutschen Markt reüssiert. Das Image des Mädchen von Nebenan - immer fröhlich, immer gut gelaunt - schreibt sich fast von selbst, ihr österreichischer Dialekt, der einer Karriere in Deutschland angeblich im Weg stehen soll, verschwindet zusehends. Rock gilt damals als Sound der Stunde, in der Form von Bands, die sich The Strokes, The Killers oder The White Stripes nennen, schwappt er auf Europa über. Die Themen sind nicht sehr kompliziert, am deutschen Markt werden sie noch weiter eingedampft. Sie handeln vom richtigen Lebensgefühl, sich treu bleiben, sich nicht verbiegen, nicht genug vom Leben bekommen - und obwohl das vereinzelte Individuum im Zentrum dieser Songs steht, ist gelegentlich auch Platz für klassische Liebeslieder. Politische Botschaften werden vermieden, gegen die Verwendung von Songs im Wahlkampf geht man dennoch rechtlich vor, für etwas Aufregung sorgt dann eine Interpretation der Österreichischen Bundeshymne mit neuem Text, der die großen Töchter des Landes würdigt. Mit Werbedeals schwindet dann auch der Erfolg von Christina Stürmer, mehrfach wechselt das Management. Ihre Alben erreichen in den Zehner Jahren weiterhin Gold, Platin, das mitunter auch in Deutschland. Die Verkaufszahlen schrumpfen zwar, mit insgesamt über einer Million verkaufter Tonträger ist Christina Stürmer die erfolgreichste Musikerin des Landes. Das Feuilleton nimmt es wie zuvor schon mit Schulterzucken hin. Gestaltung: Stefan Niederwieser

Mittwoch 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Ohnmachtsgefühle In der Falle der Selbst-Blockade Schuldgefühle Wenn Selbstvorwürfe zur Qual werden Das Kalenderblatt 15.7.1955 Erste documenta in Kassel eröffnet Ohnmachtsgefühle - in der Falle der Selbst-Blockade Autorin: Prisca Straub / Regie: Eva Demmelhuber Ohnmacht ist ein außerordentlich mächtiges Gefühl - obwohl es mit dem Verlust von Macht zu tun hat. Genauer gesagt: mit dem Verlust von Selbst-Mächtigkeit. Selbstmächtig ist, wer das Gefühl hat, sein Leben mitgestalten zu können. Ohnmacht ist das Gegenteil davon: Ich fühle mich hilflos. Mächten und Kräften ausgesetzt, über die ich keine Kontrolle habe. Ohnmacht kann bitter machen, dauerhaft krank und depressiv. Personen, deren Selbstwertgefühl sich besonders stark auf sichtbare und messbare Leistungen gründet, erfahren den Verlust von äußerer Bestätigung häufig als ganz besonders leidvoll, wenn scheinbare Daseinsberechtigungen plötzlich wegfallen - sei es der Erfolg im Job, das gut gefüllte Bankkonto, die Vorzeigefamilie. Umgekehrt verfügen diejenigen über einen wirksamen Schutz, die positive Erfahrungen damit gemacht haben, das Leben nach eigenen Vorstellungen mitzugestalten und auszufüllen. Schuldgefühle - wenn Selbstvorwürfe zur Qual werden Autorin: Justina Schreiber / Regie: Schuldgefühle können verheerend wirken. Wenn quälende Selbstvorwürfe kein Ende nehmen, droht mit dem Selbstwertverlust eine Depression. Auch kann bereits ein latent schlechtes Gewissen das Handeln grundlegend beeinflussen. Man entscheidet sich etwa für einen ungeliebten Partner oder lädt sich unnötige Arbeit auf, um ein vermeintliches oder tatsächliches Fehlverhalten auszugleichen. Ein strenges hochmoralisches Über-Ich übernimmt - mit Sigmund Freud gesprochen - die Kontrolle. Was zur Folge hat, dass man emotional erpressbar wird. Doch die verschobene Motivlage bleibt den Betroffenen selbst oft verschleiert. Allzu gern werden die unangenehmen Schuldgefühle nämlich ins Unbewusste verdrängt. Umso wichtiger erscheint hier deshalb die Therapie, auf welcher Ebene sie auch ansetzt. Wer sich seinen Schuldgefühlen kritisch zuwendet, bekommt die Chance, dahinterliegende Ängste oder Konflikte zu erkennen. Einer Ent-Schuldigung steht dann vielleicht nichts mehr im Weg. Modeartion: Gabriele Gerlach Redaktion: Susanne Poelchau

Mittwoch 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Wenn Du glaubst, die Welt geht unter Über Endzeitfantasien Von Hans von Trotha

Mittwoch 22:00 Uhr MDR KULTUR

Doris Dörrie und das Glück des Schreibens

Von Horst Konietzny (Ursendung) "Etwas weiterzugeben, was andere glücklich macht, das macht mich glücklich", sagt Doris Dörrie, wenn sie über ihre ungewöhnlichen Lesungen rund um das Erscheinen ihres jüngsten Buches spricht. "Leben, schreiben, atmen. Eine Einladung zum Schreiben" - schon der Titel ihres unlängst erschienenen Buches sagt, wohin die Reise geht: ins eigene Leben. Doris Dörrie will Lust machen, dieses Leben im eigenen Schreiben neu zu entdecken und es wiederum als Inspirationsquelle für das Schreiben zu nutzen. In ihrem Buch wird sie explizit autobiografisch, indem sie ihre Übungen selbst anwendet. In ihren Lesungen lässt sie dann das Publikum schreiben und erntet hunderte glücklicher Gesichter. Feature-Autor Horst Konietzny begleitet Doris Dörrie bei ihrer Arbeit und versucht mit ihren Anregungen im Selbstversuch glücklich zu werden. Horst Konietzny, Münchner Autor, Dramaturg und Regisseur, Inszenierungs- und Leitungstätigkeit an Stadttheatern und freier Szene in den Grenzbereichen von Musik, bildender Kunst und Theater. Zahlreiche Dokumentartheaterproduktionen u.a. am Thalia Theater Hamburg und am Theater Nürnberg, 1992 Kulturförderpreis der Stadt Erlangen, Seit Mitte der 1990er-Jahre Schwerpunktverlagerung hin zu freier Kunst und Medien. Realisation von Kunstprojekten im öffentlichen Raum. Arbeiten zum Thema kultureller Stadtentwicklung, Erinnerungskultur, mediale Kunst im öffentlichen Raum. Regie: Horst Konietzny Produktion: RBB 2020

Mittwoch 22:03 Uhr SWR2

SWR2 Feature

Akustisches Corona Tagebuch Dokumente der Veränderung Von Wolfram Wessels Auf dokublog.de haben wir im März ein akustisches Corona Tagebuch eingerichtet. Daran kann sich jeder beteiligen, indem er Audios auf die Internetseite lädt. In Tönen, Gesprächen, Reportagen und Reflektionen wollen wir versuchen, die Veränderungen im Alltag festzuhalten und zu dokumentieren. Was heißt das, auf Abstand zu leben? Wir telefonieren viel, klatschen von Balkonen, singen, musizieren, entdecken unsere akustische Umwelt neu. Diese Dokumente sind Grundlage eines Features, das zeigen soll, wie die Auswirkungen der Corona Pandemie das Leben der Menschen bestimmt.

Mittwoch 22:04 Uhr rbb Kultur

FEATURE

Doris Dörrie und das Glück des Schreibens Von Horst Konietzny Regie: der Autor Produktion: rbb 2020 - Ursendung -

Mittwoch 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

100 Jahre Salzburger Festspiele.Eine Geschichte in 1.000 Facetten (3). Gestaltung: Nadja Kayali, Michaela Schierhuber Intensivmedizin. In der Blackbox (3). Gestaltung: Christina Höfferer Lexikon der österreichischen Popmusik. Dorian Concept, Eela Craig, Christina Stürmer, Boris Bukowski (3). Gestaltung: Thomas Mießgang, Walter Gröbchen, Stefan Niederwieser, Al Bird Sputnik

Mittwoch 22:30 Uhr HR2

Jazzfacts

What"s going on? - Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt | Die Königsklasse in Aktion: Redman / Mehldau / McBride / Blade und "RoundAgain" "RoundAgain" - Die Rückkehr der ruhmreichen Vier: Joshua Redman zu seinem neuen Album mit Brad Mehldau / Christian McBride / Brian Blade - Jazz in Zeiten von Pandemie und BlackLivesMatter

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