Tagestipps im Radio

Tagestipps

Sonntag 18:00 Uhr HR2

Feature

Auf den Spuren der Sklavenbefreierin Harriet Tubman | Michael Marek In den USA ist sie eine Legende, in Europa kennen die 1822 geborene Sklavin und schwarze Freiheitskämpferin nur wenige: Harriet Tubman. Um ihr Leben ranken sich Heldengeschichten und Mythen. Schon bald soll das Porträt der Sklavenbefreierin auf einer Dollarnote verewigt werden. Doch um das Vorhaben, die erste Afroamerikanerin zu würdigen, ist ein Streit entbrannt.

Sonntag 18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Nachspiel. Feature

Sucht als Teil des Geschäftsmodells Die Kritik am Sportwetten-Sponsoring wächst Von Thomas Jaedicke Laut Deutschem Sportwettenverband stieg der Umsatz der Branche von 4,5 Milliarden im Jahr 2014 auf 8,2 Milliarden Euro in 2022. Der Staat kassiert dabei von jedem Wetteinsatz 5,3 Prozent Steuer. Sportwetten boomen und können abhängig machen. Die Zahl der Spielsüchtigen ist so hoch wie nie. Mehr als 1,4 Millionen Menschen sind betroffen. Etwa drei Millionen stehen an der Grenze zur Abhängigkeit. Überall wird geworben: im Stadion, im Fernsehen, in den sozialen Medien. Anbieter Bwin ist Sponsor des DFB. Konkurrent Tipico ist Partner der DFL. 17 der 18 Erstligavereine machen Werbung für einen Wettanbieter. Parallel dazu schickt der DFB Präventionsteams in die Fußballakademien, um den Nachwuchs über die Gefahren der Spielsucht aufzuklären. Wie passt das zusammen?

Sonntag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Mein Freund Lennie oder die Reise Von Ulrich Gerhardt Regie: der Autor Mit: Lennie Cujé, Rafael Jové, Ulrich Gerhardt, Cordula Huth, Roland Gerhardt Ton und Technik: Ursula Potyra, Melanie Inden, Hermann Leppich Produktion: HR / Deutschlandfunk Kultur / RBB 2017 Länge: 86"48 Der Autor macht sich nach Jahrzehnten auf die Suche nach seinem verloren geglaubten Jugendfreund, den er kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zuletzt gesehen hat. Das Hörspiel begleitet die Spurensuche. Juni 1945. Die Freundschaft zweier Internatsschüler, elf und zwölf Jahre alt, gipfelt in einer zehntägigen Reise durch das chaotische Nachkriegsdeutschland. Sie sind auf dem Weg nach Hause, von der Donau an den Main, der eine nach Frankfurt, der andere in die Nähe von Würzburg. Allein unterwegs schlagen sie sich durch, zu Fuß oder in überfüllten Zügen. Danach sehen sie sich nie wieder. Dennoch bleibt die kleine Heldentat unvergessen. Fast ein Leben später fragen Kinder, Freunde und Bekannte immer wieder danach, wollen die Geschichte immer wieder hören. Aber wo war der Freund geblieben? Lebte er noch? Damit beginnt das zweite Abenteuer - die Suche und das Wiederfinden, nach so vielen Jahren. Ulrich Gerhardt, 1934 in Berlin geboren, zählt zu den großen Regisseuren des Hörspiels. Sechs Jahre war er Hörspielleiter in Berlin, ansonsten hat er fast ausschließlich als Regisseur gearbeitet. Für das zusammen mit Günter Heß realisierte Hörspiel "Übergang über die Beresina" erhielt er im Jahr 1993 den Karl-Sczuka-Preis. Wiedersehen nach 70 Jahren Mein Freund Lennie oder die Reise

Sonntag 19:00 Uhr NDR kultur

Kriminalhörspiel

Der Stümper (1/2) Kriminalhörspiel nach dem gleichnamigen Roman (The Blunderer) Von: Patricia Highsmith Übersetzung: Komposition: Trishan Bearbeitung: Hans Dieter Schwarze Regie: Hans Dieter Schwarze Regieassistenz: Vera Wildgruber Technische Realisation: Karl Otto Bremer, Suse Wöllmer Mit: Peter Bongartz, Elfriede Irrall, Monika Barth, Rolf Boysen, Sibylle Bertsch, Katharina Brauren , Dominique Horwitz, Angelika Thomas u.v.a. NDR/SWF 1988 Der Buchhändler Melchior Kimmel hat seine untreue Frau umgebracht, sich dabei aber ein so stichfestes Alibi besorgt, dass keinerlei Verdacht auf ihn fällt. Das bringt den Anwalt Walter auf eine Idee. "Der Stümper" ist ein spannendes Ehedrama, Patricia Highsmith zeigt sich darin wieder einmal als eine Meisterin des subtilen, alltäglichen Terrors. Mehr Information unter ndr.de/radiokunst. 19:00 - 19:03 Uhr Nachrichten, Wetter Kriminalhörspiel

Sonntag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel - Große Geschichten

Das Geheimnis der Pàlina Oscàrowna (1/4) Von Pieralberto Marché Eine archäologische Intrige Regie: Burkhard Ax Produktion: WDR 2000

Sonntag 19:16 Uhr SWR2

SWR2 Jazz

Die Jazz-Futuristen von 1963 - Das Team Jackie McLean und Grachan Moncur III Kultur Von Hans-Jürgen Schaal Sommer 1962: Der 31-jährige Altsaxofonist Jackie McLean wollte eine neue Band starten und der 25-jährige Posaunist Grachan Moncur III hatte gerade begonnen, interessante Stücke zu schreiben. Die beiden fanden zusammen. Im Folgejahr machten sie gleich drei Platten für das Label Blue Note. Zwölf Stücke nahmen sie auf - Stücke, wie man sie damals sonst nicht hören konnte: eine Mischung aus sperrigem Bop, weiträumigem Modal-Jazz und mysteriösen Moods. "Etwas Freieres, aber verknüpft mit strukturierten Formen, mit Rhythmuswechseln und Taktbrüchen" - so beschrieb Jackie McLean diese Musik.

Sonntag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Freistil

Kitsch!? Einblicke in die Welt der beglückenden Geschmacklosigkeiten Von Ulrich Biermann und Veronika Bock Regie: Maria Schüller Produktion: Deutschlandfunk 2009 "Reines, volles Glück und jauchzende Sünde, Wind und Donner erregt, und draußen streicht der Nachtwind mit zarten, tastenden Händen" ... Kitsch ist überall zu finden, in Schundromanen oder Weltliteratur, in Musik, Film und Fernsehen. Kitsch ist vielfältig, oft durchaus gewollt: Rosa von Praunheim setzt Kitsch bewusst als Stilmittel in seinen Filmen ein. Andere produzieren gleich Trash, und auch dieser kleine Bruder des Kitsches gibt sein Bestes, um ein Meister im Reich der Geschmacklosigkeiten zu sein. Dieses Reich ist groß. Kitsch ist Alltag, ist Mode, ist Lebensart und schwer modern. Er ist in der Religion genauso wie in der Politik zu Hause - und in jedem von uns. Was wäre die Welt ohne Kitsch? Er ist Zuflucht und Lust und Leidenschaft, Gegenwehr und eine Waffe: Manch kitschiges Werk hat mehr bewegt als viele kluge Reden zuvor. Kitsch - muss man genießen! Ein Plädoyer von Veronika Bock und Ulrich Biermann. Kitsch!?

Sonntag 20:05 Uhr Bayern 2

Bayerisches Feuilleton

Die Ruinenbaumeister Verwehte Luftschlösser und zerstörte Superbauten Von Sofia Glasl und Benedikt Mahler. In der Nacht auf den 6. Juni 1931 brannte der Münchner Glaspalast vollständig ab - am Morgen waren nur noch verbogene Stahlträger übrig und geschmolzenes Glas. Von Maximilian II. 1854 als Ausstellungs- und Kulturzentrum errichtet, hinterließ die Ruine eine klaffende Lücke in der Münchner Kunstzene. Die Brandursache konnte nie aufgeklärt werden, die Rasanz der Zerstörung allerdings ließ grundsätzlich zweifeln an der Zweckmäßigkeit der hochmodernen Glaskonstruktion. Zu gewagt? Architektonischer Größenwahn? Das Ringen um höchsten ästhetischen Anspruch und gleichzeitige Praktikabilität scheint ein Tanz auf Messers Schneide, stets verbunden mit dem Risiko, dass visionäre Traumbauten zu Luftschlössern werden. Das ursprünglich für München geplante Richard-Wagner-Festspielhaus findet erst später in Bayreuth eine Heimat. Die Selbstinszenierung Ludwigs II. als Raubritter auf der erträumten Burg Falkenstein im Ostallgäu fällt den finanziellen Folgen seiner Bausucht zum Opfer - und lebt doch als Mythos weiter. Das Münchner Schwabylon, als gigantisches Einkaufszentrum der Zukunft geplant, bricht unter den explodierenden Kosten in sich zusammen. Benedikt Mahler und Sofia Glasl ergründen die Frage, was die bauenden Träumer antreibt, unnachgiebig und voller Leidenschaft an megalomanen oder visionären Projekten festzuhalten. Und: welche persönlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen es braucht, auch den Größenwahn zu wagen.

Sonntag 21:05 Uhr Bayern 2

radioFeature

Russisches Gift Nawalny, Nowitschok und die Propaganda Ein Feature von Christine Hamel BR 2020 Wiederholung vom Samstag, 13.05 Uhr . Am Freitag, den 16.02.2024 wurde bekannt, dass Russlands wichtigster Oppositionspolitiker Alexej Nawalny gestorben ist. Im radioFeature von 2020 erzählt Autorin Christine Hamel wie er mit Nowitschok vergiftet wurde: Die Vergiftung des russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny im August 2020 ist ein Schock für die Welt. Nowitschok ist ein international verbotener Kampfstoff, der zu schlimmen Qualen führt, wie überlebende Opfer berichten. Im Krankenhaus von Omsk, in dem Nawalny zuerst Hilfe bekommt, spielen sich merkwürdige Szenen ab. Was soll hier vertuscht werden? Als der Verdacht auf das Putin-Regime fällt, läuft die russische Propaganda-Maschine an. Die Staatsmedien verbreiten unzählige Versionen des Falls, die sich alle widersprechen aber ein Ziel haben: Die Tatsachen verschleiern und die Schuld dem Westen zuschieben. Die Autorin und Russland-Kennerin Christine Hamel rekonstruiert in ihrem radioFeature nicht nur die dramatische Rettungsaktion für Alexej Nawalny - sondern auch die Propaganda-Schlacht des Kremls. Sie spricht mit Geheimdienst-Experten, mit Menschen, die eine Nowtischok-Vergiftung selber nur knapp überlebt haben, und mit einem Mit-Entwickler des Kampfstoffs. Der Chemiker ist zwar immer noch stolz auf seine Erfindung- aber auch empört darüber, wie sie eingesetzt wird. Am Ende wird klar: Mit der Gift-Attacke sollte nicht nur die wichtigste Stimme der russischen Opposition zum Schweigen gebracht werden - sondern auch die Wahrheit.

Sonntag 22:00 Uhr HR2

Hörspiel-Klassiker | "Die Räuber" von Friedrich Schiller

Die Brüder Franz und Karl Moor in einem unerbittlichen Kampf auf Leben und Tod Die Räuber, 1782 in Mannheim uraufgeführt, zählt zu den berühmtesten Werken des Sturm und Drang und machte Schiller schlagartig berühmt. Zentrales Motiv ist der Konflikt zwischen Verstand und Gefühl sowie das Verhältnis von Gesetz und Freiheit.

Sonntag 23:00 Uhr rbb Kultur

Late Night Jazz

Moderation: Claudia Hartmann Hemera Die griechische Pianistin Tania Giannouli beginnt jede neue Komposition mit freiem Spiel am Klavier. Ihre verschiedenen Ensembles bekamen in den vergangenen Jahren europaweit Aufmerksamkeit. 2022 hob sie ein neues Projekt aus der Taufe: "Hemera". So, wie die griechische Göttin des Tages jeden Morgen aus dem Hades emporsteigt, so lässt die Gruppe "Hemera" immer wieder typische Jazz Trio Strukturen hinter sich. Gemeinsam mit dem Klangforscher Michele Rabbia, für Giannouli "einer der besten Perkussionisten weltweit", und dem klassisch ausgebildeten Bassisten Daniele Roccato, der sein Instrument gern einmal wie ein Cello spielt, brachte die Bandleaderin ihre von Folklore, Groove und Improvisation durchzogene Musik auf die Bühne des Hamburger Rolf Liebermann Studios.

Sonntag 23:05 Uhr BR-Klassik

BR-KLASSIK - Musik der Welt

It"s Highlife Eine westafrikanische Musiktradition erobert die Musikszene Von Julia Schölzel Swingender Groove, ausgefuchste Perkussionskunst, warme Bläsersounds und ein heiteres Lebensgefühl - all das ist Highlife. Und noch viel mehr. Highlife ist DIE Tanzmusik, die sich in Westafrika vor rund 100 Jahren entwickelt hat, basierend auf wesentlich älteren Musiktraditionen von Senegal bis Nigeria, von Mali bis Liberia. Und die gewaltvolle und traumatisierende Erfahrungen der Kolonialherrschaft in sich trägt. Der Highlife sollte nämlich eine angenehme Stimmung schaffen, Alltagssorgen der britischen Kolonialisten vertreiben, die Ohren der europäischen Damen und Herren mit Tanz- und Unterhaltungsmusik verwöhnen. Gespielt von Einheimischen. Sucht man also für die Entstehung des Highlife nach einer positive Beschreibung, ist Verschmelzung unterschiedlicher Musikkulturen sicherlich nicht ganz verkehrt. Stilistische Offenheit und kreatives Verwandlungspotenzial sind bis heute die markanten Charakteristika des Highlife, die sich wie rote Fäden in der lebendigen Musikszene auffinden lassen. Ein paar der historischen Stränge werden in der Stunde "Musik der Welt" aufgegriffen und sie erzählen eine neue Geschichte, in der Musikstile wie Afrobeat, Reggae, Rap und Ethno-Pop auch ihre Wurzeln haben.

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