Tagestipps

Sonntag 18:20 Uhr SWR2

SWR2 Hörspiel am Sonntag

Wer einmal aus dem Blechnapf frisst Nach dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada Mit: Hans Quest, Dagmar Altrichter, Wolfgang Golisch, Kurt Haase, Erwin Klietsch u. a. Hörspielbearbeitung: Paul Hühnerfeld Regie: Gerd Beermann (Produktion: SWR 1952) Willi Kufalt stößt nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis auf Misstrauen und Ablehnung. Erst als er seine Zeit im Gefängnis verschweigt, findet er eine Bleibe und Arbeit. Er lernt Hilde kennen, eine junge Frau mit unehelichem Sohn. Sie ahnt nichts von Kufalts Vergangenheit und verlobt sich mit ihm. Für eine Weile scheint es, als könnte er eine ehrbare Existenz aufbauen. Dann wird er zu Unrecht des Diebstahls bezichtigt. Als seine Unschuld bewiesen wird, hat er die Hoffnung auf ein normales Leben längst aufgegeben. Im 1934 erschienenen Roman verarbeitet Fallada seine eigenen Haftstrafen.

Sonntag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Der Ekel Nach dem gleichnamigen Roman von Jean-Paul Sartre Übersetzung aus dem Französischen: Heinrich Wallfisch Bearbeitung: Barbara Bray Regie: Walter Knaus Mit: Heide Joram, Joachim Schweighöfer, Hans-Helmut Sievert, Sonja Karzau, Peter Lühr, Jürgen Goslar, Karin Fränkel-Devaux, Margarete Carl, Alfred Böckel, Maria Madlen Madsen, Luise Lindt, Lieselotte Bettin, Heinz Stoewer, Werner Xandry, Reinhard Zobel Produktion: HR 1962 Länge: 81"00 Antoine Roquetin übermannt plötzlich der Ekel. Zuwider ist ihm alles, was ihm tagtäglich begegnet. Jean-Paul Sartres Roman über die menschliche Freiheit - und die Sinnlosigkeit der Existenz. "Der Mensch ist dazu verurteilt, frei zu sein." Mit dieser Grunderfahrung befasst sich Sartres Roman "Der Ekel", erschienen 1938. Antoine Roquentin lebt darin in selbst gewählter Einsamkeit und beschäftigt sich mit der Abfassung einer historischen Biografie. Gleichzeitig registriert er in seinem Tagebuch die Veränderungen, die während dieser Zeit in ihm selbst vorgehen. Zunächst erfasst ihn das Gefühl, nicht mehr frei zu sein, sondern eingeschlossen in die erstarrte Welt der Dinge. Die nächste Erkenntnis betrifft die Struktur der Zeit: "Die Vergangenheit existiert nicht." Roquentin gibt daraufhin seine historischen Studien auf. Zuletzt erscheint ihm seine eigene Existenz als fragwürdig, ja überflüssig. Freudlosigkeit und Ekel sind die Folge. Jean-Paul Sartre, geboren 1905 und gestorben 1980 in Paris, war ein französischer Romancier, Dramatiker, Philosoph und Publizist. Er gilt als Vordenker und Hauptvertreter des Existenzialismus und zählt zu den bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Philosophische Schriften u.a. "Das Sein und das Nichts" (1943), "Ist der Existentialismus ein Humanismus?" (1945). Hörspielbearbeitungen u.a. "Geschlossene Gesellschaft" (BR 1950), "Das Spiel ist aus" (RIAS Berlin 1961), "Die schmutzigen Hände" (WDR 1980). Der Ekel

Sonntag 19:00 Uhr NDR kultur

Gedanken zur Zeit

30. Jahrestag der deutsch-deutschen Vereinigung Good Bye, Mauer! Die DDR und der Westen: Wie die Wende ins Kino kam Von Christiane Peitz Die deutsche Vereinigung kam recht schnell und kontinuierlich im Kino an. Auf Mauerfall-Komödien wie "Go Trabi Go" folgte die Nostalgiephase mit "Sonnenallee" und dem Publikumshit "Good Bye, Lenin!" Regie führten dabei fast immer die "Wessis", auch beim Oscar-prämierten Stasi-Drama "Das Leben der Anderen". Was verraten die Filme bis hin zu Andreas Dresens vielfach preisgekröntem "Gundermann" über die deutsch-deutsche Befindlichkeit und ihre Dynamik seit der Wende? Was erzählen sie über die Identität der so zwiespältig vereinten Nation, über Fremdheit und Annäherung der Menschen diesseits und jenseits der Mauer?

Sonntag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Captain Berlin und die wirklich wahre Geschichte vom Mauerfall Von Jörg Buttgereit Superheld rettet Wiedervereinigung Musik: André Abshagen Regie: der Autor Produktion: WDR 2000

Sonntag 19:04 Uhr HR2

hr-Bigband

Konzerte und Produktionen u.a. mit: "Melodic Ornette" - hr-Bigband feat. Joachim Kühn / Michel Portal / Francois Moutin / Joey Baron / cond. & arr. by Jim McNeely | 50. Deutsches Jazzfestival Frankfurt 2019, hr-Sendesaal Frankfurt, Oktober 2019, Teil 1

Sonntag 19:05 Uhr Ö1

Contra - Kabarett und Kleinkunst

Gunkl: So und anders - eine abendfüllende Abschweifung Gestaltung: Ursula Burkert Günther "Gunkl" Paal, "der Experte für eh alles" erklärt im neuen Programm die verschiedenen Arten von Unterschieden; es gibt quantitative und qualitative Unterschiede. Bei quantitativen Unterschieden geht es um "Mehr oder Weniger", und bei qualitativen Unterschieden geht es gleich einmal um "Anders". Und der Unterschied zwischen diesen Unterschieden ist qualitativ. Also 1:0 für qualitative Unterschiede, so der eloquente Philosoph unter den heimischen Kabarettisten. Aber qualitative Unterschiede werden oft einmal quantitativ hergestellt; da wird etwas solange mehr, bis es nicht nur mehr ist sondern grundsätzlich anders. Also 1:1. Ob man das als einen Hinweis für Gerechtigkeit im Universum sieht oder nicht, hängt vermutlich davon ab, wie oft man schon Gerechtigkeit dringend gebraucht hat.

Sonntag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Freistil

Minimalismus in der Kunst Die Kraft der Reduktion Von Rainer Praetorius Regie: Thomas Wolfertz Produktion: Deutschlandfunk 2017 Steve Reich und andere Vertreter der Minimal Music haben die Musikwelt beeinflusst. Club Music wie House oder Techno sind die populärste Spätfolge. Minimalismus findet sich aber auch in anderen Kunstbereichen wie der Malerei, dem Film oder dem Design. Das Grundmuster der Kachel-Gemälde des holländischen Malers Piet Mondrian wird bis in die Gegenwart in Mode und Werbung aufgegriffen. Der Franzose Yves Klein wurde durch seine monochromen Bilder weltberühmt. Pop-Art-Künstler Andy Warhol praktizierte in seinen frühen Filmen Extrem-Minimalismus und das legendär minimalistische Produktdesign der Firma Braun fand weltweit Beachtung. Jahrzehnte und viele iPhones und iPads später bedankte sich der Apple-Chefdesigner höchstpersönlich bei seinem Braun-Kollegen für die Inspiration. Minimalismus in der Kunst

Sonntag 21:00 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Milestones

Les McCann: "River High, River Low" (1976) Jazz, Soul, Funk, Pop - beim Keyboarder, Sänger und Komponisten Les McCann purzeln die Genres durcheinander, doch sein eigener Stil ist unverwechselbar, auch auf der 1976 veröffentlichten LP "River High, River Low". Sie zählt zwar nicht zu seinen berühmtesten, wohl aber zu den besten Aufnahmen seiner 50 Tonträger umfassenden Diskografie. Die elf Kompositionen, allesamt eher Songs als Instrumental-Stücke, stellen insgesamt ein großes Ritardando dar, von schnell und funkig bis langsam und balladenhaft. Das Album startet angriffslustig mit "You Little Cheat" und "I"m A Liberated Woman" und stellt am Schluss die Frage: "What Is It That We Have To Do To Let Our Children Grow." McCann engagierte sich damals auch als ehrenamtlicher Lehrer für mexikanische Kinder. Die Titelnummer von "River High, River Low" spielt er übrigens - ein leichtes Augenzwinkern in Richtung Puristen - am akustischen Klavier, aber das Stück ist trotzdem nicht Jazz, es ist auch weder Soul noch Pop: Es ist ein Lied, ein Gebet, eine spirituelle Hymne. Gestaltung: Albert Hosp

Sonntag 21:05 Uhr NDR Info

Das Hörspiel

Erinnerung eines Mädchens Nach dem Roman von Annie Ernaux Übersetzung aus dem Französischen: Sonja Finck Bearbeitung und Regie: Irene Schuck Mit Anna Drexler und Andrea Hörnke-Trieß SWR 2020 Sommer 1958: Annie Duchesne wird 18 Jahre alt. Sie arbeitet als Betreuerin in einer Ferienkolonie, schließt sich einer Clique an, feiert Feten, genießt ihre Jugend. Und verliebt sich in H. Mit ihm hat sie ihr erstes Mal. Diese Nacht traumatisiert sie, auch, weil H. sie fortan ignoriert. Völlig verstört und orientierungslos treibt sie es in einer Art selbst erniedrigender Beliebigkeit auch mit vielen anderen. Schnell ist sie stigmatisiert, ausgegrenzt, verhöhnt. Was folgt, ist Scham. Und Schweigen. Denn über 55 Jahre braucht Annie Ernaux, um sich dieser "Erinnerung der Scham" stellen zu können. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 21:30 - 21:35 Uhr Nachrichten 22:00 - 22:05 Uhr Nachrichten, Wetter Das Hörspiel

Sonntag 22:00 Uhr HR2

Hörspiel | Malina von Ingeborg Bachmann (Teil 1 von 2)

In der Regie von Bernadette Sonnenbichler "Es war Mord". Mit diesem berühmt gewordenen Satz endet der rätselhafte Liebesroman von Ingeborg Bachmann, der in einer meisterhaften Komposition aus inneren Monologen, Märchen, Briefen, fiktiven Dialogen und Telefonaten von einer ungewöhnlichen Dreiecksgeschichte erzählt. Ursendung

Sonntag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Literatur

Transit Marseille Schreiben auf der Flucht, 1940 und heute Von Johanna Tirnthal Marseille ist eine Stadt der Passage, und immer sind unter den Reisenden auch Flüchtlinge. Marseille ist eine Stadt der Passage, ihr Hafen seit Jahrhunderten Ort der Ankunft und Abreise. Unter denen, die hier ankamen und ankommen, sind viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller. 1940 wurde Marseille zum letzten freien Hafen im von Hitlers Wehrmacht besetzten Frankreich. Zahlreiche deutschsprachige Exilanten versuchten, Schiffe zu finden und Europa zu verlassen. Unter ihnen war Anna Seghers, die die Atmosphäre unter den Exilanten in dem Roman "Transit" einfing. Die Emigrantin beschreibt das Ankommen und Abreisen und die Gesprächsthemen - Botschaftstermine, Visabedingungen, Schiffspassagen, Geldverdienen - als permanentes Transitgeflüster, das in der Hafenstadt schon seit phönizischen und römischen Zeiten zu Hause sei. Heute, 80 Jahre später, irren andere Flüchtlinge durch Marseille. Wieder sind unter ihnen Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Ihre Gespräche ähneln denen, die Anna Seghers beschreibt: Die Flüchtlinge haben Angst vor Verfolgung, warten auf das nächste Papier und sind inmitten der Schönheit der Stadt einsam. Wie schreiben in dieser Situation?

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