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Hörspiele

01.11.22 20:10 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Menschen ohne Gesicht

Auf deutscher Seite überleben etwa 1,5 Millionen Kriegsversehrte den ersten industrialisierten Krieg: Arm- oder Beinamputierte, erblindete Soldaten, traumatisierte Kriegszitterer. Heimkehrer mit von Granatsplittern zerfetztem Gesicht waren nicht mehr zu integrieren. Sie hielten die entsetzten Blicke der Öffentlichkeit nicht aus, lebten weltabgeschieden dahin, isoliert von der Gesellschaft, ohne Arbeit, ohne Würde. Schriftsteller wie Henri Barbusse oder Leonhard Frank haben von diesen Unglücklichen erzählt, Maler wie Otto Dix in den entpersonalisierten "Menschen ohne Gesicht" den Krieg gespiegelt. Und der berühmte Gesichtschirurg Jacques Joseph hat sie durch plastische Operationen wiederhergestellt, nein: einen "neuen" Menschen geschaffen. -

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01.11.22 17:50 Uhr SWR 2

Caroline Bélisle: Der Gestank der Welt oder Paarungstanz ist eine tote Sprache - Tragikomödie über Einsamkeit / Vereinzelung

"Wir wissen nicht mehr, wie man miteinander redet", meint Paketbote Joël und begreift seinen Job als soziale, als heilende Aufgabe. Niemand soll so einsam sein wie der Wal "52 Blue". | Produktion: SR / DLF Kultur 2021

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31.10.22 09:15 Uhr Bayern 2

"Einsam stirbt öfter. Ein Requiem" von Gesche Piening

Eine Trauerfeier, ein Verstorbener - aber keine Trauernden. Geboren, gelebt und gestorben unter Menschen - und doch allein. Ein Requiem für all jene, die in der übervollen Großstadt vereinsamt leben, unbemerkt versterben und schließlich allein bestattet werden- wie konnte es so weit kommen? Einsam stirbt öfter erkundet, was im Leben wirklich wichtig ist. Wie müssen wir leben, um glücklich zu sterben? / Mit Mareike Beykirch, Stephan Bissmeier, Katja Bürkle, Peter Fricke, Ercan Karacayli, Sylvana Krappatsch, Jeannette Kummer, Christopher Mann, Raphaela Möst, Wolfgang Petters, Uta Rachov, Friedrich Schloffer, Johannes Silberschneider, Georgia Stahl, Harry Täschner, Xenia Tiling, Ulrich Zentner, Stephan Zinner/ Komposition: Maasl Meier und Marja Burchard / Regie: Gesche PIening / BR 2020

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31.10.22 00:00 Uhr SR 2

Unsere blauen Augen

Eine Vorgebirgslandschaft. Darin ein Paar. Max könnte der neue Chef im väterlichen Unternehmen werden. Und Lisa den Supermarkt übernehmen. Also kann die Zukunft traditionsgemäß ein Eigenheim bieten, gern ein bisschen größer, gern ein kalifornisches Landhaus. Auch wenn das Budget das eigentlich nicht hergibt. - Unter blauem Himmel beginnen die Bauarbeiten am Grundstück. Der heimische Quittenbaum soll einer kalifornischen Palme weichen. Eine Palme hat es in Sernitz nie gegeben, aber das Klima macht jetzt ja vieles möglich. Wie auch die Fremden, die nun auch da sind und sich nicht sattsehen können an der Bläue des Himmels hier im schönen Vorgebirge. Derweil realisieren Lisa und Max, dass sie wohl etwas blauäugig waren. Was das Finanzielle, den erhofften beruflichen Aufstieg und was das Grundstück angeht. Noch stehen die Mauern nicht, da bekommt das Fundament schon Risse.

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30.10.22 00:00 Uhr SR 2

Küchenkind

Hanz und Ute Schwab wünschen sich ein Kind. Das heißt, eigentlich wünscht sich Hanz vor allem, Ute nahe zu sein. Ute wiederum denkt dabei weniger an Hanz als an das Wunsch-Kind, ein Mädchen soll es sein. Doch das Kind weigert sich, in Utes Welt hinein geboren zu werden. Dabei ist es doch schon da, Ute weiß es genau, es antwortet ihr ja, nur leider nicht gerade so, wie man respektvoll mit seiner zukünftigen Mutter spricht! Stéphanie Marchais balanciert trittsicher auf dem schmalen Grat zwischen Komödie und Tragödie, wenn sie ihre provozierende Sicht aufs Mutter-Sein gibt. Eigennutz, Besessenheit und innere Leere werden da nicht ausgespart. "Die Welt ist kein Rosenbett bei Stéphanie Marchais. Aber keinerlei Nachsicht behindert ihre spitze Feder. Ihre Figuren nehmen uns gefangen. Säure liegt in der Luft, (Selbst-)Ironie, sie schreibt rhythmisch, bissig, bildhaft." - Le Figaro

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30.10.22 00:00 Uhr WDR

Madagaskar - Trauma Kinder-Erholungsheim

-Dokufiktion- Manchmal reicht schon ein Lied aus der "Mundorgel", um die Albträume wiederzuerwecken. Nachdem die Betroffenen jahrzehntelang darüber geschwiegen haben, was ihnen als Kind in den Verschickungsheimen widerfahren ist, berichten sie es nun. // Triggerwarnung: Das Stück handelt von körperlicher und seelischer Gewalt gegenüber Kindern. // Von Sabine Ludwig / Komposition: Rainer Quade / Regie: Claudia Johanna Leist / WDR 2022

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30.10.22 00:00 Uhr WDR

Die Vögel - Hommage an den Sound des Hitchcock-Klassikers

-Experiment- Ironischerweise gab es für den Film "Die Vögel" weder Musik noch Vogelgeräusche, sondern nur elektronische Klänge. Komponiert und erzeugt hat sie der deutsche Elektronikpionier Oskar Sala auf seinem Mixturtrautonium. // Nach Oskar Sala / Von Andreas Ammer und Console / Komposition: Andreas Ammer, Console / Regie: Andreas Ammer und Console / WDR 2010

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28.10.22 00:00 Uhr SWR 2

Gerhild Steinbruch: Wolfwelt - Hörspiel über nationalistische Gewalt

"Wolfwelt" handelt vom Verschwinden: dem Verschwindenlassen von Geschichte und Verantwortung und dem Verschwindenwollen jener, die sich ausnahmsweise ans Tätersein erinnern. Wölfe ziehen durch eine Welt im Ausnahmezustand, und es ist nicht sicher, ob der Wolf einer ist, der in den Straßen mordet, einer, der mit Prinzenfrisur roh-bürgerliche Reden schwingt, oder einer, der sich in seinen Körper einpanzert, weil er die Angstwelt nicht mehr erträgt. Vielleicht sind die eigentlichen Wölfe ja auch jene, die sich einheimeln im Flausch und das Erinnern leid sind: Akteure des Gedächtnistheaters, die Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende von 1985 ein bisschen zu wörtlich nehmen und aus dem Glauben an die eigene Befreiung von Täterschaft und Schuld den unbedingten Glauben an die sogenannte Leitkultur ableiten. Mit viel Fantasie, Poesie und scharfem Realitätssinn begegnet Gerhild Steinbuch in einem akustischen Albtraum Formen und Sprache von

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28.10.22 00:00 Uhr SWR 2

Ludwig Fels: Was siehst du? Die Nacht! - Die kleine Mirka und ihr Vater in einem Deportationszug nach Ausschwitz

Der Dichter Ludwig Fels hat eine Geschichte geschrieben, die sich reignet hat, aber über die niemand mehr berichten konnte. Frühjahr 1944: Die kleine Mirka und ihr Vater, in einem Viehwaggon eines Deportationszuges auf der Strecke vom Ghetto Lódz nach Auschwitz. Mirka voller Leben, aber mit Zweifel, weil der Nazi-Hund beim Einsteigen ihre Puppe gebissen hat. Der Vater, in Verzweiflung erstickt, versucht zu beruhigen. Kinderfantasie gegen ohnmächtige Notlügen des verehrten Papas. Eilends zusammenerfundene Märchen als Replik auf nicht beantwortbare Fragen. Einige letzte Stunden 26 | Produktion: Autorenproduktion im Auftrag des ORF 2022

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28.10.22 00:00 Uhr SWR 2

Ruth Johanna Benrath: PSALM / aus der tieffen - "Glauben, Suchen, Fragen, Leben!"

Vor 500 Jahren hat Luther die Bibel ins Deutsche übertragen. Wie hilft uns das? Der irdische Zeitplan ist aus dem Ruder, die Zunge steht in Flammen, unbehauste Gegenwart wohin man schaut. Wo steht der Text, der für die Wirklichkeit taugt? | Produktion: MDR 2022

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