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Ö1

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Ö1 Morgenjournal

06.00 Uhr
Nachrichten

06.05 Uhr
Guten Morgen Österreich

06:30 Uhr Nachrichten

06.55 Uhr
Zwischenruf

07.00 Uhr
Nachrichten

07.05 Uhr
Lebenskunst - Begegnungen am Sonntagmorgen

Der "grüne Heilige" - Franz von Assisi, Patron der Tiere und der Umweltschützer Er gilt als Modell einer integralen Ökologie, als Vorbild im liebenden und wertschätzenden Umgang mit der Natur und all ihren Geschöpfen: der Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers aus Umbrien, der radikale Armut gelobte, zum Ordensgründer wurde und dessen Botschaft auch heute - mehr als 800 Jahre nach seiner Geburt - noch topaktuell ist: Francesco aus Assisi, mit lateinischem Namen Franciscus de Assisio, hierzulande besser bekannt als Franz von Assisi. Geboren wurde er freilich 1181 oder 1182 als Giovanni di Pietro di Bernardone in Assisi, wo er auch am 3. Oktober 1226 starb. 2013 nahm Jorge Mario Bergoglio nach seiner Wahl zum Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche ihm zu Ehren den Namen "Franziskus" an - und benannte 2015 seine Umweltenzyklika "Laudato si" nach den ersten Worten des berühmten "Sonnengesangs" des Heiligen aus Assisi. In diesem Hymnus lobt und preist Franziskus Gott in den Geschöpfen - und in seiner Enzyklika ruft der Papst in Erinnerung an den Öko-Heiligen die Weltgemeinschaft zu einem fundamentalen Umdenken und jeden Einzelnen zu einem umweltbewussten und nachhaltigen Lebensstil auf. Maria Harmer hat den Franziskanerpater Thomas Lackner in seiner Pfarre in Frauenkirchen im nördlichen Burgenland besucht und mit ihm über die Aktualität des Franz von Assisi, seine persönliche Beziehung zum Ordensgründer, über Tiersegnungen, CO2-neutrales Wallfahren und recyclebare Weihwassertuben in Zeiten von Covid-19 gesprochen.

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.10 Uhr
Ö1 heute

08.15 Uhr
Du holde Kunst

"Irgendwo, am äußersten Rand des Tages"- Stefan Suske liest Gedichte von John Burnside In den Gedichten des schottischen Lyrikers John Burnside wird das Vertraute zur Wildnis, das Verschüttete, Verlorene, Versteckte zum Wesentlichen des Augenblicks. Nächtliche Straßenränder, Häfen in der Dämmerung, Schiffswracks im Schnee oder verwahrloste Gebäude in der heimatlichen Minenarbeiterstadt sind Orte des Übergangs, in dem das Gedicht Zugang zu einer Wirklichkeit erhält, die immer im Entstehen ist - nicht außerhalb der Welt, sondern mitten in ihr: als das authentisch Reale des lyrischen Ichs. In dessen Metamorphosen sucht es nach "home", was nichts mit Herkunft oder Besitz zu tun hat, sondern als ein "kontinuierliches, planetarisches Wohnen-Lernen" (Übersetzer Iain Galbraith) verstanden werden will. John Burnside, 1955 in Dunfermline geboren, studierte Sprachen in Cambridge und lebt seit 1996 als freier Schriftsteller im schottischen Fife. Seine Gedichtbände, Erzählungen und Romane wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet - darunter der Lyrikband "Black Cat Bone" mit dem T.S.-Eliot-Preis (2011). Als Romancier ist Burnside vor allem mit seinen autofiktionalen Erinnerungstexten bekannt geworden, in denen er u.a. die triste Kindheit mit dem gewalttätigen Vater und Psychiatrie-Aufenthalte verarbeitet. ("A Lie About My Father", "Waking up in Toytown" und zuletzt "I Put a Spell on You"). In der Sendung zu hören sind sieben Gedichte aus den Zyklen "Ports", "Settlements", "Fields" und "Roads", versammelt in dem Band "The Asylum Dance" (2000) sowie eines aus "Black Cat Bone". Allesamt in der Übertragung des in Deutschland lebenden Lyrikers, Essayisten, Komparatisten und preisgekrönten Übersetzers Iain Galbraith. Gestaltung: Gudrun Hamböck und Stephanie Maderthaner

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Gedanken

"Der Städte-Wanderer zwischen den Welten" Akinbode Akinbiyi: Fotograf/ Autor/ Kurator über urbane Räume und ihre Veränderungen Der in Oxford als Kind exilierter nigerianischer Intellektueller geborene Akinbode Akinbiyi studierte in Nigeria und in Heidelberg Literaturwissenschaft und Anglistik. Seit 1972 beschäftigt er sich mit Fotografie und der rapiden Veränderungen in den Megacitys Afrikas. Er fotografiert den Alltag der Menschen und zieht daraus seine Schlüsse, ohne eine Interpretation aufzudrängen. "Seit 40 Jahren bewege ich mich langsam und sanft; ich versuche nicht in den persönlichen Raum anderer Menschen einzudringen und dabei gleichzeitig Bilder zu machen. Es ist eine Art Tanz, eine Verhandlung, ein Schlendern - eine sehr feinfühlige Art, sich durch alle möglichen Räume zu bewegen", beschreibt Akinbode Akinbiyi seine Arbeitsweise. Er lebte in München und ist seit den 1990er-Jahren in Berlin zuhause. Seine Fotoausstellungen wurden in Frankfurt, Berlin, Dresden, Tokio, Paris, Philadelphia, Johannesburg und Havanna gezeigt, in Laos gründete er gemeinsam mit dem Goethe-Institut ein Kunstzentrum, das Teil eine Fotografie-Netzwerkes geworden ist. Geplant ist für den steirischen Herbst eine Intervention im öffentlichen Raum über die Laufzeit des gesamten Festivals. Ein Fotoautomat soll in der Grazer Innenstadt aufgestellt werden, der statt Bildern von den Menschen, die ihn benutzen, auch urbane Landschaftsfotografien von Akinbode Akinbiyi entwickelt und ausdruckt. Akinbiyis Fotos sind während des Covid-Lockdowns in Berlin entstanden. Sie setzen sich mit den Effekten des Social-Distancing auseinander und sind Teil der in dieser Krise neu entstehenden Bilderwelt. Gestaltung: Ursula Burkert

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Ambiente - von der Kunst des Reisens

Reisemagazin zum Thema Architektur Hier lache ich! Eine Architektur-Tour durch Neapel im Liberty-Stil Eine Stadt für den Wein. Zu Besuch in der "Cité du Vin" in Bordeaux Zaryadye: Ein neues Viertel hinter dem Moskauer Kreml Hier lache ich! Eine Architektur-Tour durch Neapel im Liberty-Stil "Die Stadt mit den tausend Gesichtern und tausend Farben" wie ihr Barde Pino Daniele dichtete, wurde im Laufe der Jahrhunderte von einer raffinierten und kultivierten Aristokratie auf der einen Seite und einer Masse von Mittellosen auf der anderen bewohnt. Diese soziale Mischung polarisierte stark. Die Journalistin Matilde Serao beschrieb diese explosive Mischung in ihrem Meisterwerk "Der Bauch von Neapel", welches im Jahr 1884 erschien. Um 1900 hält der Liberty-Stil in der Stadt Einzug. Eine bürgerliche Klasse von Kaufleuten und Unternehmern bildete zum ersten Mal eine neue Mittelschicht. In der Architektur spiegelt sich dieser Wandel der Gesellschaft wider. Eine neue produktive Klasse ließ neue Gebäude erbauen, in denen sie lebte und arbeitete. Der europäische Liberty-Stil, der sich zwischen Paris und Wien, zwischen Art Nouveau und Jugendstil entwickelte, fand in Neapel eine sehr originelle Ausdrucksform mit starken Bezügen zu den Stilelementen Mitteleuropas. Ein Liberty-Spaziergang in Neapel führt vom Herzen des Wohnviertels Vomero ans Meer zur Piazza Amedeo, dem Freiluft-Wohnzimmer im unteren Teil der Stadt. Gestaltung: Christina Höfferer Eine Stadt für den Wein. Zu Besuch in der "Cité du Vin" in Bordeaux Das Weinbaugebiet rund um Bordeaux ist das größte zusammenhängende der Welt für Qualitätswein. Bereits in frührömischer Zeit nahm der Hafen des antiken "Burdigala" eine zentrale Rolle im Weinhandel ein. Dass Bordeaux wichtiger Handels- und Umschlagplatz für edle Weine wurde hat letztlich damit zu tun, dass die Region im 12. Jahrhundert unter britische Herrschaft kam. Dank des geschützten Hafens erhielt Bordeaux quasi eine Monopolstellung im Weinhandel mit England. Das Arrondissement Chartrons mit seinen großbürgerlich geprägten Häusern ist das ehemalige Viertel der Weinhändler und bis heute sehr gut erhalten. Dort gibt es in einem großen Keller auch ein Weinmuseum. Im Mai 2016 erhielt der Wein ein modernes und weithin sichtbares architektonisches Wahrzeichen in Bordeaux. Die "Cité du Vin" im Norden der Stadt ist ein spektakulärer Glasbau, der an eine Weinkaraffe erinnert. Sie beherbergt ein großartiges und hochmodernes Wein-Museum. Dort kann man nicht nur wissenswertes über Anbau und Geschichte des Weins erfahren, sondern auch Vorlesungen und Kurse rund ums Thema Wein besuchen. Gestaltung: Matthias Haydn Zaryadye: Ein neues Viertel hinter dem Moskauer Kreml Direkt hinter dem Kreml und dem Roten Platz gibt es in Moskau seit kurzem einen großzügig angelegten neuen Park. Entgegen Investorenplänen, die hier mit Hochhäusern und Hotels großes Geschäft machen wollten, hat man am Ufer des Moskwa-Flusses einen Park mit den für die Russische Föderation typischen Landschaftsformen wie Wald, Tundra und Steppen angelegt. Es gibt eine Eishöhle und ein überdachtes Amphitheater. Die angrenzenden Gebäude - darunter Kirchen und historische Bauten wie der einstige Wohnsitz der Godunows, die später zu Zaren aufstiegen - wurden schön renoviert. Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

11.00 Uhr
Nachrichten

11.03 Uhr
Matinee live

Wiener Philharmoniker, Dirigent: Herbert Blomstedt. Ludwig van Beethoven: a) Leonoren Ouvertüre Nr. 3 op. 72b; b) Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55, "Eroica" (Übertragung aus dem Großen Musikvereinssaal in Wien in Surround Sound). Präsentation: Peter Kislinger

12.20 Uhr
Intermezzo - Künstlerinnen und Künstler im Gespräch

12.56 Uhr
Ö1 heute

13.00 Uhr
Ö1 Sonntagsjournal

13.10 Uhr
gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz

Superchampions-Runde mit Doris Glaser Wochenlang lieferten einander Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Österreich via Telefon spannende und unterhaltsame Wissens-Gefechte. Zwei Mal pro Quiz-Saison kämpfen die Punktestärksten dann in einer öffentlichen Runde vor Publikum um den Superchampions-Titel. Schauplatz ist diesmal das RadioCafe in Wien und damit jener Ort, an dem das traditionsreiche Ö1 Quiz bis Ende 2007 jeden Sonntag live über die Bühne gegangen ist. Fünfundfünfzig spannende Quiz-Minuten sind garantiert, wenn Doris Glaser den vier Champions Fragen aus Wissenschaft, Kunst, Kultur, Politik und Wirtschaft zu knacken gibt. Gewinnbringend kann der 4.10. auch für die Besucher der Live-Sendung sein. Alle Gäste haben die Möglichkeit - durch die richtige Beantwortung einer Publikums-Frage - Dinner Casino-Gutscheine und eine RadioKulturhaus-Karte zu gewinnen. Der Eintritt: frei, Anmeldung per mail an radiokulturhaus@orf.at Einlass ab 12.00 Uhr, live in Ö1 ab 13:10 Uhr

14.05 Uhr
Nachrichten

14.10 Uhr
Menschenbilder

"Anstiftung zum Innehalten" - Der Schriftsteller Alfred Komarek Er fing als Student zu schreiben an, weil er dringend Geld brauchte: Glossen und Reportagen für Zeitungen, bald aber auch Texte für das Radio. Es folgten Erzählungen, TV-Drehbücher und Romane. Am 5. Oktober feiert Alfred Komarek seinen 75. Geburtstag. Sein erster Kriminalroman "Polt muß weinen" wurde mit dem "Glauser" als bester deutschsprachiger Krimi ausgezeichnet. Fünf seiner Polt-Romane wurden für das Fernsehen verfilmt. Während die Polt-Romane von Alfred Komarek ins Weinviertel führen, erzählen Romane wie "Die Villen der Frau Hürsch", "Die Schattenuhr", "Narrenwinter" oder "Doppelblick" vom Leben im Salzkammergut. Alfred Komarek lebt heute abwechselnd in Wien, in seinem Geburtsort Bad Aussee und in Niederösterreich. Der genaue Blick auf Menschen und Landschaften, er zeichnet die Texte des Schriftstellers aus. Mit seinem umfangreichen Werk wurde er zu einem vielgelesenen, literarischen Wegbegleiter durch österreichische und europäische Kulturlandschaften. Gestaltung: Heinz Janisch

15.00 Uhr
Nachrichten

15.05 Uhr
Apropos Oper

Mit Michael Blees Erinnerungen an den vielseitigen Dirigenten Alain Lombard. Ausschnitte aus Werken von Leo Delibes, Charles Gounod, Giacomo Puccini, Wolfgang Amadeus Mozart, Giuseppe Verdi u.a. Am 4. Oktober dieses Jahres begeht der bedeutende französische Dirigent Alain Lombard seinen 80. Geburtstag. Schon in den frühen 1960er Jahren ist er als Dirigent an der Oper von Lyon in Erscheinung getreten, später hat er in New York Leonard Bernstein und bei den Salzburger Festspielen Herbert von Karajan assistiert. 1966 hat er eine langjährige Bindung an die Metropolitan Opera von New York begonnen, bis er 1971 zum Musikdirektor des Orchestre Philharmonique de Strasbourg ernannt wurde. In dieser Zeit hat er sich für die Gründung der späterhin angesehenen elsässischen Opéra national du Rhin maßgeblich eingesetzt, damals wurden die bis dahin eigenständigen Kompagnien von Strasbourg, Colmar und Mulhouse fusioniert. Als künstlerischer Leiter der Opéra du Rhin (von 1974 bis 1980) hat Alain Lombard mit "seinem" Orchester eine Reihe von international besetzten Studioaufnahmen realisiert, darunter Gesamtproduktionen von Puccinis "Turandot" mit Montserrat Caballé, Mirella Freni und José Carreras, Mozarts "Cosi fan tutte" mit Kiri te Kanawa, Frederica von Stade und Teresa Stratas, sowie Bizets "Carmen" mit Régine Crespin und José van Dam.

16.00 Uhr
Ex libris

Bücher, Menschen, Themen Moderation: Nicole Dietrich Kontrollverlust Yoko Ogawa: Insel der verlorenen Erinnerung, Roman, Liebeskind Verlag (Übersetzung: Sabine Mangold) Jean-Paul Dubois: Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise, Roman, dtv (Übersetzung: Nathalie Mälzer, Uta Rüenauver) Lydia Mischkulnig: Die Richterin, Roman, Haymon Verlag Mercedes Spannagel: Das Palais muss brennen, Roman, Kiepenheuer Witsch Verlag Ilija Trojanow: Doppelte Spur, Roman, S. Fischer Verlag Leonhard Hieronymi: In zwangloser Gesellschaft, Roman, Hoffmann Campe Verlag

16.55 Uhr
Ö1 heute

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.10 Uhr
Spielräume Spezial

Zum 50. Todestag von Janis Joplin. Gestaltung: Lukas Handle Der Todestag, der leider schon mit 27 Jahren verstorben, einzigartigen und legendären Bluesrock-Sängerin Janis Lyn Joplin, jährt sich am 4. Oktober zum 50. Mal. Aufgrund ihres frühen Todes wird Janis Joplin - wie auch unter anderem Jimi Hendrix und Jim Morrison - dem sogenannten Klub 27 zugerechnet. Geboren am 19. Jänner 1943 verkörpert Janis Joplin wie wohl kaum eine andere sowohl die zerstörerische als auch die kreative Kraft der wilden 1960er Jahre. Sie prägte die Hippie-Generation und Kultur maßgeblich und lebte ihr Leben frei nach dem Motto "Lebe schnell, liebe heftig, stirb schnell" (live fast, love hard, die young). Mit Songs wie "Mercedes Benz", "Me and Bobby McGee", "Cry Baby" und "Summertime" erlangte Janis Joplin mit ihrer kreischenden, krächzenden aber auch flüsternden Stimme Weltruhm. Sie nahm sich nie ein Blatt vor den Mund, kritisierte das Establishment, war aber dennoch stolz auf ihren, speziell für sie psychedelisch bemalten Porsche 356 sowie ihren Pelzmantel. Ihren wohl größten Auftritt hatte Janis Joplin 1969 beim legendären Woodstock-Festival. Die Spielräume Spezial blicken auf eine schillernde und einzigartige Karriere einer Powerfrau zurück, die seit 2013 auch in Wien mit der Janis-Joplin-Promenade in der Seestadt in Aspern verewigt ist.

17.55 Uhr
Ö1 intro

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.15 Uhr
Moment am Sonntag

"Man sät eine Zeichnung und erntet ein Vielfaches". Ausdruck mit Stempel, Schnitt und Stich. Ob Kupferstich oder Kartoffelstempel, bewegliche Bleiletter, Sieb- oder Digitaldruck - die Möglichkeiten des Druckens sind enorm vielfältig und haben als Kulturtechnik gleich mehrfach für Revolutionen gesorgt. Vincent van Gogh konnte wunderbar in Worte fassen, was auch heute noch viele Kreative aller Altersgruppen am Drucken fasziniert: "Das Drucken ist mir immer wie ein Wunder vorgekommen, ein ebensolches Wunder wie das zu einer Ähre werdende Saatkorn. Man sät eine Zeichnung auf den Stein oder auf die Radierplatte und man erntet ein Vielfaches davon." Bereits im vierten Jahrtausend vor Christus entwickelten Menschen erste Siegel und Stempel; die sehr lange Geschichte der Drucktechniken zeugt von einem ständigen Wandel und einem spannenden Wechselspiel mit den Ausdrucksformen. Alte Techniken wie der Buchdruck oder der Blaudruck werden auch heute noch hochgehalten und gepflegt, moderne Verfahren lassen fast keine Wünsche offen. Über eine alte und doch stets aktuelle Kulturtechnik und wie sie - im wahrsten Sinne des Wortes - unseren Alltag prägt. Gestaltung: Barbara Zeithammer

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Contra - Kabarett und Kleinkunst

Gerhard Polt: "Im Abgang nachtragend" Seit über vierzig Jahren brilliert Gerhard Polt als Kabarettist und Satiriker, als Filmregisseur und Hörspielmacher, als Geschichtenerzähler und Philosoph. "Fast wia im richtigen Leben" hieß jene 12-teiligen Sketchreihe, die er gemeinsam mit Gisela Schneeberger für das bayerische Fernsehen produziert hat. Und in gewisser Weise gilt dieser Titel für viele Geschichten, die Gerhard Polt in seinem Programm erzählt. Er lässt sein Publikum an den Wirtshaugesprächen teilnehmen, führt sie in die Wohnzimmer kleinbürgerlicher Existenzen, er lässt sie am großen Leid von kleinen Kommunalpolitikern teilhaben. Die Well-Brüder aus dem bayerischen Biermoos und Gerhard Polt feiern heuer gemeinsam ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum: seit 2012 in der Formation mit Christoph, Michael und Karl Well. Sieht man von den raren Solo-Auftritten ab, die Gerhard Polt noch absolviert, genießt Polt die gemeinsamen Abende mit den Well Brüdern aus künstlerischer und privater Sicht. "Im Abgang nachtragend", der Titel ihres aktuellen Programms, ist einem Solo von Gerhard Polt entlehnt, mit dem er bereits 2018 in Österreich zu sehen war. Geht es um den Kuschelfaktor bei Tieren, liegt die Anaconda ganz weit hinten. Mit Detailkenntnissen aus dem Reich der Zoologie überrascht Lukas Resetarits in der dritten Ausgabe des Kabarett-Podcasts. Sein 18. Solo trägt den Titel "Ich tanze nicht", wurde 1999 aus der Taufe gehoben und gibt selektive Einblicke in die Biographie des Kabarettisten. In dieser Episode unserer Podcast-Serie geht es um Idealbilder, das relative Glück und um Tiersendungen im Fernsehen als zweiter Bildungsweg. Gestaltung: Silvia Lahner

19.30 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Überblick

19.33 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Radiosession

Saxofonist Tobias Pustelnik und sein Wiener Quartett Die Wurzeln des 2018 gegründeten Quartetts des Saxofonisten Tobias Pustelnik sind fest im Jazz verankert, in der Improvisation betont die Band das Moment der Interaktion und gibt sich experimentierfreudig. Kreative Herausforderungen schafft man sich selbst in komplexen Soloformen und Vamps, welche meist einer dynamischen Melodie zugrunde liegen. Mit Christopher Pawluk (Gitarre), Andreas Waelti (Bass) und Valentin Duit (Drums) vertraut Tobias Pustelnik dabei drei Qualitätsgaranten der jungen Wiener Szene. Gestaltung: Klaus Wienerroither

20.15 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

"Der Ruhestand steht dir schlecht." Porträt der Autorin Milena Michiko Flasar. Feature von Claudia Gschweitl Die Gefahr, am Ende des Berufslebens in ein seelisches Tief zu geraten, ist bekannt. Der Pensionsschock trifft vor allem Menschen, die sich über ihre Arbeit definiert haben, vorwiegend sind das Männer. Doch dass auch die Ehefrauen unter der Pensionierung ihrer vormals vielbeschäftigten Gatten leiden können, davon erzählt Milena Michiko Flasar: "Der Ruhestand steht dir schlecht. Deine Frau hat bestimmt schon die Schnauze voll von dir", heißt es in ihrem Buch "Herr Kato spielt Familie". Das Phänomen hat sogar einen Namen: Retired Husband Syndrome, auf Deutsch Pensionierter-Ehemann-Syndrom. In Japan wurde dieses Syndrom, das zu Hautausschlägen, Rückenschmerzen und sogar zu Herzbeschwerden führen kann, als erstes untersucht. Die Scheidungsrate ist dort bei Pensionisten in den letzten Jahren stark gestiegen. Ähnliche Auswirkungen dürfte in ein paar Monaten die Corona-Krise zeigen. Was es bedeutet, zu Hause eingesperrt zu sein, das weiß man in Japan nicht erst seit den Quarantäne-Maßnahmen. Der Rückzug in die eigenen vier Wände ist dort ein Massenphänomen, dem sich Flasar in ihrem 2012 erschienen Buch "Ich nannte ihn Krawatte" widmet. "Hikikomori" nennt man in Japan Menschen, die sich vollkommen von der Gesellschaft abwenden. Schätzungen zufolge leben in Japan bis zu eine Million Menschen in dieser selbstgewählten Isolation. Viele verlassen ihr Zimmer jahrelang nicht. In den "Tonspuren" spricht die 1980 in St. Pölten geborene Autorin mit japanischen Wurzeln über den Rückzug aus dem Arbeitsleben, den Rückzug aus der Gesellschaft, die damit gewonnene Zeit und neues Glück.

21.00 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Milestones

Yusef Lateef: "Eastern Sounds" (1961) Yusef Lateef (1920-2013) hat sich im Laufe seiner Jazzkarriere so etwas wie eine "Ja, aber"-Position erspielt: Sein Ton am Tenorsaxofon wurde viel gepriesen, sein Interesse an orientalischen Klängen veranlasste den als William Emanuel Huddleston geborenen US-Amerikaner schon in den späten 1950er Jahren zur innovativen Verwendung von Oboe, Shenai, Bambusflöte oder (damals) exotischen Perkussionsinstrumenten. Gleichzeitig blieb er in seinem Spiel - fast überraschend - oft im Blues und im Bebop-Idiom verhaftet und driftete in den 1960er und 70er Jahren auch immer wieder in Bereiche, die mit gutem Grund als banal oder kitschig bezeichnet werden können. Lateefs Pionierleistungen als Türöffner in neue Klangwelten aber sind unbestritten, und seine diesbezügliche Vorbildwirkung wurde etwa auch von John Coltrane betont. Eines von Yusef Lateefs vielfältigsten Alben, auf dem sich seine neuartigen Klangvisionen bereits in sehr ausgereifter Form zeigen, ist "Eastern Sounds" von 1961. Diese Platte repräsentiert und dokumentiert seine Position und Bedeutung in der Jazzgeschichte vielleicht am besten - ideal, um ihn rund um seinen 100. Geburtstag, den er am 9. Oktober gefeiert hätte, in den "Milestones" zu würdigen. Gestaltung: Michael Neuhauser

21.40 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte

Ö1 Kunstgeschichten: "Umzug auf Zehenspitzen". Zur 100. Wiederkehr des "Tags der Kärntner Volksabstimmung". Von Anna Baar. Gestaltung: Edith-Ulla Gasser. "Ihr sagt mir, ich solle die Vergangenheit ruhen lassen? Ruhen lassen, wie einen guten Germteig? Morgen werdet ihr sie finden - fett und aufgequollen." Die Kärntner Autorin Anna Baar wurde 1973 in Zagreb im damaligen Jugoslawien als Tochter einer dalmatinischen Mutter und eines österreichischen Vaters geboren. Sie lebt in Klagenfurt und Wien. Anlässlich des Jubiläums der Kärntner Volksabstimmung vom 10.Oktober 2020 erinnert sie an die jährlich im Oktober wiederkehrenden Bilder zum Landesfeiertag: "Ich träumte von einem Oktoberfestzug ohne Kreuze und Kränze, ohne Fahnen und Männergesang. Ein Schweigemarsch war das, ja. Ihr gingt auf Zehenspitzen, immer den Berg hinauf, bis über die Nebelgrenze. Und als ihr ganz oben wart, habt ihr mein Land gesehen - zu Füßen ein weißes Meer, aus dem die Gipfel wie Inseln ragten."

22.00 Uhr
Nachrichten

22.05 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Überblick

22.08 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Zeit-Ton extended

Zeit-Ton Porträt. Der Komponist Philipp Maintz beim ORF musikprotokoll Der deutsche Komponist Philipp Maintz sorgt für ein Stück an einer zentralen Stelle des ORF musikprotokoll im steirischen herbst. Am Freitag, 9. Oktober 2020, wird eine Neufassung seines Konzerts für Klavier und Orchester uraufgeführt, interpretiert vom finnischen, in Wien lebenden Pianisten Joonas Ahonen. RSO Wien Chefdirigentin Marin Alsop wird mit diesem Programm erstmals beim musikprotokoll in Graz gastieren. Aus diesem Anlass porträtiert "Zeit-Ton" den vielbeschäftigten Komponisten. Maintz wurde 1977 in Aachen geboren. Er studierte Komposition bei Robert HP Platz am Conservatorium in Maastricht und bei Karlheinz Essl in Linz im Studio for Advanced Music Media Technology. 2005 erhielt er den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung, 2010 das Stipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo. Die Münchener Biennale für neues Musiktheater eröffnete 2010 mit der Uraufführung seiner Oper MALDOROR, 2019 war seine Kammeroper THÉRÈSE bei den Salzburger Osterfestspielen und in der Elbphilharmonie Hamburg zu hören. Er gehört "einer jüngeren Komponisten-Generation an, die einerseits dem Erbe der Moderne im 20. Jahrhundert verpflichtet ist, andererseits bei aller Bindung auch gestalterische Freiräume sucht", wie es Deutschlandfunk Kultur formuliert hat. Gestaltung: Andreas Maurer

22.55 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In

23.00 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst - Kunstradio

Primal Energies. Von Bill Fontana 1988 fand das Projekt im Rahmen der Ausstellung "Bezugspunkte 38/88" statt. An acht Bezugspunkten der Grazer Innenstadt, die zur Zeit der nationalsozialistischen Machtergreifung eine Rolle gespielt haben, installierte Fontana Mikrofone, die die Alltagsgeräusche der Stadt einfingen. Vom Schlossberg aus wurden die Klänge hinunter in die Stadt geschickt, und zwar gemischt mit Klängen, die Fontana an anderen Orten in der ganzen Welt aufgenommen hatte. In einem Interview von 2007 blickte der Künstler auf das Projekt zurück. Viele Menschen, so sein Eindruck, scheuten die Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit. Jeden Winkel der Stadt wollte er mit angenehmen Sounds penetrieren, und so den Terror austreiben. Das Projekt wurde von der Bevölkerung stark angefeindet - entgegen den Erwartungen von Bill Fontana, hatte er doch explizit positive, unschuldige Sounds ausgesucht, z.B. das zärtliche Rufen eines Gibbonpärchens im thailändischen Regenwald, das Singen eines australischen Leierschwanzes, ein Nebelhorn bei der Golden Gate Bridge in San Francisco und so weiter. Für die Ausstellung "Primal Energies" entwickelte Fontana speziell für den Space01 des Kunsthauses Graz eine audiovisuelle Installation über die akustische und visuelle Ästhetik erneuerbarer Energien. Seit den 1960er-Jahren verwendet Fontana Sound als skulpturales Medium. Über 50 Klangskulpturen weltweit und mehr als 20 interkontinentale Radioskulpturen haben ihn international zu einem äußerst gefragten Soundkünstler werden lassen, der sich darauf versteht, aus dem passiven Hören ein aktiv einsetzbares Verständnismedium zu machen. Besonders seine jüngeren Installationen in Paris, London und San Francisco (zum Teil sind diese auch permanent im städtischen Raum installiert) tragen dazu bei, den Eigenklang von Umgebungen und deren historische oder kulturelle Muster physisch zu erfahren und kognitiv zu erforschen. Seit Beginn seiner künstlerischen Laufbahn hinterfragt der Künstler Umweltfragen durch die Möglichkeit einer ganzheitlichen Wahrnehmung des "Übersehenen". Mit seiner neuen Installation zu erneuerbaren Energien in Graz bewegt sich Fontana einmal mehr mit den Mitteln neuester Technologien auf dem Feld künstlerischer Forschung und taucht in die akustischen und visuellen Strukturen von Wasser, Wind und Geothermie ein, um sie dem Publikum sinnlich näherzubringen. Angelehnt an die Ausstellung im Kunsthaus Graz lässt Bill Fontana Klänge seiner ikonischen Klangarbeit "Sonic Projections from Schloßberg Graz" gemeinsam mit neuen Klängen wieder in den Stadtraum hineinklingen.

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Musikauswahl: dazw. 3:00 Uhr Nachrichten